Sanierung gestoppt: Hagener Straße bleibt Flickenteppich

Die Hagener Straße in Kirchhörde hat eine Sanierung bitter nötig. Das sieht auch die Bezirksvertretung Hombruch so und hatte Gelder für die Arbeiten freigegeben. Nun hat sie die Sanierung aber wieder gestoppt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Kirchhörde.. Die Hagener Straße ist lang und in manchen Teilen ganz schön heruntergekommen. Insbesondere im Bereich des westlichen Gehwegs zwischen Hohle Eiche und Bahnhof Kirchhörde. Die Bezirksvertretung Hombruch wollte eine Sanierung des Gehweges dort realisieren. Jetzt aber will sie dies verhindern.

Warum der Sinneswandel? Die Maßnahme ist doch notwendig.

Das sieht die Bezirksvertretung auch so. Und die hatte deshalb schon 141.000 Euro für die Sanierung freigegeben. Nur hat das Tiefbauamt der Stadt Dortmund jetzt die Gesamtkosten der Maßnahme überschlagen. Und die soll um einiges teurer sein, als man in der Bezirksvertretung geglaubt hatte.

Wie viel teurer soll die Sanierung denn jetzt werden?

Veranschlagt wurde eine Gesamtsumme von rund 361.000 Euro.

Kann die Sanierung denn nicht aus Mitteln des Tiefbauamtes mitfinanziert werden?

Offenbar nicht, denn laut eines Briefes, den Stadtrat Martin Lüwer für das Tiefbauamt an die Bezirksvertretung Hombruch richtete, heißt es, dass das Tiefbauamt derzeit über keine finanziellen Mittel verfügen würde, die eine Mitfinanzierung möglich machen würden.

Und wer soll die Restkosten tragen?

Dazu kann das Tiefbauamt keine Lösung anbieten. Angefragt wird in dem Schreiben nämlich, ob die Restkosten von circa 225.000 Euro ebenfalls von der Bezirksvertretung übernommen werden könnten.

Und? Übernimmt die Bezirksvertretung die vollen Kosten?

Nein, denn wenn die die Summe in dieser Höhe für die Baumaßnahme freigegeben würde, hätte die Bezirksvertretung fast ihre kompletten Restmittel aus dem Etat für 2015 aufgebraucht.

Was sagen die Politiker der Fraktionen dazu?

"Das Schreiben ist ein schlechter Witz", sagt Bezirksbürgermeister Hans Semmler. Kollektives Kopfschütteln auch bei den anderen Vertretern der Fraktionen. "Es geht um nicht einmal zehn Menschen, die diesen Weg tagtäglich nutzen", so Inge Albrecht-Winterhoff (SPD) zur Notwendigkeit der Baumaßnahme. Zuspruch kommt auch von Klaus-Werner-Schröter (AfD): "Der gesunde Menschenverstand gebietet es, die Geldsumme für etwas anderes aufzuwenden".

Könnte man denn nicht mit den freigegebenen 140.000 Euro einen Teil sanieren?

Das wäre möglich, aber nicht besonders effizient. Laut Stadtverwaltung könnte mit dem Geld lediglich ein Drittel des maroden Gehweges erneuert werden.

Was will die Bezirksvertretung jetzt unternehmen?

Beschlossen wurde, dass man einen Gegenbeschluss auf den Weg bringt. "Das ist der einzige Weg aus der Misere, die BV ist nicht willens diese Maßnahme komplett zu finanzieren", erklärt Hans Semmler. Und der Gegenbeschluss muss jetzt schnell beim Tiefbauamt eingereicht werden, denn die Ausschreibungen für eine komplette Sanierung des Gehweges würde sonst in wenigen Wochen starten.