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Noch ist Ruhe am Gardenkamp

04.03.2008 | 17:29 Uhr

Eichlinghofen. Die Grünen stimmen dem Ausbau des Gardenkamps nur ohne Anbindung an die Uni-Südtangente zu. Schluckt die SPD diese Kröte nicht, stirbt das Projekt.

Das Projekt Gardenkamp/Vogelpothsweg kreist somit einmal mehr in der Warteschleife. Die lange Jahre von der SPD versprochene, neue Verkehrsachse zur Universität wird auf der Zielgeraden noch einmal von den Grünen ausgebremst. "Klärungsbedarf" heißt die offizielle Vokabel, mit der bereits der Ausschuss für Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen (AUSW) den Baubeschluss auf den 9. April vertagt hat - dementsprechend können auch Haupt- und Finanzausschuss sowie der Rat im März nicht mehr entscheiden. Lediglich die Bezirksvertretung Hombruch rückte mit ihrer gestrigen Beratung wieder an die "richtige Stelle der Gremienfolge", sollen doch die örtlichen Parteienvertreter den Fachausschüssen beratend zur Seite stehen.

Dabei hatte die SPD gestern beim Änderungsantrag des grünen Koalitionspartners mehrheitlich eher die Faust in der Tasche. Das wollte in der Debatte so zwar niemand zugeben, doch hinter vorgehaltener Hand ("Von mir haben Sie das aber nicht") mischten sich Ärger und Resignation: Wollte man nicht den gesamten Ausbau der neuen Uni-Verkehrsachse nach mehr als zehn Jahren Baurecht (!) aufs Spiel setzen, musste der Antrag, vielfach zähneknirschend, abgesegnet werden. Die CDU nämlich lehnt das Gesamtprojekt ohnehin ab.

Hintergrund ist bei Grünen wie Schwarzen, wenn auch mit umgekehrten Vorzeichen, die Position zur Uni-Südtangente: Während die CDU unbeirrt nach wie vor das einzige Heil im längst als unbezahlbar berechneten Weiterbau des Torsos sieht, wollten die Grünen die umstrittene Straße immer schon abreißen. Das aber ließe sich mit einer Anbindung ja nun nicht mehr vereinbaren.

Eine klare Meinung dazu vertritt der örtlich zuständige SPD-Ratsvertreter Olaf Radtke. Er formuliert sein "Unverständnis" über die neueste Bedingung des (machtbewussten) Mehrheitsbeschaffers. Für Radtke bleibt es völlig unsinnig, die vorhandene Straße nicht an die neue anzubinden. Dass im Neubaugebiet Gardenkamp jedoch alles beklatscht wird, was das Straßenprojekt gefährdet oder auch nur verzögert, weiß Radtke, schielt aber nicht auf diese Wählerstimmen. Denn: Schon als die ersten hier ihre Häuser bauten, stand der Bebauungsplan für die neue Straße.

Dass es dann (auch schon mangels eigener Mehrheiten) am Geld für dieses SPD-getragene Projekt fehlte, trieb die Kosten hoch. "Um Millionen", schätzt Radtke. "Alles, was jetzt noch länger dauert, macht es immer teurer ". Schon heute stehen fünf Millionen Euro Gesamtinvestitionsvolumen im Verwaltungspapier für den Baubeschluss.

Von Katrin Kroemer

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