Das aktuelle Wetter Dortmund 11°C
Augustinum

Opern-Weltstar Edda Moser plaudert über bewegtes Leben

22.02.2013 | 16:42 Uhr
Kammersängerin Edda Moser las im Wohnstift Augustinum aus ihrem Buch und plauderte aus ihrem Leben.
Kammersängerin Edda Moser las im Wohnstift Augustinum aus ihrem Buch und plauderte aus ihrem Leben.Foto: Andreas Klinke

Lücklemberg.  In der Mailänder Scala, der New Yorker Met, Wiener Staatsoper und dem Salzburger Festspielhaus war Edda Moser ein umjubelter Star. Am Donnerstag trat die Kammersängerin im Wohnstift Augustinum auf, und beeindruckte das Publikum mit ihrer charmanten Art und Erzählungen aus einem bewegten Sängerleben.

Aufgeschrieben hat sie die Erinnerungen an eine große Karriere in ihrer Biografie "Ersungendes Glück", aus der sie auch über die Begegnung mit Komponist Hans-Werner Henze las.
Mozart für Horst Buchholz
Die Rachearie der Königin der Nacht aus Mozarts "Zauberflöte" hat sie Henze vorgesungen. Aber es saß auch Frauenschwarm Horst Buchholz im Publikum. "Ich sang nur für ihn", erinnert sich die Sopranistin.

Im Gespräch mit Musikjournalistin Julia Gaß plauderte Edda Moser interessant und lebendig aus den 36 Jahren auf der Bühne, erinnerte sich an die Arbeit mit Karajan ("Wenn er einen mit seinen blauen Augen ansah, fühlte man sich als Sänger sicher und geborgen"), an ihre erste "Zauberflöte" in einem von Chagall gemalten Bühnenbild an der Met, an ihre Anfängerzeit in Hagen und das Regietheater heute, das ihr gar nicht gefällt.

Jahrhundertstimme
Oft fiel das Wort "Glück". Glück sei als Sängerin für sie gewesen, in all den berühmten Häusern auftreten zu dürfen und Menschen kennen gelernt zu haben, die sie sonst nie getroffen hätte. "Heute sind für mich die ,Festspiele der deutschen Sprache‘, die ich 2006 ins Leben gerufen habe, mein größtes Glück", erzählte die Sängerin.
Legendär ist ihre Rachearie aus der "Zauberflöte", die das Publikum als eines von fünf Zeugnissen einer Jahrhundertstimme von CD noch einmal hörte. Dirigent Wolfgang Sawallisch wollte eigentlich eine andere Sängerin für diese Aufnahme. "Meine ganze Wut habe ich in dieser Arie heraus gesungen. Deshalb ist sie so gut geworden", erzählte Edda Moser. "Man stirbt zweimal"
1994 endete die große Karriere mit der "Salome" an der Wiener Staatsoper. "Als Sängerin stirbt man zweimal. Ich war tot, als ich meine Karriere beendet hatte", erzählte die Kammersängerin von dem tiefen Loch, in das viele Künstler fallen.
Ein Wunsch blieb ihr versagt: "Ich hätte gerne die Isolde" gesungen. Eine Aufnahme gibt es davon, die sie mitgebracht hatte ins Augustinum. - Es war ein Glück, Edda Moser damit zu hören und sie so nett im Gespräch erlebt zu haben.
Das ist Edda Moser

  • Edda Moserwurde 1938 in Berlin geboren. Ihr erstes Engagement bekam sie 1962/63 in Würzburg, danach zwei Jahre am Theater Hagen.
  • Hans-Werner Henze und Herbert von Karajanlegten den Grundstein für eine große Karriere.
  • Ihre Aufnahme der Rachearie der Königin der Nacht aus Mozarts "Zauberflöte" wurde 1977 mit der Voyager 2 auf einer Kupferplatte als Beispiel "menschlicher Gesangskunst"ins All geschossen.
  • Die Sopranistin lebt heute beiNeuwied am Rhein.


Von Julia Gaß

Facebook
Kommentare
Fotos und Videos
Barrierefreiheit am Aplerbecker Bahnhof
Bildgalerie
Fotostrecke
Fotos vom Kirchhörder Lichterfest
Bildgalerie
Fotostrecke
Die Zirkusschule des Circus' Antoni
Bildgalerie
Fotostrecke
1. Holzener Teich- und Fischfest
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Polizei sucht nach diesem Tankstellen-Räuber
Überfall in Aplerbeck
Er bedrohte die Angestellte und erbeutete Geld aus der Kasse: Jetzt sucht die Polizei nach diesem Mann. Anfang Oktober hat der Unbekannte eine Tankstelle an der Aplerbecker Straße überfallen. Zeugen hatten noch versucht, ihn zu verfolgen.
Mann stürzte in eine Baugrube
Feuerwehreinsatz
Ein 74-jähriger Mann stürzte bereits am Montag gegen 20.15 Uhr auf dem Nachhauseweg in eine Baugrube an der Brandisstraße. Wie es zu dem Unfall kam, muss noch ermittelt werden.
"Barrierefreiheit sehr gelungen"
Bahnhof Aplerbeck
In Sachen Barrierefreiheit liegt für Evelyn Nieft, Mitarbeiterin des Behindertenpolitischen Netzwerkes, vieles im Argen. Der Aplerbecker Bahnhof sei jedoch ein positives Beispiel, "alles in allem ein sehr gelungener Haltepunkt." Bis auf wenige Aspekte.
Hier soll am Rombergpark gebaut werden
Interaktive Karte
Neues von der Bebauung des des nördlichen Teils des Botanischen Gartens Rombergpark. Nach Jahren des Stillstands soll jetzt die Dortmunder Politik über die aktuellen Pläne entscheiden. Geplant sind unter anderem ein Hotel, eine Hausbrauerei und ein Biergarten. Unsere Karte zeigt, was am Park geplant...
Hans Semmler erschüttert über böse Baum-Briefe
Anonyme Schreiber
Jetzt auch in Hombruch: Nach diversen Dortmunder Politikern und anderen Persönlichkeiten erhält neuerdings auch Hombruchs Bezirksbürgermeister Hans Semmler wütende Post von vermeintlichen Baumfreunden. Die bösen Worte erschüttern den gestandenen Politiker.