Güllegeruch: Holzener rümpfen die Nase

Den Holzenern stinkt die Landwirtschaft: Weil ein Landwirt seinen Ackerbau mit stinkender Gülle aus dem Münsterland und dem Sauerland beflügelt, verdunsten in dem Stadtteil übel riechende Gase. Sogar die Feuerwehr rückte an - und zog wieder davon. Das Ergebnis überrascht nicht.

Holzen.. "So ist das auf dem Lande", kommentierte ein Sprecher der Leitstelle die Gerüche des alle Jahre wieder aufkommenden Themas. Gülle sei heute stärker konzentriert als früher und rieche deshalb stärker. Das "Aroma" entsteht, weil in Tankwagen gelagerter Harn und Kot aus Schweinemast und Rinderhaltung an die frische Luft gerät und ausdünsten kann. Weht kein Wind, hält sich der üble Geruch über viele Stunden im Dorf.

Keine Gesundheitsgefahr

So auch am Montag (7.4.2015) in Holzen. Das Geruchsempfinden kann die Feuerwehr den Holzenern nicht nehmen, wohl aber die Sorge vor einer Gefahr: "Eine Gesundheitsgefahr besteht nicht", berichtete die Feuerwehr, nachdem vor Ort eine Messung vorgenommen worden ist. Für den Gülleauftrag gelten scharfe Vorschriften. Nicht nur wegen der Geruchsbelästigung für die Bürger, sondern weil der Dünger in zu großer Menge ins Grundwasser gelangen kann.

Landwirte müssen Bedarf berechnen

Je nach Tierart und Fütterung kommen Ammonium, Stickstoff, Phosphat, Kalium und Magnesium in unterschiedlichen Konzentrationen in Gülle vor. Vor allem Schwefelwassserstoff löst üble Gerüche aus. In welcher Konzentration die Landwirte die Gülle auftragen, müssen sie vorher genau berechnen. Der ermittelte Düngebedarf für Äcker darf nicht überschritten werden. Das regelt ein Gesetz - die Düngeverordnung (DüV).

Dem Bürger stinkt das

Dem Holzener Bürger Ferdinand Ziese reicht es inzwischen. "Vor einem Jahr standen hier acht oder neun LKW mit Gülle". Jetzt würde es schon wieder so sehr stinken. "Es reicht", schreibt er. Fest steht: Ohne Düngung kein Ackerbau - ohne Ackerbau keine Lebensmittel. Zum Glück ist die spezielle Landluft nur ein vorübergehendes Problem.