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Vorwürfe

Krankenhaus Bethanien soll Patienten vernachlässigt haben

18.07.2012 | 09:00 Uhr
Krankenhaus Bethanien soll Patienten vernachlässigt haben
Schwere Vorwürfe erhebt ein Ehepaar gegen das Evangelische Bethanien Krankenhaus.Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.  Der Vorwurf wiegt schwer: Ihr Mann sei im Dortmunder Krankenhaus Bethanien nicht ausreichend behandelt worden, sagt Gesine Aretz. Deshalb rief sie einen Rettungswagen, mit dem der Krebspatient von einem ins andere Krankenhaus verlegt wurde. Das Bethanien-Krankenhaus prüft den Vorwurf.

Schwere Vorwürfe erheben Gesine und Michael Aretz gegen das Krankenhaus Bethanien . Wegen unterlassener Hilfeleistung und Körperverletzung haben die Kirchhörder inzwischen Strafanzeige gegen die Hörder Klinik gestellt. „Wir hatten schon die Polizei im Haus“, bestätigt Verwaltungschef Volker Geiler, der bisher „nach Aktenlage aber kein Fehlverhalten“ feststellen könne.

Behandlungsfehler im Bethanien hätten Michael Aretz um ein Haar das Leben gekostet – davon wenigstens ist seine Frau Gesine überzeugt. Nach gut zwei Wochen im Hörder Hospital an der Virchowstraße habe sie ihren Mann völlig ausgezehrt, mit Verdacht auf eine Sepsis und mit starken Schmerzen auf eigene Faust von einem Rettungswagen abholen und in die Städtischen Kliniken bringen lassen. Dort kam der 48-Jährige erst einmal auf die Intensivstation.

Zustand des Mannes verschlechterte sich mehr und mehr

Genau an dieser Form der intensiven Behandlung habe es bei der Behandlung in Hörde gefehlt, sagt Gesine Aretz, ihres Zeichens ausgebildete Arzthelferin. Ihren Mann Michael brachte sie voller Vertrauen ins Bethanien. Dort sollte er nach einer Chemotherapie am Klinikum Essen die Folgen auskurieren.

Doch aus den angekündigten drei Tagen Behandlungsdauer wurden immer mehr. Dabei soll sich der Zustand des 48-jährigen Krebspatienten, aus Sicht seiner Frau, aber immer weiter verschlechtert haben. Bis sie schließlich die Reißleine gezogen habe und einen Rettungswagen zum Bethanien bestellte. „Selbst die Sanitäter waren erschüttert und haben gefragt, warum er nicht auf einer Intensivstation liegt“, sagt Gesine Aretz.

"Deutlich reduzierter Allgemeinzustand"

Die Antwort des behandelnden Arztes habe gelautet: „Weil es keine Heilungschance gibt und er eh bald sterben wird.“ Dieser Ausspruch kostete die Ehefrau die Fassung und veranlasste die Männer vom Rettungsdienst, diese Aussage in ihrem Einsatzprotokoll schriftlich festzuhalten. Dass der Einsatz der Ehefrau nicht umsonst war, belegt der ärztliche Bericht über den Zustand von Michael Aretz aus dem Städtischen Klinikum: „Massive Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule“, ohne Schmerzlinderung (Analgesie), der Patient sei deutlich „exsikkiert“ (ausgetrocknet), die Zunge mit Candida (Pilz) belegt.

Die Städtische Klinik bescheinigt Michael Aretz einen „deutlich reduzierten Allgemeinzustand“ und einen „kachektichen (ausgezehrten) Einzelzustand“. Da „septische Kreislaufparameter bestehen“, erschien an der Beurhausstraße „im Rahmen der unzureichend geklärten Situation eine Monitorüberwachung indiziert“. Inzwischen sei für Michael Aretz die akute Gefahr überstanden, er wird auf der Krebsstation weiterbehandelt. Das Bethanien prüfe die Vorwürfe genau, so Geiler.

Katrin Kroemer

Kommentare
19.07.2012
11:51
Krankenhaus Bethanien soll Patienten vernachlässigt haben
von connie_172 | #7

Eine unglaubliche Geschichte! Wenn ich die Beiden persönlich nicht kennen würde, würde ich meinen, es wolle mir jemand einen Bären aufbinden....
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Krankenhaus Bethanien soll Patienten vernachlässigt haben
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/sued/krankenhaus-bethanien-soll-patienten-vernachlaessigt-haben-id6891567.html
2012-07-18 09:00
Dortmund, Krankenhaus Bethanien, Strafanzeige, Hörde, Klinik, Michael Aretz
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