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Kirchenwerbung am Zapfhahn

17.01.2013 | 17:11 Uhr
Kirchenwerbung am Zapfhahn
Foto: Die Initiatoren der „Kneipe Pfarrheim“: Ulrich Sablowski und Josef Dietz (v.l.)Foto: Horst-Dieter Czembor

Lichtendorf.  Kirchenwerbung mit dem Zapfhahn macht ein Projekt in Lichtendorf.

„Wir wollten einfach einen Weg suchen, um Gemeindemitglieder anzusprechen, die sonst den Weg zur Kirche nicht oder nur selten finden“, sagten sich Josef Dietz und Ulrich Sablowski und machten die „Kneipe Pfarrheim“ auf.

Seitdem öffnet der eigentliche Pfadfinderraum im Keller des St. Bonifatius-Gemeindehauses an der Lambergstraße etwa alle sechs Wochen seine Tür, um „Kneipenbesuchern“ in angenehmer Atmosphäre zwanglose Stunden zu offerieren.

„Wir sehen das als unsere Art, für die Kirche in unserem Stadtteil Werbung zu machen, ohne direkt auf die Besucher einzuwirken und sie mit Bibel und Glauben zu konfrantieren. Das Ganze soll von selbst kommen, durch die Gespräche untereinander, die Achtung voreinander und die Beispiele und Vorbilder der anderen, die sich regelmäßig hier einfinden,“ sagen die „Kneipe-Pfarrheim-Initiatoren“, die mittlerweile von Thomas Kohl und Heinz-Bernhard Hegemann in ihrer ehrenamtlichen Arbeit unterstützt werden. Einladungen erfolgen per E-Mail und im Gemeindebrief.

Das Kneipen-Projekt soll aber auch eine Ergänzung zu dem „Café Pfarrheim“ sein, eine Aktion, die seit Jahren in Lichtendorf die ältere Generation der Gemeinde anspricht. Mit zivilen Preisen für selbstgebackene Frikadellen und mit Liebe geschmierte Brötchen, für kalte und heiße Getränke und kostenlose Knabberei auf den Kneipentischen sollen Menschen erreicht werden, die ansonsten keine Anbindung zur Kirche haben. „Und sie werden erreicht, denn sie erleben, eine Gemeinde ist nicht nur ein miteinander beten, sondern in erster Linie auch miteinander leben“, hat das Lichtendorfer „Kneipe“-Team erfahren: Über die Hälfte der Besucher sind „neue Gesichter“, die ansonsten nicht in der benachbarten Kirche gesehen werden. Die aber dem Wunsch „Kommt wieder“ Folge leisten und irgendwann auch die Stufen zur Kirche hinaufgehen werden.

Überschüsse gehen an die Gemeinde

Ansprechende Dekorationen und Teelichter sorgen mit Hintergrundsmusik für ein angenehmes Flair. „Hier wird geredet, geknobelt, geskatet und gekickert, aber alles sehr gesittet, damit keine Nachbarn gestört werden“, sagt Ulrich Sablowski, der alle sechs Wochen für das Frikadellenbraten zuständig ist.

Überschüsse, die die „Pfarrheim-Kneipe“ erzielt, werden für gemeinnützige Zwecke in der Gemeinde investiert. Ein Teil geht auch direkt zurück an die Gemeindemitglieder, wenn am 30. März 2013 das Kneipe-Pfarrhaus-Team die Besucher der St. Bonifatius-Kirche Lichtendorf im Pastoralverbund Dortmund-Aplerbeck, der auf dem Weg zu einer neuen Gesamtpfarrei ist, wie im Vorjahr zur „Österlichen Begegnungsfeier“ nach dem Osternacht-Gottesdienst auf Spendenbasis einlädt. Wobei die Spenden erfahrungsgemäß die Kosten nicht decken...

Von Horst-Dieter Czembor



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