Schöner wohnen im Verkehrslärm
29.04.2011 | 18:25 Uhr 2011-04-29T18:25:00+0200
Barop/Eichlinghofen.Sie ist laut, sie ist lang, sie ist hässlich. Trotzdem ziehen immer mehr Menschen an die Stockumer Straße zwischen Barop und Eichlinghofen.
Und manchmal gibt es im Umfeld dieser stark befahrenen Trasse sogar viel Lärm um (fast) nichts. Wie auf der neuen Zielgeraden zum Uni-Campus Nord. Die Verkehrsachse von der Stockumer Straße durch den Gardenkamp/Vogelpothsweg zum Uni-Campus Nord, die im Oktober 2010 für den Verkehr freigegeben wurde, ist auch nach über einem halben Jahr noch ein „Geheimtipp“ für Autofahrer.
Nur wenige Pendler verirren sich auf der gut ausgebauten Straße, die eigentlich die verkehrsgebeutelten Anwohner im Ortskern Barop entlasten sollte. Gestern Mittag rollten gerade mal sechs Fahrzeuge in zehn Minuten über den „Flüsterasphalt“. Und das, obwohl die neue Strecke zum Uni-Campus Süd und West an der Stockumer Straße vor der Einmündung ausgeschildert ist. Weit entfernt sind diese Zahlen von der Prognose der Stadtplaner, die täglich 15 000 Fahrzeuge auf den Garden-kamp schicken wollten.
Hombruchs Bezirksbürgermeister Hans Semmler, der ohnehin die nie fertiggestellte Uni-Südtangente noch immer fest im Blick hat, spricht daher von einem „echten Flop für viel Geld“. Die Verwaltung hält mit dem Argument vom Gewöhnungsprozess dagegen „Es dauert eben ein paar Wochen, bis die Leute das annehmen“, sagt Michael Meinders, städtischer Pressesprecher.
Die Anlieger des Garden-kamps, die lange Jahre gegen den Ausbau ihrer Straße gekämpft hatten, sind inzwischen auch ruhiger geworden. Doch das liegt nicht nur an der derzeit noch entspannten Verkehrssituation. „Nachdem die Uni-Verkehrsachse trotz aller Proteste gebaut wurde, macht es keinen Sinn mehr zu kämpfen“, sagt eine Anwohnerin. Stattdessen wird weiter kräftig im Umfeld gebaut: Die „ruhrgrund“ will laut Mitarbeiter Sebastian Keller möglichst bald den Grundstein für 15 „familienfreundliche Reihenhäuser“ zwischen Stockumer Straße und „Kleine Heide“ legen. Alle Eigenheime sind schon verkauft. „Sobald die Baugenehmigung eintrifft, legen wir los“, sagt Keller. Die Häuser sind so konzipiert, dass der Verkehrslärm der Stockumer Straße dort nur schwach zu hören sein wird: „Die Fenster zu den Wohn- und Schlafräumen sind nach Norden ausgerichtet“. Nach einem Jahr Bauzeit können die ersten Käufer einziehen.
Die Bagger rollen auch bald an der Ecke Stockumer-/Eichlinghofer Straße. Nach dem Abriss der ehemaligen Gaststätte „Zeus“ an der Ecke Eichlinghofer Straße sollen dort auf dem 2400 Quadratmeter großen Grundstück 30 Luxus-Eigentumswohnungen und ein Ladenlokal entstehen. Bauträgerin ist die Dortmunder Firma Certum, die für den ersten Spatenstich schon in den Startlöchern steht. Mitte Mai soll Baubeginn sein. Geplant sind vier viergeschossige Wohnblöcke mit Tiefgaragen, Flachdächern und Penthäusern. „Die Hälfte der Wohnungen ist schon verkauft“, freut sich Bauleiter Mahmut Sahin und auch für das Ladenlokal gibt es schon Interessenten. Darunter die Volksbank. Der Bauboom ist kaum zu stoppen im Ort. Selbst in der engen, von der Stockumer Straße abgehenden Persebecker Straße mit ihren Durchfahrtsproblemen stehen jetzt neue DoGeWo-Eigenheime.
Derweil überlegen sich Stadtplaner, Anwohner und Politiker, wie die Stockumer Straße, die seit Oktober 2010 mit lärmoptimiertem Asphalt ausgestattet wird, an Aufenthaltsqualität gewinnen kann. Vieles ist machbar, manches wird besser. Trotzdem – die Verwandlung vom hässlichen Entlein in einen schönen Schwan, die gibt es leider nur im Märchen.
20:50
Wenn - wie versprochen - die Ostenbergstraße/Lehnertweg für den Durchgangsverkehr gesperrt würde, würde der ausgebaute Gardenkamp auch genutzt.
04:34
Wenn der rührige Herr Semmler den Ausbau für einen Flop für viel Geld hält, wie möchte dieses Urgestein CDU-geprägter Wortblasen denn bitte einen Weiterbau der Südtangente begründen?
Vielleicht mit einem Hinweisschild am Krückenweg ala Diese Penisverlängerung wurde von der CDU erzwungen?