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Flüchtlingseinrichtung

Rügecke-Anwohner gegen Straße

13.09.2012 | 18:29 Uhr
Rügecke-Anwohner gegen Straße
Die Rügecke in Hacheney: Die Straße endet hier, die Stadt prüft, ob sie weitergeführt werden kann zur Flüchtlingseinrichtung.Foto: schmitzfoto

Hacheney.  Die Anwohner der Rügecke sind gegen den Neubau einer Straße, die vor ihrem Haus zum Flüchtlingslager Hacheney führen soll. Die Stadt prüft derzeit.

Gegen eine mögliche Zufahrt zum Flüchtlingslager in Hacheney über die Straße Rügecke, die zurzeit von der Stadt Dortmund geprüft wird, wehren sich nun auch die Anwohner des Mehrfamilienhauses dort. Nach Informationen von Sprecher Gerd Heimann ist diese Zuwegung rechtlich auch gar nicht möglich.

Wiesen langfristig verpachtet

Doch der Reihe nach. Die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge aus Krisengebieten (EAE) ist seit längerem im Brennpunkt. Anwohner der Glückaufsegenstraße haben sich in einer Initiative zusammengeschlossen, weil ihnen der Verkehr zu der Einrichtung zu viel ist und sie die Vermüllung der Straße durch die Asylbewerber beklagen. Zudem ist die Einrichtung für 300 bis 350 Menschen zuletzt an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Die Stadt prüft deshalb die Möglichkeit eines Einbahnverkehrs: Anfahrt über die rückwärtige Sackgasse Rügecke, Abfahrt über die Glückaufsegenstraße.

Der Haken an diesem Plan: Die Stadt müsste eine Straße bis an das Flüchtlingslager heranführen. „Das ist gar nicht möglich“, sagt Gerd Heimann, der mit neun anderen Menschen in dem Mehrfamilienhaus an der Rügecke wohnt. Der Grund: Die benötigten Grundstücke stehen nach seinen Informationen der Stadt für einen Straßenbau gar nicht zur Verfügung. „Der Bauer, dem sie gehören, weiß noch nicht einmal etwas davon. Mir gegenüber hat er am Telefon beteuert, noch nicht einmal eine Anfrage der Stadt vorliegen zu haben. Außerdem ist er nicht bereit, Land abzugeben.“ Die Wiesen seien langfristig an den Tierpark verpachtet, der sie für Heu und Grünfutter für die Tiere nutze. „Und 50, 60 Meter tiefer beginnt ein Naturschutzgebiet“, sagt Heimann.

Der 61-Jährige lebt seit mehr als 30 Jahre an der Rügecke. „Jahrelang ist an unserer Straße nichts gemacht, es wurden immer nur Schlaglöcher gestopft, wenn wir uns beschwert haben. Jetzt wird der Neubau einer Straße geprüft, das ist doch hirnrissig“, sagt er.

„Früher war hier mehr los“

Er und seine Mitbewohner, das beteuert er, seien nicht gegen das Flüchtlingslager. Heimann kann auch nichts Nachteiliges sagen. „Mein Garten grenzt an das Heim. Abends hört man schon mal Stimmen, oder die Kinder spielen Ball. Aber zu Zeiten der Gehörlosenschule war hier mehr los.“ Führte eine neue Straße vor ihrem Haus her, sagt er mit Blick auf die Platzverhältnisse, „könnten wir keinen Schritt mehr vor die Haustür machen.“

Michael Schmitz



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