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WR-Mobil in Eichlinghofen

Konkurrenz direkt vor der Nase

28.08.2012 | 22:00 Uhr
Konkurrenz direkt vor der Nase
Die WR vor Ort mit dem WR-Mobil auf dem REWE Parkplatz in Dortmund Eichlinghofen. Foto: Knut VahlensieckFoto: Knut Vahlensieck

Eichlinghofen.   Das WR-Mobil machte Station in Eichlinghofen auf dem Parkplatz von rewe Frilling. Dort nahmen viele Gäste das Angebot zu einer Diskussion um Plus- und Minuspunkte wahr.

Die Stadtteil-Zeitung hatte nach Eichlinghofen eingeladen und die Menschen ließen sich nicht zweimal bitten. Einkaufen und Verkehr, Kindergarten und AWo brachten die Gäste von Redakteurin Katrin Kroemer auf den Stehtisch des WR-Mobils:

Einkaufen und liefern

Gastgeber Sebastian Frilling, der auf dem Parkplatz seines Rewe-Ladens dem WR-Mobil einen Standplatz eingeräumt hatte, ist mit dem Start seines Marktes mehr als zufrieden. So habe sich das Konzept mit langen Öffnungszeiten von 7 bis 22 Uhr im Ort mit dem bunt-gemischten Publikum schon bewährt. Viele Studenten, die gerne abends kommen, aber auch junge Familien ebenso wie viele ältere Menschen nutzen das Angebot. Nun gibt es auch den oft nachgefragten Lieferservice – immer dienstags und freitags werden Einkäufe zum Kunden gebracht.

Einen offenen Wunsch hat der Geschäftsmann: Die Waren-Anlieferung über die Stockumer Straße sei problematisch. Nun soll ein Grünstreifen mit Stein am Gehweg etwas verschoben werden. Dann können Lkw besser an die Rampe fahren, ohne durch Rangier-Manöver die Kreuzung Stockumer/Baroper Straße zu blockieren.

„Eine absolute Bereicherung“, lobt Angelika Burscheidt den neuen Rewe-Markt in Eichlinghofen.

Lärm macht krank

Eigentlich ist sie mit ihrem Mann Rainer gekommen, um sich über die Verkehrspolitik im Uni-Umland zu beklagen. In seiner Wohnung auf der Ecke ­Am ­Gardenkamp/Baroper Straße findet das Ehepaar keine Ruhe mehr vor dem Lärm. „Gefühlte 100 000 Autos“, sagt die Eichlinghoferin, rauschten an ihren Fenstern vorbei, ließen sie weder tags noch nachts zur Ruhe kommen. Denn auch der Lkw-Anteil, klagt Ehemann Rainer, sei viel höher als je erwartet. Darum wünscht sich Ehepaar Burscheidt wenigstens passiven Lärmschutz auch für seine Wohnräume. „Denn auch darin macht uns der Lärm krank“, klagt Angelika Burscheidt.

Im Grunde aber bleiben die realen Verkehrszahlen auf der Uni-Achse Gardenkamp / Vogelpothsweg bisher weit hinter den Berechnungen zurück. 15 500 Autos waren langfristig prognostiziert worden – so viele sind es bei weitem noch nicht, kontern SPD-Mann Ulrich Steinmann und Grünen-Ratsvertreter Jürgen Brunsing. Sie stellten sich am WR-Tisch ebenso der Debatte, wie der Landesbeauftragte Hans Semmler.

Sogar noch größer sei die Belastung an der Ostenbergstraße, glaubt Brunsing, dessen Grüne die Verkehrs-Verbindung dort kappen wollen. „Dann fahren bei uns noch mehr Autos“, bezweifeln Burscheidts jegliche Fairness einer solchen Lösung, gegen die - wenigstens bis zur Wiederholungswahl – SPD und CDU gemeinsam waren.

Fahrrad und Taxen

„Die Menschen müssten eben öfter Fahrrad fahren“, empfiehlt Hans-Jürgen Drechsler, der als Pfarrer der evangelischen Gemeinde oft den Drahtesel sattelt. Doch trotz vieler neuer Radwege entscheiden sich die meisten Menschen eben dagegen, weiß Semmler, dass das eher frommer Wunsch bleiben wird. Er hat sich bereits gestern schriftlich für Verkehrsmessungen Am ­Gardenkamp stark gemacht. Drechsler findet übrigens gut, dass der Taxi-Platz jetzt im Ort ist – wo am besten, das könnte ja eine Nutzer-Umfrage ergeben.

Kirche und Kindergärten

Die Neubau-Pläne für die Kita Maulwurf vor der kath. Eichlinghofer Kirche riefen Martin Grüning und Peter Quinders von Maria Königin auf den Plan. Sie können dieses Vorhaben überhaupt nicht fassen: Die Gemeinde selber hatte bei der Stadt angeklopft, um die Fläche für die U 3-Erweiterung des eigenen Kindergartens zu kaufen. „Die Stadt wollte 500 000 €. Das konnten wir nicht zahlen – wie läuft das bei der Elterninitiative?“, wollen sie wissen. Ihre Gemeinde baut jetzt auf eigene Rechnung zu Lasten des eigenen Spielgeländes U 3-Plätze an. „Und dann wird uns Konkurrenz direkt vor die Nase gesetzt“, ärgert sich Grüning. Der Bedarf werde für alle reichen, ist Olaf Radtke ( SPD Menglinghausen) überzeugt und will als Ratsvertreter auch ein Auge auf die Bedingungen beim Verkauf haben.

Die „Maulwürfe“ brauchen unbedingt Ersatz, beharrt Semmler, der in einer Sache Unterstützung von Norbert Schilff bekommt: Er würde sich als Aufsichtsratsvorsitzender der Hombruch-Baroper Wohnungs-Genossenschaft „auch mehr soziales Engagement wie durch den Bau von Kitas“ wünschen. Dafür aber müsste erstmal ein Grundstück her. Der Platz des früheren Übergangsheims am Gardenkamp bleibt tabu. Darum hat sich Ulrich Steinmann nach den Bürgerbeschwerden noch einmal gekümmert: „Dort ist Landschaftsschutzgebiet und Frischluftschneise“. Aber „Zum Beispiel neben der Turnhalle, gegenüber vom jetzt vorschlagenen Platz“, serviert Quinders eine Idee. Ein Problem hat Inge Albrecht-Winterhoff ausgemacht: Die neue Kita habe ihre Klientel nicht in Eichlinghofen – das erzeuge unnötige Verkehre.

Heimat Eichlinghofen

Eichlinghofen als Heimat – das gibt es vor allem in der AWo, weiß Heinz Hermann Janssen. In der ehemaligen Gaststätte Haus Schwerter ist für die Begegnungsstätte nicht alles ideal, sie ist den Eichlinghofern aber seit jeher vertraut. Und so werden Stammtisch mit Mittagessen, Frauen-Frühstück und sogar die neue Wandergruppe bestens angenommen.

Katrin Kroemer



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