Schüler rappen für mehr Toleranz
25.11.2010 | 18:34 Uhr 2010-11-25T18:34:00+0100Hörde.Stolze Eltern, Omas und Opas, gespannte Blicke von Geschwistern und Freunden – das kommt dabei heraus, wenn der Hamburger Rapper Samy Deluxe zur großen Abschlussveranstaltung des „Crossover@school“ Workshops in die Westfalenhalle einlädt.
Schulen aus dem gesamten Ruhrgebiet hatten die Chance, sich für den exklusiven Workshop im Wert von 30 000 Euro zu bewerben – doch konnte es nur zwei Sieger geben. Letzt-endlich machten die Hauptschule Hörde sowie das Hörder Goethe-Gymnasium das Rennen um den von der PwC-Stiftung Jugend-Bildung-Kultur ausgeschriebenen Workshop. Drei Tage lang studierten Rapper Samy Deluxe und 16 Coaches eine komplette Bühnenshow mit jeweils 150 Haupt- und Gymnasialschülern ein. Ziel war es, Jugendliche aus verschieden sozialen und kulturellen Schichten durch ein gemeinsam gestaltetes Projekt zusammenzubringen. Über drei Jahre ist es nun schon her, dass Samy Deluxe sich für „Crossover@school“ in Hamburg starkmachte – 2010 feiert das Projekt in Dortmund nun zum ersten Mal auch überregionalen Erfolg.
Am Abend der Abschlusspräsentation herrscht in der gut besuchten Halle vor Beginn der Veranstaltung ein riesiger Tumult – ein Mitarbeiter des Projekts kann schließlich die aufgeregten Kids zur Ruhe bringen. Überall blitzen Kameras, im Hintergrund der Bühne sehen Familie und Freunde Bilder aus den Tagen des Workshops. „Wie ist die Stimmung hier in Dortmund?“, begrüßt Samy Deluxe das Publikum. Bevor die Show beginnt, möchte das „Crossover-Team“ jedoch noch eine wichtige Botschaft loswerden: „Es ist nicht wichtig, wo ihr herkommt, sondern was ihr daraus macht“ – und genau diese Aufforderung prägt im Folgenden das vielseitige Programm.
Knapp zwei Stunden lang präsentieren die jungen Nachwuchskünstler ihre Ergebnisse aus den vergangenen Tagen. Von Rap über Tanz bis hin zu Beatboxen oder Graffiti-Werken – hier wird keine kreative Nische ausgelassen. Los geht es mit einer von den Schülern erstellten Videoaufnahme. Jugendliche beider Schulen werden zu- und übereinander interviewt – und eines wird schnell klar: Vorurteile gibt es auf beiden Seiten gleichermaßen.
Die Acts aus den unterschiedlichen Themenbereichen fließen im Laufe der Bühnenshow ineinander über. So performen die Tanz- und Breakdancegruppen zusammen als ein großes Team, wobei so manches akrobatische Talent unter der Schülerschaft zum Vorschein kommt. Die Beatboxer verraten ihre Aufregung durch leise Kichergeräusche ins Mikrofon - unterhalten das Publikum damit aber nur umso mehr. Und eines ist nicht zu leugnen: das Gemeinschaftsgefühl der bunt gemischten Truppe steht den ganzen Abend über im Vordergrund – die Kids feuern sich gegenseitig an, jubeln sich zu und können so auch kleine Texthänger bei den Rappern leicht wettmachen.
Inhalt eines fast jeden Auftritts sind Stolz, Respekt und Toleranz - „You are beautiful“, interpretieren die Schüler der Gesanggruppe Christina Aguileras Chart Hit deshalb gegen Ende der Show. Und da gibt es sowieso kein Halten mehr unter den Jugendlichen – Euphorie füllt die Halle, die Kids stürmen auf die Bühne, feiern sich und ihr gelungenes Projekt – und zwar zusammen. So konnte jeglicher Rivalität mit Toleranz und Respekt doch der Wind aus den Segeln genommen werden.
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