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Haus Hunke hat die 100 vollgemacht

15.08.2012 | 18:25 Uhr
Haus Hunke hat die 100 vollgemacht
So malte ein Ur-Onkel das Anwesen 1909

Buchholz.   Haus Hunke ist in Buchholz so verwurzelt, dass es sogar seine eigene Bushaltestelle hat.

„Vor drei Jahren hätten wir eigentlich das 100-jährige Bestehen unseres Hauses feiern können,“ sagt Anette Weigert, Chefin im „Haus Hunke“ an der Syburger Straße 84. Aber gefeiert wurde nicht, aus persönlichen Gründen.

Damals zeichnete es sich aber schon ab, dass die Traditionsgaststätte mit dem großen Biergarten „der letzte der Mohikaner“ in Buchholz sein würde, nachdem das „Jägerheim“ die Segel gestrichen hatte und „Krämer in der Wanne“ kurz vor der Schließung stand.

Wer im äußersten sonnigen Süden Ruhe und Erholung, verbunden mit einem gutgezapften kühlen Bier und deftiger Hausmannskost sucht, kommt auch heute an „Haus Hunke“ nicht vorbei. In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und davor zählte die Gaststätte zu den beliebtesten Ausflugszielen von Dortmund und Schwerte. Kein Wunder, dass die Dortmunder Stadtwerke direkt vor der Tür eine Bushaltestelle einrichteten, die sogar den Namen des Traditionshauses trägt.

Der Sohn in der Küche

Die Geschichte des Hauses lässt sich mindestens bis zum Beginn des vergangenen Jahrhunderts nachverfolgen: Ab 1909 standen Heinrich und Emma Hunke am Zapfhahn, 20 Jahre später wurden die beiden von Robert und Johanna Hunke abgelöst. 1969 übernahmen Siegfried und Liesel Hunke das Regiment hinter der Theke, bis deren Tochter Anette Weigert sie ablöste. Um die Fortsetzung der „Hunke-Familien-Tradition“ ist ihr nicht bange: Sohn Axel, gelernter Koch, hat bereits das Regiment in der Küche übernommen.

Was die meisten Gäste nicht wissen: Über 40 Jahre befand sich an der Syburger Straße 84, wo seit über 100 Jahren Gastwirtstradition gepflegt wird, eine Postnebenstelle, von der „Haus Hunke“ natürlich auch profitierte. In früheren Jahren gehörten außerdem ein Kolonialwarenladen und natürlich auch Landwirtschaft dazu.

Heute stehen den Gästen neben dem typisch eingerichteten Gastraum auch ein großes Gesellschaftszimmer für bis zu 40 Personen, eine Kegelbahn sowie acht Hotelzimmer mit 14 Betten zur Verfügung.

Viele Stammtische

Zahlreiche Gruppen und Vereine haben „Haus Hunke“ zu ihrem Stammtreff erwählt. So zum Beispiel der Oldtimer-Stammtisch aus Schwerte, der Ruhrtaler Bläserchor sowie die Stammtische der Wannebachtaler Damen und Herren.

„Seit Kindergeburtstage auch auf der Kegelbahn gefeiert werden, laufen die Gäste uns förmlich das Haus ein“, freut sich Anette Weigert, die in dem Familienbetrieb die Fäden in der Hand hält und damit alle Hände voll zu tun hat.

Seit Sohn Axel in der Küche steht, bietet „Haus Hunke“ neben gutbürgerlicher westfälischer Küche auch „saisonale Extraaktionen“ an. So zum Beispiel seit vier Jahren die „Pfälzer Wochen“ mit frischem Federweißen, die nicht nur Stammgäste aus der näheren Umgebung an die Syburger Straße locken.

Speisen nach Art des Hauses

Besonders stolz sind Anette und Axel Weigert, dass alle auf der Speisekarte stehenden Angebote die „Handschrift des Hauses“ tragen: Ehe etwas in Topf oder Pfanne kommt, unterzieht es der Küchenchef einer speziellen Bearbeitung. Und einiges kommt sogar aus dem eigenen Garten.

Wenn einer der Gäste sehen will, wie „Haus Hunke“ vor über 100 Jahren aussah: Im Gastraum hängt ein Bild, gemalt vom Bruder des Großvaters von Anette Weigert, das als Schatz gehütet wird.

Von Horst-Dieter Czembor


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