Neue Chance für neuen Pächter
13.02.2012 | 18:05 Uhr 2012-02-13T18:05:00+0100
Aplerbeck. „Es war das Lokal in Aplerbeck.“ Nicht nur Heimathistoriker Wolfgang Noczynski gerät ins Schwärmen, wenn er an die große Zeit der Gaststätte „Waldschlösschen“ denkt. Doch es gibt auch Gerüchte, dass das Gebäude bald selbst Geschichte sein könnte.
„Es war das Lokal in Aplerbeck.“ Nicht nur Heimathistoriker Wolfgang Noczynski gerät ins Schwärmen, wenn er an die große Zeit der Gaststätte „Waldschlösschen“ an der Schwerter Straße 211 denkt. Doch es gibt auch Gerüchte, dass das Gebäude bald selbst Geschichte sein könnte. Eigentumswohnungen sollen dort angeblich entstehen. Die Eigentümer winken allerdings ab. „Wir suchen derzeit einen neuen Pächter.“ Alles andere sei aktuell noch kein Thema.
Kein Nachfolger
Sollte es doch soweit kommen, gehe ein Stück Tradition verloren, weiß Wolfgang Noczynski. Für ihn ist der Aufstieg der inzwischen geschlossenen Gaststätte vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg ganz eng mit dem Wirteehepaar Fritz und Anita Cubig-Steltig verbunden. „Fritz war ein toller Koch. Hier ging man auch Weihnachten hin, feierte seine Familienfeste“, weiß der Aplerbecker Chronist.
Doch als das Paar älter wurde, standen sie vor dem Problem: Wer übernimmt die Nachfolge? „Ihr Sohn wollte nicht, zog weg.“ Schließlich wurde das Gebäude an die jetzigen Besitzer verkaufte – inklusive seiner langen Historie. Denn „schon 1908 war die Gastwirtschaft im Eigentum vom Bäcker und Wirt Heinrich Saamann, 1922 übernahm Willi Saamann“.
Und auch der Krieg machten vor dem „Waldschlösschen“ keinen Halt. „Ende des Zweiten Weltkrieges waren im Saal deutsche Flüchtlinge untergebracht.“ Selbst diese schwierige Zeit überstand das Anwesen, es folgte der Aufstieg unter dem Ehepaar Cubig-Steltig.
Zurück zur Gegenwart. Dass an der Schwerter Straße 211 Eigentumswohnungen gebaut werden könnten, ist für Bezirksbürgermeister Sascha Mader zwar „neu, aber ohne weiteres denkbar“. Eine entsprechende Genehmigung zur Umwandlung des Gewerbebetriebs sollte nicht zum Problem werden. Und Mader scheint nicht wirklich überrascht zu sein. „Generell ist es im ganzen Stadtgebiet schwierig, in der Gastronomie Geld zu verdienen.“ In vielen Ortsteile gebe es nur ein Lokal. „Es ist bestenfalls noch ein Drittel der Gaststätten da, die wir mal hatten“, schätzt Mader.
Aber – wie gesagt – erst einmal soll ein neuer Pächter seine Chance bekommen.
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