Private Partys auf dem Prüfstand

Vereinsheim des SSC Hacheney: Laufen private Partys hier zu oft aus dem Ruder?
Vereinsheim des SSC Hacheney: Laufen private Partys hier zu oft aus dem Ruder?
Foto: WR/Franz Luthe
Was wir bereits wissen
Anwohner des SSC Hacheney beschweren sich über Ruhestörungen und Sachbeschädigungen im Umfeld des Vereinsheimes. Am Dienstag soll ein Gespräch zwischen beiden Parteien stattfinden.

Hacheney..  Unruhe am Sportplatz in Hacheney: In einem anonymen Schreiben, das in viele Briefkästen im Stadtteil flatterte, werden Partys im Vereinsheim des SSC Hacheney dafür verantwortlich gemacht, dass es im Umfeld des Platzes immer häufiger zu Ruhestörungen und Sachbeschädigungen kommt. Am Dienstag suchen genervte Anwohner das Gespräch mit dem Verein.

Jens Menne, Vorsitzender des SSC Hacheney, hat durchaus Verständnis für einige der Beschwerden. In der Tat sei es in der Vergangenheit zu Polizeieinsätzen gekommen, weil private Partys im Vereinsheim zu laut geworden seien. „Ein- bis zweimal im Monat“ vermiete der SSC das Vereinsheim privat, heutzutage nur noch an Mitglieder oder deren Angehörige. Rund 100 Euro pro Abend bringe das in die Vereinskasse. Geld, auf das ein Verein wie der SSC schwer verzichten könne. Aber: „Wir haben uns schon selbst Beschränkungen auferlegt. 18. Geburtstage dürfen bei uns gar nicht mehr gefeiert werden.“ Gerade bei dieser Altersgruppe habe es zuletzt zu viel Ärger gegeben.

Zwei Vereinsheime in der Nachbarschaft

Die Anwohner bemängeln in ihrem Schreiben, dass sich „stark alkoholisierte Personen bis in die frühen Morgenstunden grölend im Umkreis der Veranstaltung aufhalten“. Außerdem sei es vermehrt zu Müllbelastung, Lackschäden an Autos oder Graffiti an Hauswänden gekommen.

Nur noch für Mitglieder

Dieser Vorwurf bringt den Vereinsvorsitzenden des SSC Hacheney dann aber doch „auf die Palme“. Er finde es nicht in Ordnung, solche Vorkommnisse „pauschal und anonym“ auf Partys im Vereinsheim zurückzuführen. „Wir sind hier in letzter Zeit selbst Opfer von einigen Sachbeschädigungen geworden“, sagt Jens Menne. Das Vereinsheim sei mit Graffiti beschmiert imd deshalb komplett neu gestrichen worden. Scheiben wurden eingeschlagen, der Schaukasten aus der Verankerung gerissen. Das Viertel sei insgesamt nicht leiser und sicherer geworden. „Aber wenn man dann die Polizei bittet, mal verstärkt hier Streife zu fahren, heißt es: ,Dafür ist kein Personal da’.“

Jens Menne hofft, dass das heutige Gespräch mit einigen verärgerten Anwohnern in sachlicher Atmosphäre vonstatten gehen wird. „Ich verstehe ja grundsätzlich den Ärger.“ Bekannt sei auch, dass andere Vereine im Umkreis schon ähnliche Probleme hatten. Der SSC Hacheney vermiete deshalb jetzt nur noch an an Mitglieder und meistens klappe das ja auch: „Aber wenn Du dann mal ein faules Ei dazwischen hast . . .“