Keltische Harfenklänge in der Lutherkirche

Die Band Sackville Street spielte am Samstag ein Konzert in der evangelischen Lutherkirche in Barop. Und: Ja , es gab auch irisches Bier zur Musik. Die Zuhörer erlebten eine ganz besondere besondere Atmosphäre. Und die Kirche war voll wie selten.

Barop.. "Das ist ja fast wie an Heiligabend", begrüßt Pfarrerin Angela Dicke die Irish-Folk-Fans in der evangelischen Lutherkirche in Barop. Gute Auslastung wie knisternde Stimmung erinnern an den kirchlichen Höhepunkt, wenn die Band "Sackville Street" mit ihrer keltischen Musik ein weiteres Highlight intoniert.

Das Trio entführt die Gäste stilecht bei rotem Kilkenny-Bier auf die Grüne Insel, ruft mit gefühlvollen wie mitunter auch flotten Melodien Sehnsüchte nach unendlicher Weite hervor. Da sind drei Künstler/-innen am Werk, die aus und mit Leidenschaft musizieren und singen. Das merkt man vom ersten Ton an.

Rahmentrommel

"Ich kann nichts anderes spielen", antwortet Christian Waleschkowski auf die Frage, warum er sich für diese Stilrichtung entschieden habe. Er tut gut daran. Denn sein Wirken auf Gitarre, Bouzouki, Mandocello und der traditionellen, keltischen Rahmentrommel Bodrhn, die er nur mit einer Hand spielt, ist typisch irisch. Erstklassig dazu.

"Ich liebe das Land, die Kultur und die Musik", gesteht der Mann und spielt sich damit in die Herzen seiner Dortmunder Fans. Dazu noch seine kräftige, unter die Haut gehende Stimme, wie auch jene helle, klare Klangfarbe von Sängerin Nina Heinrich machen das Konzert im Gotteshaus an der Lehnertstraße zu einem außergewöhnlichen Ohrenschmaus.

Fingerfertig

Zu letzterem trägt vor allem Lokalmatadorin Hella Luzinde Hahne bei. Die Baroper Harfenistin zupft ihr keltisches Instrument derart fingerfertig, dass bei ihren Solo-Einlagen der Hall im Kirchenschiff besonders lange nachwirkt.
Angesichts der irischen, schottischen und auch walisischen Töne wähnt man die Grüne Insel förmlich vor seinen Augen.

Man spürt die Weite der Landschaften, das Rauschen des Meeres. Bei vornehmlich tragischen Liebesliedern sowie zahlreichen Auswander- und Arbeitergeschichten, die musikalisch erzählt werden, klingt die einzigartige Stimmung vom keltischen Eiland herüber ins Ruhrgebiet.

Bei den meisten Balladen sind auch die Fans gefordert. Sie singen lautstark mit und hauchen so dem irischen Abend beinahe ein ebensolches Flair ein, wie dem Heiligen Abend.