Ohne Sportplatz stirbt der Verein"
18.02.2010 | 17:46 Uhr 2010-02-18T17:46:00+0100Eichlinghofen. „Wichtig is auf'm Platz” – das gilt auch für den TuS Eichlinghofen. Doch nun droht den Fußballteams des 300 Mitglieder starken Sportvereins die Platzsperre.
Vereinsmanager Thomas Janßen fürchtet, dass das Areal schon in diesem Jahr nicht mehr bespielbar sein könnte. „Wir haben große Sorge, dass die Anlage diesen Winter nicht überstehen wird.” Nicht nur Schnee und Frost haben in den letzten Wochen ihre Spuren hinterlassen, das marode Stadion an der Hövel, Herzstück des 120 Jahre alten Traditionsvereins, braucht auch dringend eine Grundsanierung.
Schon lange rühren die TuS Mitglieder die Werbetrommel für einen Kunstrasenplatz. Rund 13 000 Euro brachte der „Verkauf” des Spielfeldes bisher ein. Auch das Metallgerüst für eine neue Tribünen-Überdachung – ebenfalls eine Sponsorenspende – steht schon. Doch das Haushaltsloch der Stadt schlägt nun auch in Eichlinghofen zu: „Versprochen wurde uns der Kunstrasen schon vor zwei Jahren”, sagt Janßen, der nun glaubt, dass die Stadt dem TuS auch in seinem Jubiläumsjahr 2010 die rote Karte zeigen wird.
Dabei sei dringend Handlungsbedarf geboten: „Im letzten Jahr wurde der Platz mit einem halben Zentimeter Asche aufgefüllt.” Zu wenig, um vernünftig spielen zu können. „Der Untergrund konnte sich mit dem neuen Belag nicht mehr verbinden”, berichtet der Vereinsmanager. Bei trockenem Wetter waberten große Aschewolken durchs Stadion, die den Spielern die Sicht nahmen. „Wir konnten manchmal sogar die Tore nicht mehr sehen”, erinnert sich Janßen.
Auf der Anlage trainieren und spielen allein vom TuS Eichlinghofen 15 Mannschaften, dazu kommen mehrere Freizeitteams, die Feuerwehr der Wache Eichlinghofen und die Leichtathleten vom TV Einigkeit Barop. Zudem muss der TuS von Mitte März bis zum 30. Mai neben dem Trainingsbetrieb an fünf Tagen in der Woche von 16 bis 20.30 Uhr noch 71 Meisterschaftspiele absolvieren. „Wenn der Platz gesperrt werden muss, stirbt der Verein”, glaubt Janßen. Auf andere Anlagen auszuweichen sei fast unmöglich, da die meisten ebenfalls eifrig bespielt würden.
Die einzige Chance für den TuS sei die Sanierung. Pläne und Finanzierungsmodelle gibt es bereits. Der Verein ist bereit, „erhebliche Eigenleistungen” aufzubringen. Doch die Stadt müsste zusäthlich 480 000 Euro mit in das Projekt stecken. Die Frage, was nun wird aus dem maroden Stadion, soll Stadtkämmerer Jörg Stüdemann beantworten, der TuS hat ihm einen offenen Brief geschrieben. Janßen hofft, dass der Kunstrasen ein Thema bei einer Sitzung mit Dortmunder Vereinsvertretern im Rathaus am 24. Februar sein wird. Nicht nur er will Antworten: „Andere Vereine sind auch nicht besser dran.”
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