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Syburg

Nazi-Kranz mehr als Provokation

14.11.2011 | 17:42 Uhr

Syburg.   Ein Kranz mit nationalen Parolen hat am Volkstrauertag für Aufregung bei den Teilnehmern einer Gedenkfeier in den Syburger Ruinen gesorgt.

Ein Kranz mit nationalen Parolen hat am Volkstrauertag für Aufregung bei den Teilnehmern einer Gedenkfeier in den Syburger Ruinen gesorgt.

„Den gefallenen Helden unseres Volkes“ soll laut eines Augenzeugen auf der einen Seite der Schleife gestanden haben. Auf der anderen Seite unterschrieben die Verfasser: „Soziale Nationalisten“. Zahlreiche Besucher, unter ihnen die Mitglieder der Chorgemeinschaft Syburg, reagierten „entsetzt und geschockt“ als sie am Sonntag gegen 11 Uhr zu den Ruinen kamen und den Kranz entdeckten, sagte Sänger Karl-Heinz Hembach. Einige der Chorbrüder weigerten sich spontan, im Angesicht des Kranzes zu singen. Dass Neonazis den Sinn des Volkstrauertages entstellten und für ihre „Heldenverehrung“ instrumentalisierten, sei „kaum zu ertragen“, sagt Hembach.

Die eilig gerufene Polizei hätte den Kranz eingehend inspiziert und zunächst auch entfernt, so dass die geplante Gedenkfeier ungestört stattfinden konnte.

Letztlich musste das Gebinde jedoch wieder am Grabmal des unbekannten Soldaten platziert werden: Der Text erfülle nicht den Tatbestand der Volksverhetzung und sei nicht verfassungswidrig, hieß es von Seiten der Polizei. Deren Sprecher konnte allerdings nachempfinden, dass zahlreiche Anwesende den Kranz als „provokant und pietätslos“ empfunden hätten.

Der ebenfalls anwesende Syburger Pfarrer Ralf Greth sah in dem Kranz „mehr als eine Provokation und einen Hinweis darauf, welche rechten Aktivitäten in Dortmund im Gange sind.“

Um welche Aktivitäten es sich dabei handelte, darüber gab es bereits am Sonntag Gerüchte, die sich nun zu bewahrheiten scheinen: So sollen etwa 85 Neonazis in der Nacht zu Sonntag unter dem Absingen von nationalen Liedern einen Fackelmarsch am Kaiser-Wilhelm-Denkmal sowie durch die Ruinen der Syburg veranstaltet und dabei den Kranz niedergelegt haben. Auf einer rechten Website im Internet gibt es dazu ausführliche Berichte und Fotos. Dass offenbar ein Besucher der Gedenkfeier die Schleife am Kranz entfernte, ließ die Rechten von einer „Schändung des Gedenkkranzes“ schreiben.

Die Dortmunder Antifa reagierte mit harscher Kritik an den „Sonntagsreden“ der Politik auf die Aktionen der Rechten.

Auch Pfarrer Greth hält es für wichtig, die Öffentlichkeit für die Gefahr von rechts zu sensibilisieren: „Das Thema lässt sich längst nicht mehr herunterkochen“.

Janis Brinkmann

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Kommentare
16.11.2011
23:45
Dortmund deine Rechten
von H.P.BArkam | #11

Es ist schon erstaunlich, dass der Rechte Mob Dortmunds mittlerweile machen kann was er will. 85 Neonazis wandern grölend durch die Gegend und nicht ein Polizist in der Nähe?
Wenn dem so war, wäre das wohl mehr als unverantwortlich, wo doch in letzter Zeit mehrere Körperverletzungen durch Rechtsextremisten in Dortmund verübt wurden und jetzt schon ein Stadtteil Dortmunds unter dem Terror der Nazis leidet.
Was mich Angesichts der aktuellen Vorkommnisse rund um die Verschleierung des Deutschen Rechtsextremismus interessieren würde: Haben auch hier Informanten mitgemacht, die alles unter Kontrolle hatten? Womöglich sogar den Kranz finanziert?
Ob die auch, wie die engagierten Organisationen gegen Rechts, eine Erklärung unterschreiben müssen (oder mussten), dass sie jegliche Form extremistischer, daher deutschfeindliche Handlungen ablehnen und keinerlei Kontakte zu solchen Gruppierungen unterhalten?

16.11.2011
22:03
Helden:
von Hagrid | #10

Und diejenigen Gefallenen, die keine Untaten begangen haben, sind für mich bedauernswerte Opfer eines verbrecherischen Regimes und seines Krieges. Deswegen verdienen sie unser Gedenken und die Trauer darüber, dass sie kein besseres und längeres Leben führen durften. Das wurde ihnen von einem nationalistischen Wahn geraubt.

15.11.2011
19:58
@6 "AndyMayer"
von bolla | #9

Ihr Weltbild gerät noch nicht ins ins Wanken? Neuer Nick, gleiche Gesinnung. Ihre "Helden" waren Mörder und haben millionenfaches Elend gebracht.

15.11.2011
14:50
Helden?
von Elfentraum | #8

Fragen wir mal Tante Wikipedia zum Thema Held: "Ein Held (griechisch ἥρως hḗrōs, althochdeutsch helido) ist eine Person mit besonders herausragenden Fähigkeiten oder Eigenschaften, die sie zu besonders hervorragenden Leistungen, sog. Heldentaten, treibt."

Aha, besonders herausragende Fähigkeiten oder Eigenschaften machen einen Helden aus ... und dazu gehört nach Meinung der "sozialen Nationalisten" also auch, in einem Krieg getötet zu werden. Wow, ich bin beeindruckt. Was für eine Fähigkeit.
Kleiner Vorschlag an diese "Nationalisten", um auch Heldenruhm zu erlangen: Begeht doch bitte kollektiven Selbstmord. Dann herrscht auch über Euren Gräbern endlich Frieden.

15.11.2011
14:10
Helden
von KuKu | #7

Welcher Helden haben die K...braunen den Gedacht? An die Helden die im Warschauer Ghetto Tausende getötet haben? An die Helden die in ganz Europa Alte, Frauen und Kinder umgebracht haben? An die Helden die überall in Europa Juden, Sinti und Roma, Schwule und Andersdenkende mit Waffengewalt zusammengetrieben haben um sie in Konzentrationslager zu bringen und dort zu ermorden?
Zu #6: Halten die Nazis über den Gräbern der von ihmem Verfolgten und getöteten auch Frieden?
Zum Schluss ein einfaches Ratespiel: Mit welchem Symbol werden die meisten Grabsteine in Deutschland verziert? Antwort: Es ist das Hakenkreuz.

15.11.2011
13:50
Unwürdige Hysterie
von AndyMayer | #6

Der Text auf der Kranzschleife der nationalen Sozialisten erfüllte nach polizeilicher Überprüfung nicht den Tatbestand der Volksverhetzung und ist nicht verfassungswidrig - wo also liegt dann das Problem?

Gerade beim Gedenken an die Opfer der Kriege sollte man angemessenes Verhalten erwarten können und gilt denn nicht der alte Spruch:"Über den Gräbern herrscht Frieden"? Man stelle sich nur einmal vor, dass Rechte direkt nach der jährlichen Gedenkfeier in der Bittermark Kränze oder Kranzschleifen entfernen, weil ihnen das darauf geschriebene oder die Absender nicht passen.

Das es bei Anwendung der vielgepriesenen Toleranz, Demokratie und Vielfalt auch anders geht, bewies wohl Bürgermeisterin Jörder (SPD), die bei der offiziellen Kranzniederlegung am Ehrenmal auf dem Hauptfriedhof auch anwesende rechte Jugendliche begrüsste und niemand nahm Anstoss daran, dass in Rahmen der Feierstunde auch von diesen Blumen am Ehrenmal niederlegten. Es geht also auch ohne hysterische Anfälle, Polizei, Staatsschutz und rechtswidriges Entfernen von Kranzschleifen.




15.11.2011
13:46
Das Recht brechen.
von mokdo | #5

Was soll die Polizei machen, die "Täter" in U-Haft nehmen. Auf dem Kranz stand "Den gefallene Helden unseres Volkes". Damit sind deutsche Soldaten gemeint.

Merkwürdig wie hier einige meinen der Staat müsse das Recht brechen, und andere Meinungen unterdrücken. Das unterstellt man doch eigentlich immer den Rechten.

15.11.2011
09:57
Gute Nacht
von matambo | #4

der Staatsschutz pennt !

15.11.2011
08:13
Wieso ...
von Elfentraum | #3

... kann sowas eigentlich ungesehen passieren? Ich dachte, wir hätten einen Verfassungsschutz ...

14.11.2011
20:19
Hohl...
von bolla | #2

...mit H. War klar. Hat aber keiner gemerkt.

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