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Lücklemberger Keller unter Wasser

20.11.2009 | 18:07 Uhr
Lücklemberger Keller unter Wasser

Lücklemberg. Sie sprechen nicht nur vom „Jahrtausendhochwasser” - nein, in Lücklemberg reiche schon „ganz normeler Regen”, um knöcheltief durch das Wasser im Keller zu waten. Sechs bis sieben Mal sei das in der jüngsten Vergangenheit der Fall gewesen, wissen Haus- und Grundstückseigentümer.

Ihre Sorgen, aber auch ihren Frust konnten sie sich bei der Bürgerversammlung von der Seele reden. Rund 80 Anwohner nahmen das Angebot der SPD an, die in die AWo-Begegnungsstätte geladen hatte. Als Gesprächspartner standen Vertreter der Stadtentwässerung und des Tiefbauamts zur Verfügung.

„Haben Sie alles im Griff oder müssen wir weiter unter dem Damoklesschwert leben, dass eine Katastrophe wie im Juli jeder Zeit wieder geschehen kann?", will Karl Kallenbach, Sprecher des Reitervereins Do-Süd mit Sitz im Schondelle-Gebiet, vom Experten wissen. „Bis zum Bauch" hätten die Pferde damals im Wasser gestanden. „Unser gesamtes Reitzentrum verwandelte sich in einen Stausee."

Dr. Christian Falk, Leiter der Stadtentwässerung, antwortete eindeutig: „Nein, Starkregen-Ereignisse wie im Juli 2008 oder im Mai 2009 können und werden wir nicht in den Griff bekommen." Das liege einerseits an der Lage des Reiterhofs in einer Senke, zum anderen weil man sich gegen Katastrophenereignisse prinzipiell nicht schützen könne.

Die Situation ließe sich lediglich ein Stück weit entschärfen. Aber auch in diesem Punkt will der Experte nicht missverstanden werden. Denn: „Hochwasservorsorge heißt nicht, alle Durchlässe beliebig zu vergrößern."

Generell könne er den Betroffenen nur den Tipp geben, sich mit Rückstauklappen zu schützen. „Das entlastet doch nicht den Kanal", lautet ein Einwurf. Überhaupt ist der Kanal im Fokus: Mehrfach äußern Bürger bei dieser Versammlung den Verdacht, dass der Kanal an der Kirchhörder Straße aufgrund der Erschließung von Neubaugebieten möglicherweise viel zu eng sei. Die Stadt dementiert: „Nach den Regeln der Technik ist er richtig dimensioniert."

Mit gemischten Gefühlen stehen die alteingesessenen Lücklemberger den bisherigen und den zukünftigen Neuerschließungen gegenüber. Sie seien nicht ganz unschuldig an der Situation. „Es wird alles zugebaut", sorgt sich eine ältere Dame.

Entwarnung gibt es jedoch im Falle des geplanten Supermarkts an der Kirchhörder Straße. Falk: „Wir genehmigen keinen Bauantrag, ohne nicht vorher geklärt zu haben, wie das Wasser abläuft." Und auch bei den mit Hochwasser kämpfenden Anwohnern am Pinienweg zeichnet sich eine Entscheidung ab: „Wir sind in der Lösungsfindung", so Falk. Spätestens im Januar wolle er sich dazu äußern.

Mirja Zipfel

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