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Zeche Crone

Nach 30 Jahren kommen die Bagger

10.05.2010 | 17:44 Uhr
Nach 30 Jahren kommen die Bagger

Hacheney. Die Zechenbrache Crone in Hacheney – mit 13 Hektar eine der letzten großen Industrieflächen Dortmunds – steht kurz vor der Bebauung. Schon im Herbst nächsten Jahres will Hellweg dort seinen neuen Baumarkt einweihen. Die „RAG Montan-Immobilien” plant daneben Wohnbebauung.

Fast 30 Jahre lang standen solche Vorhaben bisher nur auf dem Reißbrett. Gründe gab es genug: Es fehlte bisher der politische Wille und es gibt Altlasten, die dort im Boden schlummern. Arsen, das Lösungsmittel Nepthalin, BTX-Aromaten (Abkürzung für Benzol) haben Gutachter bereits in den 80er Jahren an mehreren Stellen im Haldenbereich gefunden. Dieses fünf Hektar große Gelände, wo nun der Baumarkt stehen soll, gehörte damals den Dortmunder Stadtwerken (DSW), die 1988 vergeblich versuchten, es an die Stadt zu verkaufen.

36 Millionen Mark waren zuviel

Die Sanierungskosten, die mit 36 Millionen Mark veranschlagt wurden, waren der DSW zu hoch. Sie hätten 70 Mark über dem Kaufpreis gelegen, der dort galt. Daher wurden weitere Gutachten erst gar nicht in Auftrag gegeben.

Inzwischen haben die Stadtwerke ihren Anteil am „Crone-Kuchen” an die Hellweg-Baumärkte verkauft, die vor zwei Wochen ein renommiertes Unternehmen damit beauftragt haben, Bodenuntersuchungen auf dem Gelände zwischen Zillestraße und Hacheneyer Kirchweg vorzunehmen. Das Geotechnik-Institut aus Kirchhörde, das unter anderem die Gutachten für Phoenix-Ost und zur Renaturierung des Schondelle-Bach erstellte, ist dort oberflächennahem Bergbau auf der Spur. Noch einmal zwei Wochen dürften ins Land gehen, schätzt Projektleiter Burkhard Lisiecki, bis klar ist, ob die stillgelegten Flöze „Girondelle I, II, III und IV” ordentlich verfüllt sind.

Bis zu 50 Meter tief arbeitet sich das Raupenbohrgerät auf der Zechenbrache in die Erde. Doch nur die ersten 25 Meter sind von Bedeutung. Sind die nicht richtig abgesichert, können Tagesbrüche entstehen. Anschließend wird nach Altlasten gesucht. Und da ein Baumarkt als Gewerbe gilt, sind auf solchen Flächen die Vorschriften zur Beseitigung der Schadstoffe deutlich geringer, als bei Wohnbebauung, erklärt Markurs Halfmann, Sachgruppenleiter bei der Unteren Bodenschutzbehörde: „Da reicht es aus, den Boden durchzupflügen und zu versiegeln”.

Probleme möglich bei Stadtbahnverlängerung

Sollte jedoch die Stadtbahntrasse von Hacheney an der B 54 über die Crone-Brache weiter nach Wellinghofen geführt werden, gäbe es beim Bauen größere Probleme: „Dort sind wesentlich mehr Schadstoffe im Boden”, befürchtet Halfmann. Doch die Stadtbahnverlängerung ist noch ferne Zukunftsmusik – auch für die Kfz- und Schrottbetriebe, die im Trassenbereich ihre Werkstätten haben.

Auch die RAG Montan-Immobilien muss für die Bodenaufbereitung auf ihrem acht Hektar großen Grundstück tief in die Tasche greifen, wenn sie dort Eigenheime errichten will. Allein 5,5 Millionen Euro sind für die Altlastenentsorgung vorgesehen, weiß Halfmann. Und das, obwohl dieses Bodenstück vom „Crone-Kuchen” weniger Schadstoffe enthält, als das Hellweg-Gelände. Die Auflagen für Wohnbebauung sind eben strenger.

In seinen neuen Baumarkt will Hellweg inklusive Bodenaufbereitung knapp 20 Millionen Euro investieren, sagt Unternehmenssprecherin Nicole Bolle. Dafür wird der Baumarktstandort an der Hörder Hermannstraße dicht gemacht. Doch der Tausch lohnt sich: Von derzeit 8000 qm Verkaufsfläche wird die Filiale auf 10 000 am vergrößert, ebenso sind wesentlich mehr Parkplätze vorgesehen. Das Unternehmen peilt die Eröffnung Ende nächsten Jahres an.

Dabei ist noch nicht einmal der Aufstellungsbeschluss für den neuen Bebauungsplan „Hö 225n” vom Rat verabschiedet worden. Dieser Antrag steht am Mittwoch, 12. Mai, auf der Tagesordnung des Ausschusse für Umwelt, Stadtgestaltung, Wohnen und Immobilien. Die Bezirksvertretung Hörde hat jedenfalls schon grünes Licht gegeben.

Susanne Meyer

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