Legionellen - Duschverbot in Dortmunder Mietshaus

Legionellen - die Gefahr lauert im Duschkopf.
Legionellen - die Gefahr lauert im Duschkopf.
Foto: WAZ FotoPool
Weil das Wasser durch Legionellen belastet ist, dürfen die Mieter eines Dortmunder Hauses nicht duschen. Dabei ist unklar, wem das Haus gehört.

Dortmund.. Gefahr aus der Dusche: Weil das Wasser durch Legionellen belastet ist, dürfen die Mieter des Hauses Am Sturmwald 8 im Moment nicht duschen. Jetzt musste das Gesundheitsamt einschreiten - denn der Vermieter rührt sich nicht. Und eigentlich weiß die Stadt auch nicht, wem das Haus überhaupt gehört.

Die bakterielle Belastung des Wassers durch Legionellen überschreitet zulässige Werte. Das wurde bei einer Routineüberprüfung festgestellt. "Das Duschverbot wurde ausgesprochen, da sich Legionellen in hoher Konzentration durch den Wassernebel verbreiten und dann durch die Atemwege aufgenommen werden", erklärt Dr. Frank Renken, Leiter des Gesundheitsamtes.

Schwere Lungenentzündung als Folge

Die Mieter, die den Legionellen längere Zeit ausgesetzt waren, bilden eine Art Immunität. Würden allerdings Gäste mit dem Wasser duschen, könnten Erkrankungen auftreten, so Dr. Renken. Im schlimmsten Fall sogar schwere Lungenentzündungen.

Die hohe Legionellen-Konzentration wurde bereits im April festgestellt, doch erst das Unternehmen, das das Wasser überprüft hatte, benachrichtigte die Mieter und das Gesundheitsamt. Der Vermieter rührte sich nicht. Am Montag haben Mitarbeiter des Gesundheitsamtes Aushänge im Hausflur angebracht. Diese informieren die Bewohner über ein vorläufiges Duschverbot. Vorläufig, das bedeutet, dass so lange das Duschen mit warmen Wasser nicht empfohlen wird, bis die Hauseigentümerin die Wasseranlage wieder in Ordnung bringt. Wann das nun sein wird, kann man auch bei der Stadtverwaltung aktuell nicht sagen - wegen des Vermieters.

Besitzverhältnisse unklar

Bei der Stadtverwaltung weiß man noch nicht wirklich, wem das betroffene Haus und die benachbarten Immobilien gehören. Post an die angebliche Eigentümerin kam ungeöffnet zurück. Eine erlassene Ordnungsverfügung konnte bis jetzt auch nicht durchgesetzt werden. Die Stadtverwaltung will jetzt Einblick ins Grundbuch nehmen, um den Besitzer ausfindig zu machen.

Der Fall bleibt auch verwirrend, wenn man sich den Papierkrieg ansieht, den Mieter Diethard Türpe aus seinem Aktenordner zieht. Insgesamt sieben Objektgesellschaften, die unter dem Dach der HPE Immobilien-Investment- und Managementgesellschaft in Ludwigsburg am Rhein angesiedelt sind. Es sind Körperschaften, die zur GE Real Estate Germany gehören. Empfänger der Mieten ist aber laut Kontoauszügen immer die HPE Siebte Hausbau Portfolio GmbH. Laut Briefen der Eigentümerin an Diethard Türpe ist die zuständige Hausverwaltung seit 2014 die Alt & Kelber Immobiliengruppe. Auf Anfrage dieser Redaktion war keiner der Mitarbeiter der Hausverwaltung zu erreichen.