Kleinholthauser Anwesen ist Denkmal des Monats
15.11.2009 | 18:05 Uhr 2009-11-15T18:05:00+0100Kleinholthausen. Der Weg zum Denkmal des Monats November führt vom Hombrucher Zentrum über den historischen Friedhof zur Lütgenholthauser Straße in Kleinholthausen.
Die Straße prägen zunächst Einfamilienhäuser mit viel Grün und großen Vorgärten, bis die Häuserreihe überraschend abreißt: das Gelände fällt ab, eine weite Talsenke öffnet sich. Mitten in dieser Idylle, beschützt durch große Bäume, findet sich der ehemalige Hof Berkhoff, ein denkmalgeschütztes Längsdeelenhaus mit Scheune. Im Jahr 2008 hatten sich die heutigen Eigentümer für das Wohnen im „ländlichen Dortmund” entschieden und das Anwesen gekauft.
„Hof Berkhoff” oder
„Brüggemann Hof?”
Mit großem Engagement und ausgeprägtem Feinsinn für die Besonderheiten des historischen Gebäudes sanierten die Eigentümer daraufhin den Wohnteil – jüngst konnte der Einzug gefeiert werden – und die Ernennung zum „Denkmal des Monats November 2009”. Eichenhölzer, Lehmziegel, Lehm- und Kalkputz und mineralische Farben kamen bei der Sanierung zum Einsatz. Die alten Kunststofffenster wurden gegen Holzfenster mit Sprossenteilung ausgetauscht.
Das Anwesen ist gleich unter zwei Namen bekannt: „Hof Berkhoff” und „Brüggemanns Hof”. Die unterschiedlichen Bezeichnungen zeugen von einer mehr als 500-jährigen Geschichte: 1486 verzeichnet das Schatzbuch der Grafschaft Mark „Peter vur der Brueggen” als Pächter. Der Name ging auf die Brücke zurück, die hier den Kirchhörder Bach querte. Brüggemanns Hof blieb bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts Pachthof. Erst durch die damalige preußische Agrarreform ging der Hof in das Eigentum der Bauernfamilie Berkhoff über. Mit den neuen Verhältnissen änderte sich auch der Name. Bis in die 1970er Jahre war das Anwesen allgemein als Berkhoffs Hof bekannt. Bauer Hermann Berkhoff war der letzte Eigentümer, der noch nach dem Zweiten Weltkrieg das zum Hof gehörende Land bewirtschaftete.
Kürzer als die Geschichte des Anwesens ist die der denkmalgeschützten Gebäude. Das heutige Fachwerkwohnhaus wurde um 1840 mit Längsdeele auf den Grundmauern eines älteren Hauses errichtet. Das Fachwerkhaus beeindruckt insbesondere auf seiner Ostseite mit hohen Strebebalken und einer bemerkenswerten Holzverschalung im Giebelbereich. Nach dem Zweiten Weltkrieg erneuerte Berkhoff die durch Brandbomben zerstörte Deele auf dem vorhandenen Werksteinsockel. Dabei ließ er vermutlich die südliche Fassade des Wohnhauses verputzen, so dass nur noch Teile des Fachwerkes sichtbar waren.
Auch die Scheune wurde 1956 in Teilen erneuert. Das Anwesen ist zwar nicht „aus einem Guss”, es prägt jedoch seit Menschengedenken das Aussehen der Talsenke. Außerdem zeugt es bis heute von den einstigen Wohn- und Arbeitsverhältnissen der hiesigen Landwirte und wurde deshalb 1998 unter Denkmalschutz gestellt.
Inzwischen genießen die Eigentümer von ihrem Wohnraum aus den Blick in die schöne Talsenke und schmieden erneut Umbaupläne – diesmal für den Wirtschaftsteil des denkmalgeschützten Anwesens.
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