OB Sierau will Hoesch-Gasometer zu Kletter-Paradies umbauen

Eines von Dortmunds Wahrzeichen steht eine neue Zukunft bevor: Oberbürgermeister Ullrich Sierau will das Innere des fast 77 Meter hohen Hoesch-Gasometers zum Kletter-Paradies ausbauen. Das sei bundesweit einzigartig, so Sierau. Schon in den nächsten Wochen sollen dazu Planungsskizzen entstehen.

Dortmund.. Wo einst bis zu 120.000 Kubikmeter Kokerei- und Hochofengas gespeichert wurden, sollen demnächst Sportler ein Zuhause finden.Die Aussicht verkündete Oberbürgermeister Ullrich Sierau am Mittwochabend (7. Mai) überraschend beim "Wahlkampfgipfel" im Lensing-Care.

"Gespräche mit dem Dortmunder Alpenverein"

Franz Große-Kreul, Projektleiter der Entwicklungsgesellschaft NRW-Urban, bestätigt solche Pläne. "Es gibt Gespräche mit dem Dortmunder Alpenverein." Der möchte in dem fast 77 Meter hohen Hoesch-Gasometer auf Phoenix-West ein Sektionszentrum errichten. Kletterzentrum sei nicht das richtige Wort, sagt Klaus Steenweg, 2. Vorsitzender. "Wir würden unsere Aktivitäten gern an einem Ort bündeln."

Bislang nutzt der Verein, der zu den größten in Dortmund gehört, zum Trainieren den Kletterturm in Dorstfeld und verschiedene Turnhallen. Die Geschäftsstelle sitzt in den Räumen des Stadtsportbunds. Der Gasometer könnte ein Zentrum werden, das Büros mit Veranstaltungs- und Lagerräumen, Bibliothek und eigenen Sportmöglichkeiten vereint, so Steenweg. Der denkmalgeschützte Speicher böte mehr oder weniger die "Hülle" für ein Haus-im-Haus-Konzept. Ob auch Externe im Hörder Wahrzeichen herumklettern dürfen, sei wie vieles noch völlig offen.

Die Stadt spricht von einer "hochspannenden Idee", die "den Standort Phoenix West aufwerten würde". Auch Gastronomie und Beherbergungsmöglichkeiten seien denkbar. Das Projekt könne Strahlkraft über Dortmund hinaus entwickeln.

Planungsskizzen in den nächsten Wochen

Die Partner haben vereinbart, dass der Alpenverein in den nächsten Wochen erste Planungsskizzen erstellt. Auf dieser Grundlage will die Stadt dann eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben um zu klären, ob und unter welchen Bedingungen die außergewöhnliche Idee realisiert werden kann. Der Hoesch-Gasometer in Zahlen
Der Gasometer ist 76,5 Meter hoch; Durchmesser: 49 Meter.
Das Fassungsvermögen beträgt 120.000 Kubikmeter.
Seit 2002 steht er auf der Denkmalliste der Stadt.
Nach der Stilllegung des Hochofenwerks 1998/99 wurde der Gasometer mit dem Werksgelände in den Grundstücksfonds des Landes NRW übernommen.
Vermarktung und Entwicklung erfolgen durch NRW-Urban