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Marie-Reinders-Realschule hält Schüler auf Trab

07.02.2013 | 11:00 Uhr
Nach dem Oberbürgermeister eroberten Schüler die Bahn beim Indoor Trail in der Westfalenhalle.Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.  Das Klischee will, dass sich Kinder und Jugendliche zu wenig bewegen. Die Marie-Reinders-Realschule in Dortmund-Hörde steuert gegen den Trend und impft den Schülern das Lauf-Virus ein. Auch beim Indoor-Trail in der Westfalenhalle wird die Schule vertreten sein.

Wenn es immer heißt, dass sich unsere Jugend nur zwischen Couch und Kühlschrank bewegen kann, trifft das offenbar nicht auf die Pennäler der Hörder Marie-Reinders-Realschule zu. Obwohl die Schule im eher grauen und tristen Teil des ehemaligen Industrie-Standorts steht, hält Schulleiter Jörg Skubinn die Kinder auf Trab – im „Laufparadies Hörde“, wie der passionierte Läufer es nennt.

Am 23. Februar nimmt die Schule am Indoor-Trail in der Westfalenhalle teil und einen Großteil der insgesamt rund 1000 angemeldeten Kinder stellen. Wir sprachen mit Skubinn über den Sport als pädagogisches Mittel.

Herr Skubinn, Ihre Schule gilt als sehr sportlich. Welche Rolle nimmt die Marie-Reinders-Schule beim Indoor-Trail in der Westfalenhalle ein?

Jörg Skubinn: Wir nehmen mit 350 von 540 Schülerinnen und Schülern am Kidslauf teil. Das ist eine große Anzahl, auf die wir sehr stolz sind. Aber wir haben die Kinder im Sportunterricht langfristig darauf vorbereitet. In unserem Schulprogramm nimmt das einen großen Stellenwert ein. Die Kinder sind schon ganz begeistert.

Video
In Dortmund laufen vom 6. bis 8. November die Weltmeisterschaften im Trailrun. Auftakt war auf Phoenix-West.

Woher kommt die Laufbegeisterung?

Skubinn: Zum einen haben wir sehr laufbegeisterte Kolleginnen und Kollegen. Ich selbst bin auch Läufer. Der Event-Charakter des Indoor-Trails hat aber auch zu der Begeisterung der Kinder beigetragen. Auch die Eltern haben mitgezogen und inzwischen gehört das zur Kultur unserer Schule. Mittlerweile bietet sogar die Schulpflegschaft einen Lauftreff nur für Eltern der Schule an. Wir merken, dass sich da eine gewachsene Struktur entwickelt.

Laufen in Dortmund

Bei den Trailrun Wolrd Masters auf dem Phoenix-Gelände stand Ihre Schule als Kabinentrakt und Übernachtungsmöglichkeit für die Sportler zur Verfügung. War das der Starschuss für die Laufbegeisterung?

Skubinn: Für die Schule war das so. Ich selbst bin 2008 zur Schule gekommen und habe das dann auch forciert, weil ich begeisterter Läufer bin. Bei den World Masters hatten wir eine besondere Situation, weil drei Kolleginnen und Kollegen teilgenommen hatten und wir zum ersten Mal mit 200 Schülern dabei waren. Das hat uns dann auch dazu gebracht, beim 24-Stunden-Lauf teilzunehmen oder im vergangenen Jahr beim Phoenix-See-Lauf . Diese Lauf-Events haben wir inzwischen fest in den Terminplan übernommen.

Sie bezeichnen Hörde als Laufparadies. Was zeichnet den Ort aus?

Skubinn: Durch die Umstrukturierung haben wir sehr viele Laufmöglichkeiten. Phoenix-West verbindet heute den Rombergpark mit dem Phoenix-See. Da bieten sich tolle Laufstrecken, etwa vom Hochofen in die Bittermark oder den Niederhofener Wald. Das sind Laufstrecken, um die uns sicherlich viele Städte beneiden . Es gibt keine Sekunde, zu der in Hörde nicht jemand läuft.

Für den Eimerlauf war auch der Leiter der Marie-Reinders-Realschule, Jörg Skubinn, an den Start gegangen.

Inwieweit spielt das Laufen in der Pädagogik eine Rolle?

Skubinn: Laufen bietet den Kindern sehr viel. Während man bei anderen Spielen sehr schnell große Unterschiede feststellen kann, ist es so, dass insbesondere beim Trail-Laufen alle Kinder nach ihren Möglichkeiten laufen können. Der Vergleich untereinander ist da nicht so direkt gegeben, sondern jeder kann sich erproben und Geschwindigkeiten oder Streckenlängen testen, ohne gleich festzustellen, dass er nicht geeignet ist. Das bietet den Kindern einen Einstieg in den Sport, den man bei Ballspielen, wo auch technische Dinge im Vordergrund stehen, so nicht hat.

Dann ist Laufen quasi der sozialste Sport?

Skubinn: Es ist mit einem finanziell geringen Aufwand zu betreiben. Sportschuhe haben die Kinder ohnehin. Da bietet sich schnell die Möglichkeit, etwas zu machen. Wenn man an Schwimmen oder andere Sportarten denkt, sind die oft mit Eintrittsgeld verbunden, während man beim Laufen einfach von der Haustür aus loslaufen kann.

24-Stunden-Lauf

Stefan Reinke



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