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Erntemarkt

Hörde fährt die doppelte Ernte ein

01.10.2012 | 16:52 Uhr
Hörde fährt die doppelte Ernte ein
Die Veranstalter und Förderer freuen sich auf ein Wochenende mit vielen Besuchern in Hörde.Foto: Anja Cord

Hörde.   Erntemarkt – mal weltlich, mal kirchlich. Und dazu öffnen am Sonntag in Hörde die Geschäfte.

So viel Dank muss sein: Hörde feiert am kommenden Wochenende wieder sein doppeltes Erntedankfest – einmal kirchlich, einmal weltlich.

Aus dem früheren Hörder Stadtfest, dem Elisabeth- und Konradfest, hat sich durch die Kopplung dieser Traditionsveranstaltung an das Erntedankfest der örtlichen evangelischen Kirchengemeinde vor der Lutherkirche bereits in den letzten Jahren ein neues Hörder Großereignis entwickelt. Bis zu 30 000 Besucher am Tag wurden in der Fußgängerzone und rund um die Schlanke Mathilde an sonnigen Festtagen schon gezählt.

Glücksspiel mit der Maus

„Attraktionen für die ganze Familie“ verspricht Patrick Arens, der sich in diesem Jahr maßgeblich um die Programmgestaltung gekümmert hat. Besonders beliebt bei den Kleinen sind erfahrungsgemäß der Handwerkermarkt und mittelalterliches Glücksspiel unter freiem Himmel: Da darf zum Beispiel gewettet werden, in welches von vielen Löchern ein Mäuschen rennt.

Zumindest im Kalender hat das kirchliche Fest die Nase vorn: Das Erntedankfest an der Lutherkirche startet bereits am Freitag. 5. Oktober, 11 Uhr, mit einem Ernteumzug der Hörder Kindergärten und gemeinsamem Singen an der Schlanken Mathilde. Am Freitag um 16 Uhr tritt der MC Harmonie 1882 Dortmund-Hörde bei diesem Fest auf. Samstag und Sonntag haben jeweils von 11 bis 18 Uhr die Verkaufsstände an der Lutherkirche geöffnet.

Das weltliche Fest erlebt seinen offiziellen Startschuss am Samstag, 6. Oktober, 12 Uhr, an der Schlanken Mathilde. Dort, und in der angrenzenden Fußgängerzone, gibt es an Samstag und Sonntag jeweils von 11 bis 18 Uhr Programm. Zwischen beiden Festen verkehrt die Postkutsche – meist zur Freude der kleinen Kinder, denn die Distanz beträgt ja gerade mal 200 Meter.

Mittelalterliche Live-Musik

Hans Pingel vom Aktivkreis Altstadt Hörde ist es wichtig, bei diesem Fest auch den leistungsfähigen Hörder Einzelhandel zu präsentieren. Der Sonntag von 13 bis 18 Uhr ist „verkaufsoffen“. Dies sei für die vielen neuen Händler in Hörde natürlich ein wichtiger Termin: „Da können sie gleich merken, dass sich unsere Zusammenarbeit hier lohnt.“

Ponyreiten, Eierknacken, Gauklerspiele. Dem jungen Volk wird es nicht an Belustigung fehlen. Für die Erwachsenen gibt es Live-Musik von der Dresdner Mittelalter-band „Trittfest“ und sicher auch das ein oder andere Gläschen Met (oder die Hörder Spezialität „Phoenix-Pils“).

Dass es nicht mehr so leicht ist, Feste dieser Größenordnung zu organisieren, haben auch die Hörder erfahren. Allein 1000 Euro hat das Brandschutzgutachten in diesem Jahr gekostet. Da empfiehlt es sich eben, Kräfte zu bündeln und aus zwei Festen ein größeres Stadtteilereignis zu machen. Hans Pingel jedenfalls hat durch viele Kunden-Nachfragen erfahren, dass die Hörder ihren Erntemarkt nicht missen wollen. „Ihr macht doch weiter?“, habe es gleich mehrfach geheißen.

Jürgen Potthoff



Kommentare
03.10.2012
14:22
Hörde fährt die doppelte Ernte ein
von Maus56 | #4

Mit Empörung habe ich von den diesjährigen "Attraktionen" gelesen. Da wird offensichtlich gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen.

03.10.2012
14:15
Glücksspiel mit der Maus
von Maeusefreund | #3

Diese sogenannte Attraktion ist ein Grund für mich, dieses Fest keinesfalls zu besuchen!
Da wird mit der Angst eines Lebewesens Geld gescheffelt, unmöglich.
Die Tiere können einem nur Leid tun. Schade, dass so etwas notwendig zu sein scheint, um Aufmerksamkeit zu erregen.
Und die "Kleinen" sollen dann so einen verantwortungsvollen Umgang mit lebenden Wesen erlernen - Applaus.

02.10.2012
23:52
Mäuseglücksspiel
von SuiTo | #2

Ich kann meinem Vorredner nur zu stimmen. Den Tieren so einen Stress zu zumuten ist reine Tierquälerei. Mäuse sind sehr empfindliche Tiere. Aber da es sich ja "nur" um Mäuse handelt, wird da sicher gerne einmal weggesehen. Doch auch diese Tierchen verdienen ein schönes Leben und sollten nicht als "Attraktion" gehandhabt werden....

Letztendlich ist es reine Geldmacherei auf Kosten von Tieren. Haben Sie denn nichts besseres auf ihrem Fest zu bieten?

02.10.2012
18:32
Hörde fährt die doppelte Ernte ein
von Hausmaus | #1

Lieber Herr Potthoff,
lieber Herr Arens,
liebe Hordener,

Ihnen allen sei das Vergnügen auf dem Erntedankfest gegönnt. Nur gibt es dort bei dem "Glücksspiel mit der Maus" leider mittelalterliche Tierquälerei.
Mäuse sind nachtaktiv und brauchen tagsüber Ruhe. Sie für ein "Glücksspiel" zu wecken und unter Streß zu setzen, damit Menschen ihren Spaß haben, ist unverantwortlich. Wer weiß, welche Außentemperaturen herrschen werden. Mäuse sind sehr krankheitsanfällig und erleiden schon bei geringen Temperaturschwankungen und erst recht bei Kälte und Wind sehr schnell tödliche Atemwegserkrankungen. Das sollte jeder "Glücksspieler" wissen, daß er mit dem Leben der Mäuse spielt, wenn er sich an ihrer Orientierungslosigkeit und Angst auch noch erfreut. Nichts anderes sieht er nämlich, wenn er mitfiebert, in welchem Loch die Maus Schutz suchen wird. Der Veranstalter wird das sicher alles bestreiten, aber wie sollte es anders sein, da er mit dieser "Attraktion" ja sein Geld verdient.

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