Janas Herz schlägt für "kids haven"
18.09.2009 | 17:45 Uhr 2009-09-18T17:45:00+0200Hombruch. Noch sind es Vorstellungen, die Jana Horenburg optimistisch, fasziniert und ungeduldig auf ihren einjährigen Aufenthalt in Südafrika blicken lassen. Und eine Mission.
Am 24. September fliegt die 22-jährige Erzieherin mit Schwerpunkt Jugend- und Heimarbeit nach Johannesburg. Im nahen Benoni wird sie in „kids haven” (Kinderhafen), einem Straßenkinder-Projekt, vernachlässigten Kindern und Jugendlichen ein Gefühl von Wertigkeit vermitteln. Ganz gezielt hat sich Jana dieses Heim ausgesucht: „Ich wollte schon immer nach Afrika, in eine fremde Kultur eintauchen”, strahlt die junge Frau. „Ich stelle mir das so bunt vor. Und alles liebevolle Menschen, obwohl es ihnen so schlecht geht”.
»Alles liebenvolle
Menschen, obwohl es
ihnen schlecht geht«
Aber ihr sei klar, dass dies nur eine Vorstellung ist. „Natürlich weiß ich, dass es dort sehr gefährlich sein kann”, weist sie Naivität von sich. „Man muss eben die Spielregeln einhalten”. Und die will und wird sie dort erfahren. Genauso, wie sie sich erst vor Ort über Land und Leute ein Bild machen will. „Ich will nicht soviel vorher lesen, nicht vorgeprägt hinfliegen”, ist für die Heimerzieherin klar. Und eine unglaubliche Aufgeschlossenheit für das Neue und Fremde strahlt aus ihr heraus.
Ganz unvorbereitet ist sie nicht. Die Unternehmung wird unterstützt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklungshilfe und dem von ihr ausgesuchten Verein „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.”, zusammengefasst im Projekt „weltwärts”-Freiwilligendienst. Im zehntägigen Vorbereitungsseminar gab es eine Auseinandersetzung mit dem Fremden im Allgemeinen und dem Zielland im Speziellen. Wozu auch die Fragestellung gehört: „Wie wirken wir auf andere?”. Keine unwesentliche Fragestellung, um Reaktionen zu verstehen. Ein Baustein zur Völkerverständigung – die Mission, die sich Jana gestellt hat: „Wenn viele junge Menschen an vielen derartigen Projekten teilnehmen”, glaubt Jana Horenburg, „kann viel für die Völkerverständigung erreicht werden!” Langfristig gesehen, über den Austausch zwischen Ländern und Kulturen, ist sie überzeugt. Und für dieses Ziel sucht sie Sponsoren. Jeder Teilnehmer des Projektes sollte für die Finanzierung seines Projektaufenthaltes 1 800 Euro aufbringen. „Was natürlich nicht jeder kann”, weiß die engagierte junge Frau. „Und der anthroposophische Verein möchte auch den anderen diese Chance geben. Es ist ein ganzheitlicher, sozialer Ansatz. Jeder Teilnehmer versucht soviel Spendengelder wie möglich zu sammeln, die dann in die Finanzierung dieser Projekte fließen und finanzschwächeren jungen Menschen eine Teilnahme ermöglichen”.
Angst vor dem Jahr in der Fremde hat die 22-Jährige keine. „Ich verlasse mich auf mein Gefühl und bin bis jetzt damit gut gefahren.” Und schaut man sie an, hat man keinerlei Bedenken, dass sie auch weiterhin gut damit fahren wird.
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