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Markt ohne Schreier kommt an

11.11.2012 | 17:02 Uhr
Markt ohne Schreier kommt an
Karussell für die Kleinen: Der Martinimarkt in Hombruch mag’s gemütlich.Foto: Michael Printz

Hombruch.   „Urgemütlich“ fanden Händler und Kunden den Martinimarkt in Hombruch. Gut besucht war er auch.

Wenn in der Hombrucher Fußgängerzone ein Pony trottet, muss etwas Besonderes los sein. Und wirklich: Die Ponys sind am Sonntag eine der vielen Attraktionen auf dem Martinimarkt. Zum zwölften Mal gibt es in Hombruch zu St. Martin solch einen Bauernmarkt, diesmal kombiniert mit verkaufsoffenem Sonntag.

Den Takt zum Markttreiben schlägt Josef Wawer. Er hämmert Silberlöffelchen platt. Am Stand zu seiner Linken sieht man, warum. Dort drängen sich die Leute, um seinen Schmuck: Ringe aus Löf-felstielen, Ketten mit Kuchengabel-Anhängern, Armbänder, bei denen die Gabelzinken so kunstvoll verbogen sind, dass man erst auf den zweiten Blick erkennt, dass dieses Schmuckstück mal Besteck war. Schon in den 60-er Jahren hat er Hippies an der Straße sitzen sehen, die Omas gutes Silberbesteck umarbeiteten, erzählt Wawer. Erst vor vier Jahren griff der verrentete Elektriker selbst zum Hammer.

Er ist nicht der einzige, der auf dem Markt werkelt. Am Woll- und Häkelstand von Ortrud Braun präsentiert ihr Sohn Mike den addi-Express, eine Strickmaschine. Eigentlich sollen Kinder sie testen, aber die interessieren sich wohl mehr für Ponys, Gänse und Karussell. Stattdessen fachsimpelt ein erwachsener Kunde, ob man die Leistung des Express-Strickers nicht mittels Elektrik weiter optimieren könne. Ortrud Braun ist mit ihrem Stand zum ersten Mal in Hombruch. Ein bisschen Angst habe sie vorher gehabt, man wisse ja nie, was auf einen zukomme. Doch sie ist positiv überrascht. „Urgemütlich“ sei es hier. „Solche Märkte mag ich am liebsten.“

Weder auf dem Markt noch in den Geschäften herrscht die übliche Hektik, wie man sie von ver-kaufsoffenen Sonntagen kennt – mit Gedränge bis zur Platzangst und nicht enden wollenden Warte-schlangen vor jeder Kasse. Trotzdem profitieren die umliegenden Geschäfte vom Martinimarkt. Sogar im Reisebüro sitzt Kundschaft – warum auch nicht entspannt am Sonntag den nächsten Urlaub planen?

Daniela Moschberger



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