Linke für Baustopp am Gardenkamp
02.09.2009 | 18:17 Uhr 2009-09-02T18:17:00+0200Hombruch. Der Ausbau der Verkehrsachse Gardenkamp/Vogelpothsweg rückt auch nach der Wahl wieder in den Fokus. Diesmal wirft Stefan Müller, der neu gewählte Bezirksvertreter der Linken, den Hut in den Ring.
Er sieht in der Bezirksvertretung Hombruch eine Mehrheit für einen Baustopp – seine Partei jedenfalls lehne den Ausbau aus ökologischen Gründen ab.
„Neun Stimmen von SPD und Grünen sind für den Ausbau, zehn von der Linken und CDU/FDP sind dagegen”, rechnet Müller vor und orakelt: „Das ist ein Fakt, unabhängig wer im Oktober zum Bezirksbürgermeister gewählt wird. Es sei denn, die CDU fällt jetzt um und bricht ihr Wahlversprechen."
Doch Hans Semmler (CDU) winkt ab: Die Kommunalwahlen hätten im Rat nicht die Mehrheitsverhältnisse geschaffen, die einen Baustopp ermöglichen. So wolle er nun versuchen, auch in Verhandlungen mit den Grünen, die Folgen einzudämmen. Dazu zählt für Semmler, die Ostenbergstraße nicht zu schließen.
Das kann sich auch Barbara Brunsing für die Grünen vorstellen. „Erst offen halten und dann sehen, wie sich die Verkehrsströme verteilen”, sieht sie als realistische Möglichkeit. Außerdem warten die Grünen noch auf eine Antwort aus der Verwaltung: Sie hatten eine neue Verkehrszählung beantragt. Und die Grünen warten auch auf die Verhandlungen mit den großen Parteien. Mit wem Hochzeit gehalten wird, entscheidet der Ortsverband anhand der meisten übereinstimmenden Inhalte, sagt Brunsing, und will sich da auch keine Marschroute aus dem Rathaus vorschreiben lassen. Bisher lag die Übereinstimmung am Gardenkamp klar bei Rot-Grün, weiß SPD-Ratsvertreter Olaf Radtke und will davon auch nicht abweichen. Hohe Schadensersatzzahlungen drohten der Stadt bei einem Baustopp – und als Folge blieben die Bürger in Klein- und Groß-Barop ohne Entlastung. kroe
11:40
Hallo Herr Müller, danke für die Antwort.
Um Ihre Zweifel gleich zu beseitigen: Mein Elternhaus steht in Barop Nähe Palmweide und Krückenweg, in meiner Kindheit habe ich auf den Feldern gespielt, auf denen heute die Uni steht, ich habe später am Campus Süd studiert und danach auch dort gearbeitet und somit 30 Jahre meines Lebens mit dem Thema verbracht.
Die Stockumer Str. ist nicht erst seit zehn Jahren täglich zu. Sie war und ist eine Haupttrasse für den innerstädtischen Verkehr in Ost-West-Richtung. Der Gardenkamp-Neubau dient nicht zur Anlockung von zusätzlichen Verkehrsströmen, von denen mir immer noch keiner der Gegner erklären kann, wo die denn herkommen sollen.
Der neue Gardenkamp wird die Anwohner von Ostenbergstr. und Lehnertweg in *Klein*-Barop, die Anwohner des *Groß*-Baroper Ortskerns sowie die Anwohner des Eichlinghofer Ortskerns von den aus Süden und Osten kommenden Uni-Strömen entlasten. Die neue B1-Anschlussstelle wird zusätzlich den Uni-Verkehr aus *Klein*-Barop (Palmweide, Schönau) abziehen.
Die Ansprüche aller dieser Anwohner an Lernen, Wohnen und Arbeiten im verkehrsberuhigten Raum sind nun mal wesentlich älter als die der neu Hinzugezogenen und durch Ratsbeschluß legitimiert. Die bestehenden Naturschutzgebiete werden - im Gegensatz zur Südtangenten-Planung - nicht tangiert, der Grüngürtel bleibt erhalten (so dass ich auch weiterhin mit meinem Hund dort spazierengehen werde;-) - so what???
Ich bin genauso wie Sie gegen *sinnlose* Flächenversiegelung und Straßenneubau, aber in diesem Fall kann ich meine Empfehlung, sich auch mal mit den *jetzt* durch den Uni-Verkehr betroffenen Bürgern zu unterhalten, nur erneuern.
11:29
@ StefanMüllerDIELINKE
Gut zusammengefasst!
Das der Gardenkamp als Feldweg nicht so bleibt, dürfte wohl allgemein anerkannt sein (sollte zumindest). Aber gleich eine Rennstrecke entlang eines Schulwegs? Außerdem: Wieso sprechen alle vom Gardenkamp. Am unsinnigsten ist m.E. die neue Vogelpothswegtrasse, wo 400 m weiter der Meitnerweg auf die ungenutzte Unistraße mündet. Zumindest DER Teil der ganzen Aktion war / ist ökologischer wie ökonomischer Schwachsinn.
@vaikl: Das SIE nicht verstehen was da geredet wird war mir vorher klar.
05:31
Tja, vielleicht wird eine neue Verkehrszählung aber auch feststellen, was jede Anwohnerin und jeder Anwohner täglich beobachten kann: Die Stockumer Straße ist zwischen Eichlinghofen und Barop eh schon jeden Tag zweimal komplett zu. Und dann soll der Univerkehr auch noch im Anschluss an den neuen Gardenkamp dazukommen?
Jede Straße macht noch mehr Verkehr, weil sie eine schnelle Verbindung vorgaukelt, die es nicht gibt. Deshalb sollte lieber der ÖPNV (weiter) verbessert werden. Die Uni ist von der B1 aus super angebunden. Wer dorthin will, kann zukünftig mit einem kleinen Umweg über den breit ausgebauten Krückenweg und die neue Schnettkerbrücke die Uni schnell erreichen. Und für Studierende und Angestellte aus Eichlinghofen ist mit der H-Bahn eine annähernd perfekte Verbindung im 5 oder 10 Minuten-Takt vorhanden.
Also stoppen wir endlich den sinnlosen Bau neuer Straßen! Und stoppen wir die Verlärmung und Zerschneidung der wenigen noch verbliebenen naturähnlichen Räume rund um Eichlinghofen und den Campus (gilt übrigens auch genauso für die Südtangente!)! Lernen, Wohnen und Arbeiten ist im Grünen wirklich angenehmer als neben der Umgehungsstraße.
Zugegeben, die AnwohnerInnen in der Kleinen Heide hätten vorher wissen können, dass SPD und Grüne dort seit Jahren eine Umgehungsstraße planen. Aber der Grüngürtel entlang Rahmkebach und Rüpingsbach konnte nicht woanders hinziehen...
Und abschließend @#4 vaikl:
Ich kenne die Gegend recht gut. Ich habe dort mehr als 10 Jahre direkt an der Trasse gelebt und bin die Strecke regelmäßig gelaufen (wenn ich abends noch in der Uni war und die H-Bahn nicht mehr fuhr). Ich habe mich immer gefragt, warum es am Gardenkamp keine vernünftige Beleuchtung und keinen mit dem Rad befahrbaren Asphalt gibt (ohne Schlaglöcher!).
Heute wohne ich nicht mehr da. Aber glauben Sie mir: Ich schreibe nur über Dinge, die ich kenne. Ob das für alle anderen hier gilt, wage ich hingegen zu bezweifeln.
03:40
@Bios66
Ich hab leider nicht so ganz verstanden, gegen wen oder was Sie mit polemischem Schwachsinn jetzt wettern wollten. Fakt ist aber, dass das Neubaugebiet Kleine Heide nicht für Wohnberechtigungsschein-Inhaber gebaut wurde, sondern in bevorzugter Hanglage, Nähe Uni und Naturschutzgebiete, mit Blick über Dortmund und verkehrstechnisch 1A angebunden offeriert wurde. Das dafür nötige Grundeinkommen können Sie sich selbst malen.
Ich verstehe ebenso wenig, wie eine neue Verkehrszählung zu völlig neuen Ergebnissen kommen soll - ausser dem, dass das Verkehrsaufkommen insgesamt zugenommen hat, was aber damals schon kalkulierbar war.
Die Verkehrsströme, also wer von wo nach wohin fährt, können sich nicht drastisch geändert haben, weil die Uni immer noch da steht, wo sie damals war, die Autobahnen immer noch da sind, wo sie damals waren, die alten Ortsteile von Barop und Eichlinghofen immer noch da sind, wo sie damals waren und auch die Stockumer Straße ab Barop immer noch von Autofahrern mit den gleichen Zielen wie damals befahren wird.
Insofern ist die geplante Entlastung eben dieser alten Ortskerne nach wie vor ein Problem, welches durch den Gardenkamp-Ausbau nach wie vor gelöst wird. Und, mit Verlaub, die Stockumer bekommt ja jetzt zusätzlich noch nen Flüsterasphalt;-)
22:34
@hamicha
Sich frühzeitig über Bebauungspläne, Planfeststellungen und mögliche Veränderungen im Umfeld eines Neubaus zu informieren, ist für jeden Häuslebauer eine Holschuld. Auch die Kläger an der geplanten Semerteichstr.-Tunnelöffnung an der B1 sind in *diesem* Punkt ja gescheitert, als sie die Harpen AG verklagen wollten.
Und wenn, wie geschehen, Architekten und Landschaftsplaner für den Bereich Kleine Heide in ihren Entwurfszeichnungen den bisher ländlichen Gardenkamp schon zweispurig und direkt davor einen Lärmschutzhügel malen, dann darf man von einem normal gebildeten Westeuropäer eigentlich erwarten, dass er zumindest nachhakt.
21:07
Ich verstehe nicht, wie ein Ausbau der Tangente oder die Nichtschliessung der Ostanbergstrasse am Permakulturpark und NSG ökologische Alternativen zum Gadenkamp-Ausbau sein können. Aussedem fürhrt der Strassenverlauf ja nicht durch die Neubausiedlung hindurch, sondern in einiger Entfernung dran vobei (Im Gegensatz zu den entlasteten Strassen Baroper Str, Ostenbergstr und Lehnertweg)
11:43
Neubau = besser Verdienende, Altbau = arme Würstchen? Mit solch polemischen Schwachsinn kann man leider offensichtlich Wähler überzeugen. Armes Deutschland. Wie wäre es mal durchzuzählen wieviele Anwohner (Alt- und Neubau) durch den neuen Vogelpothsweg und die zusätzlichen Verkehre auf z.B. der Stockumer geschädigt werden? Bleibt nur zu hoffen, dass die förderungszuträglichen Verkehrszählungen genauso falsch sind wie sie aussehen.
11:16
# 4
Tja , auch Akademiker u.ä. bauen meist nur einmal im Leben und wer weis als ( Bau-) Laie schon worauf er bei der Standortauswahl achten sollte , außer auf die vollmundigen Versprechen der Bauträger ? ( Bebauungs-) Pläne sind dazu da um nicht eingehalten zu werden !
03:28
@hamicha
Die Neubausiedler haben ihr Häusken genauso, mit Lärm von oben, unten, rechts und links gekauft.
Wenn die jetzt immer noch den Voll-Sierau (ehemals Fritz Schramma) geben wollen - Isch hann vonnix jewusst - und sich auch noch so eines Linken-Deppen bedienen möchten, der noch nicht mal weiß, was für ein ökologischer Mega-Nonsens die Südtangente ist, dann sind die kommenden Grillabende eben auch Fengh-Shui-Abende zur Positionsbestimmung.
Lieber Stefan Müller von Der Linke, besser erstmal schlaumachen, vielleicht rumfahren im neuen Wahlbezirk und Bürger fragen und dann noch mal sich selbst testen, ob man noch alle im Schrank hat. Einem wirklich gutbetuchtem Neusiedler-Konglomerat nach der Pfeife zu tuten ist ja wohl nicht der neue Linken-Ansatz zur Lafontainisierung.
02:15
Die Neubausiedler wird´s doch freuen , wenn sie künftig mit Lärm von oben,unten,links und rechts noch schlafen können. Und das Ganze nur aus der Portokasse ? Fröhlichen Grillabend .