Risse im Mauerwerk wegen Arbeiten am Phönix-See?
15.09.2009 | 13:57 Uhr 2009-09-15T13:57:00+0200
Dortmund-Hörde. Sind die Bauarbeiten für das Großprojekt Phönix-See Schuld an den Rissen im Mauerwerk? Ein direkter Anwohner der Baustelle wirft der zuständigen Entwicklungsgesellschaft vor, nicht angemessen auf seine Bedenken reagiert zu haben.
Die Risse in der Wand werden breiter, die Flecken durch den Regen größer. Andreas Liss, Mieter des Hauses Am Remberg 12, hat seine einjährige Tochter Layla sicherheitshalber aus ihrem Zimmer unterm Dach genommen.
„Sie schläft jetzt bei uns”, sagt der Familienvater mit Blick auf einen Feuchtigkeitsstreifen, der an der Decke entlang durch den Raum läuft. Für seinen Vermieter Gerhard Lochno, Wirt der Gaststätte „Zum Phönix”, ist klar, wo die Ursache liegt - nämlich gleich nebenan, auf der Baustelle des Phoenixsees. „Das kommt durch die Erschütterungen.”
Betroffene Wand gehört nicht dem Mieter
Die Vorgeschichte: Schon lange vor den Planungen für den See wurde das Gebäude Am Remberg Nummer 10 abgerissen. „Es blieb nur eine 0,4 Meter breite Wand stehen, die nicht zu meinem Haus gehört”, erklärt Lochno. Probleme gab es nicht, bis die Bauarbeiten anfingen. „Einen Riss in der Tapete kann man mittlerweile vom Garten aus sehen”, ärgert sich auch Andreas Liss. Er sieht die Gesundheit seiner Familie gefährdet. Sein Vermieter hat bereits einen Malermeister beauftragt, sich die Schäden anzusehen. „Er geht davon aus, dass schon Schimmel da ist.”
Sanierungskosten: 9000 Euro
Hausbesitzer Lochno kontaktierte die Phoenix-See-Entwicklungsgesellschaft. Seine Idee: Ist die Außenwand richtig gedämmt, dringt kein Wasser mehr ein. Außerdem könne er so die Energiekosten senken. „Doch es hieß nur: Machen sie bloß nichts, die Wand gehört ihnen nicht.” Das war im August 2008. Unerwartet hatten seine Proteste dann aber doch Erfolg. Der neue Vorschlag von Seiten der Entwicklungsgesellschaft: Lochno darf eine 15 Zentimeter starke Dämmung anbringen. „Damit seien im Gegenzug alle anderen Ansprüche abgegolten”, so der Hausbesitzer - auch die für mögliche Folgeschäden. Die Kosten für Dämmung und Sanierung im Haus selbst belaufen sich, nach Lochnos Schätzungen, auf rund 9 000 Euro. Die möchte er in keinem Fall selbst tragen.
Messgerät angebracht - aber wohl zu spät
In Sachen Erschütterungen hat die Phoenix-See-Entwicklungsgesellschaft bereits reagiert und ein Messgerät bei Familie Liss installiert. Ob das neue Erkenntnisse bringt - Mieter und Vemieter bleiben skeptisch. Nach ihren Beobachtungen seien schwere Erschütterungen inszwischen selten geworden.
Ludger Schürholz, Geschäftsführer der Phoenix-See-Entwicklungsgesellschaft, will am Mittwoch mit Gerhard Lochno sprechen. Er sehe „keinen Streit” und sei guter Dinge, eine Lösung zu finden. „Die könnte so aussehen, dass die Wand in das Eigentum von Herrn Lochno übergeht”, so Schürholz auf Anfrage der Stadtteil-Zeitung. Über Einzelheiten müsse in diesem „ungewöhnlichen Fall” noch geredet werden.
20:48
Das kann nicht passieren, wir haben die besten Ingenieure der Welt. Die planen und bauen in sehr weiter Voraussicht, Pfuschen und Fehler hat es noch nie gegeben!
14:38
Eine Wand gegen alle zukünftigen Ansprüche?
Habe ich das richtig verstanden?
Da kann ich dem Hausbesitzer nur abraten.
Die Standsicherheit ist die noch gegeben?
14:30
Einfach mal weitermachen - von Köln wissen wir ja was zu tun ist wenn ein Haus umfällt! Es ist immer wieder erstaunlich, dass der Mensch nichts dazu lernt!