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Moderne Zeiten am Marksbach

14.12.2012 | 17:52 Uhr
Moderne Zeiten am Marksbach
Stationsleiter Michael Barlach zeigt die neuen technischen Einrichtungen.Foto: Ralf Rottmann

Hörde.   Drei Millionen wurden investiert. Die neue Station soll auch ein Zeichen setzen.

Gelb und Orange sind die Grundtöne. Sanfte, beruhigende Farben. Auf der noch unbelegten neuen Intensivstation des Hüttenhospitals am Marksbach wirken sie bei warmem Licht richtig wohnlich. Bald werden hier schwer kranke Patienten liegen und um ihr Leben ringen. Das Hüttenhospital ist stolz, ihnen nicht nur Beruhigung bieten zu können. Sondern modernste Bedingungen.

Verunsicherung ist vorbei

Drei Millionen Euro wurden in die binnen fünf Monaten neu gebaute Intensivstation investiert. „Diese Investition ist ein Zeichen für den Fortbestand und Ausbau unserer medizinischen Leistungen“, sagt René Thiemann, Geschäftsführer des 1858 gegründeten Hüttenhospitals. Vor der Rettung des früheren Trägers BKK Hoesch durch eine Fusion mit der BKK vor Ort hatte es eine Phase der Verunsicherung gegeben. Jetzt wird nach vorne geschaut. Gestern war Regierungspräsident Gerd Bollermann zur Einweihung der neuen Räume im Haus und fand lauter lobende Worte für das Hospital, das sich auf die immer wichtiger werdende Geriatrie spezialisiert hat.

INFO
3500 Patienten pro Jahr

Das Hüttenhospital verfügt über 144 Betten.

Es behandelt in seinen Fachabteilungen Innere Medizin, Geriatrie und in der Geriatrischen Tagesklinik jährlich rund 3500 Patienten.

Rund 230 Mitarbeiter sind im Hüttenhospital beschäftigt. Träger ist seit dem 1. Oktober die BKK vor Ort.

Und genau auf diesem Gebiet passt sich die neue Intensivstation wie das fehlende Glied in eine Kette ein. Mit dem speziellen Wissen über die Versorgung der älteren, meist von vielen Krankheitsbildern gleichzeitig gezeichneten Patienten stand das Hüttenhospital in der Region schon ziemlich allein. Mit den sieben neuen Intensivbetten verfüge man nun auch über „alle Möglichkeiten der akuten Diagnostik“, so der Ärztliche Direktor des Hauses, Prof. Dr. Norbert Wrobel. Den älteren, mehrfach erkrankten, kurz: den schwierigsten Patienten könne im Hüttenhospital nun optimale Versorgung geboten werden.

Die einzeln geschleusten Zimmer mit entsprechender Lüftungstechnik sind je 22 Quadratmeter groß. Eines bietet die Möglichkeit, einen Angehörigen miteinzuquartieren. Alle Technik wächst aus der Decke heraus nach unten - nichts lagert mehr am Boden. Das sei entscheidend für die Hygiene, erläutert Pflegedienstleiter Ulf Raith. „Alles, was auf dem Boden steht, ist ein Staubfänger“. Anfang Januar wird die Station bezogen. Die Klinikdirektion geht davon aus, dass sie binnen kürzester Zeit ausgebucht ist. Denn: Der Bedarf für die spezialisierte Leistung des Hüttenhospitals ist nicht nur in Statistiken über die Bevölkerungsentwicklung zu erahnen. Er ist faktisch da. Oft genug stelle sich schon heute die Frage, wohin mit akut erkrankten, multimorbiden Menschen.

„Hygiene“, sagt Norbert Wrobel, „das ist ein Thema, das uns nicht mehr loslassen wird.“ All die Schlagzeilen über multiresistente Keime, das sei nur ein Anfang gewesen. Und besonders betroffen seien ältere Menschen. „Sie sind in ihrer Immunlage, ähnlich wie Neugeborene, eingeschränkt.“

Heute werde bereits mit Erregern gerechnet, die noch gefährlicher seien als die bedrohlichen MRSA-Keime. „Dieses Problem haben wir in Deutschland fast im Griff“, sagt Wrobel. „Aber wenn die MRSA-Keime ein Beinbruch waren, dann ist die nächste Generation ein Genickbruch.“

Solche Szenarien sind es, auf die sich das Hüttenhospital mit seiner Neuinvestition in die Intensivstation einrichtet.

Jürgen Potthoff



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