Nach Ärger um Pferdemist: Jetzt reden die Reiter

Pferdemist auf dem Bürgersteig: Die Bezirksvertretung Hombruch will das "Apfelproblem" an der Löttringhauser Straße bekämpfen - mit Kontrollen durch die Reiterstaffel. Jetzt melden sich die Reiter zu Wort, die ihre Pferde bei Oehmchen stehen haben. Sie sagen: Das Problem sind die rücksichtslosen Autofahrer.

Löttringhausen.. Bürger haben an CDU-Fraktionssprecher Hans-Jürgen Grotjahn herangetragen, dass die Gehwege von der Eichhoffstraße bis zur Kruckeler Straße am Wald ständig durch Pferdemist verschmutzt seien. Der Lösungsansatz, den die Bezirksvertretung im Blick hat: Kontrollen der Reiter durch die Reiterstaffel der Polizei.

Die Straßenverkehrsordnung schreibt vor, auf der Straße zu reiten - nicht auf dem Gehweg. "Aber ich sehe nicht ein, mein Tier und mich in Gefahr zu bringen", sagt Julia Heinrichs, die ein englisches Vollblut reitet. "Die Autos auf dem Problemstück der Löttringhauser Straße fahren hupend, ohne Sicherheitsabstand, mit fünf Zentimetern Luft dazwischen an uns Reitern vorbei, wenn wir die Straße nutzen. Das erschreckt die Pferde und ist hochgradig gefährlich."

Stolpernde Pferde

Wenn sich ein Pferd erschrecke, versuche es, zur Seite wegzuspringen - und stolpere womöglich über den Bordstein. "Oder es fängt an zu rennen, was auf Asphalt schnell mal dazu führt, dass das Pferd ausrutscht", sagt Heinrichs. "Und ich möchte eigentlich nur ungern auf der Straße liegen."

Auch Lara Bebic, die mit ihrem Haflinger oft ausreitet, ist verärgert über rücksichtslose Autofahrer. "Ständig wird gehupt, weil man uns Reitern mitteilen will, dass wir nichts auf der Straße zu suchen hätten. Was ja nicht der Fall ist. Die Reiterstaffel hat bestimmt Besseres zu tun, als uns zu kontrollieren."

Reitern fordern Tempo-30-Zone

Kontrollieren, sagt Bebic, solle man lieber mal die Autofahrer. "An die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometer halten sich die wenigsten."Kerstin Middelanis sagt, dass sie Bürger, die sich über Pferdeäpfel ärgern, verstehen könne. Aber damit sich an der Situation etwas ändere, brauche es keine Kontrolle durch die Reiterstaffel - sondern Autofahrer, die Rücksicht auf Reiter nehmen, und am besten eine Tempo-30-Zone.

Kerstin Middelanis hat noch eine Idee für die Bezirksvertretung: Einen der beiden Gehwege entlang des Problemstücks der Löttringhauser Straße den Reitern zuzusprechen, um sie zu schützen.