Rotfedern gegen die grüne Wasserpest
09.11.2009 | 12:29 Uhr 2009-11-09T12:29:00+0100Im Süden. Eigentlich ist es ein gutes Zeichen, dass die sogenannte Wasserpest im Hengsteysee im Sommer das Gewässer mit einem grünen Teppich überzieht.
Nur: Wassersport ist in dem völlig veralgten See nicht mehr möglich. Deshalb setzte der Ruhrverband gestern rund 4500 Rotfedern aus. Die Fische sollen die Wasserpest einfach wegknabbern.
Im Jahr 2000 tauchte die aus in Nordamerika beheimatete „Elodea nutallii" erstmals im Harkortsee auf. Danach ging's ganz schnell, und auch Hengsteysee, Kemnader Stausee und letztlich der Baldeneyer See „befallen". Sie bedeckte in warmen Sommern ein dichter grüner Teppich.
Ideale Wachstumsbedingungen
Wie Prof. Harry Bode, Vorsitzender des Ruhrverbandes, erklärt, ist der grüne Bewuchs „aus ökologischer Sicht durchaus positiv zu bewerten". Bode weiter: „Nur weil das Wasser in der Ruhr sauberer geworden ist, so dass die Sonnenstrahlen bis auf den Grund dringen können, findet die Pflanze hier überhaupt ausreichende Wachstumsbedingungen."
Der Ruhrverband weiß aber auch, dass der grüne Teppich auf dem See „für Wassersportler verständlicherweise ein großes Ärgernis war".
Deshalb wurde das Mähboot „Manati" eingesetzt, das kreuz und quer durch den See pflügte. Kaum hatte das Boot die Fläche durchgekämmt, konnten die Arbeiten schon wieder von vorne beginnen.
„Das Abmähen von Elodea gleicht einem Kampf gegen Windmühlen", räumt Bode ein. Und geht richtig ins Geld. Jetzt sollen es die Rotfedern richten. Aus einer Westwälder Fischzucht wurden alleine für den Hengsteyee im Dortmunder Süden 500 Kilogramm Fische bestellt, die gestern behutsam ausgesetzt wurden.
Der Ruhrverband rechnet vor, dass ein Fisch etwa 2,5 Gramm von der Wasserpest futtern kann. Ob die Tiere den ganzen See algenfrei halten können? Man wird es sehen. Bis dahin sollen sich die geschlechtsreifen Tiere erst einmal vermehren. Der Ruhrverband rechnet alleine im ersten Jahr mit neun Millionen Rotfedern, von denen allerdings bis zu 90 Prozent das erste Lebensjahr nicht überleben.
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