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Nach zehn Jahren Planung

Grundstein für Hörder Moschee

26.10.2012 | 20:20 Uhr
Grundstein für Hörder Moschee
Das jüngste und das älteste Mitglied der Gemeinde füllen Beton in das Fundament.Foto: Knut Vahlensieck

Hörde.   Mehrere hundert Menschen feierten gestern am Grimmelsiepen in Hörde die Grundsteinlegung für ein muslimisches Gemeindezentrum mit Moschee und Minarett.

Man konnte Isa Karatas die Last, die von ihm abfiel, förmlich ansehen. „Das ist es!“ rief der Architekt erleichtert aus, als Oberbürgermeister Ullrich Sierau zusammen mit Şule Özkaya, Generalkonsulin der Türkischen Republik, die ersten Schippen Beton für die Fundamente des neuen muslimischen Gemeindezentrums am Grimmelsiepen warf.

Am Grimmelsiepen, seit gestern Am Friedensweg, soll sich das Zusammenleben von Christen und Muslimen in Dortmund verfestigen, unverbrüchlich wie Beton, auf lange Zeit. Das machten alle Redner – aus allen gesellschaftlichen Bereichen und von beiden Nationen – gestern unmissverständlich klar. Für OB Sierau gehören die Muslime mit ihrer Kultur und mit ihrer Religion zu Dortmund. „Der Islam gehört zur Stadt, der Islam gehört zu Dortmund“, rief er unter dem Beifall von mehreren hundert Menschen, die zur Gerundsteinlegung der Moschee im Dortmunder Süden gekommen waren.

„Wir geben auch künftig Schutz“

INFO
Bau voraussichtlich in zwei Jahren fertig

Die Planung für das muslimische Gemeindezentrum dauerte mehr als zehn Jahre. Es hat eine Nutzfläche von 840 m2, verteilt auf zwei Stockwerke.

Die Moschee erhält ein 23 Meter hohes Minarett und eine Kuppel mit einem Durchmesser von neun Metern. Der Bau soll in voraussichtlich zwei Jahren fertiggestellt sein.

Die Geste des Tages, wenn man an einem solchen symbolgeladenen Tag davon sprechen darf, allerdings gelang Pfarrer Niels Back vom Runden Tisch Grimmelsiepen, der das Projekt immer wieder gegen Anfeindungen verteidigt hat. Der regenbogenbunte Schirm, den er Ogün Arpaci, dem Vorsitzenden der Türkisch-Islamischen Gemeinde Hörde überreichte, stehe auch für ein Versprechen: „Wir stehen auch in Zukunft zusammen, wir geben Schutz, wenn Anfeindungen auf Sie niederprasseln.“

Das Projekt sei der erste von Grund auf neue Bau einer Moschee in Dortmund, sagte Ünal Gökce, in Dortmund Vorstandsmitglied der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib). Für den Architekten des Zentrums, Isa Karatas, war die Grundsteinlegung gestern ein ganz besonderer Tag. „Es ist für uns eine Belohnung nach mehr als zehn Jahren Arbeit, die von Höhen und Tiefen geprägt war“, sagte er.

„Hier ist unsere Heimat“

Zunächst war auch der Bau von 54 Eigenheimen und Einheiten für betreutes Wohnen geplant. Gegner hatten das Gespenst eines muslimischen Ghettos in Hörde an die Wand gemalt.

Dass die Muslime längst in der Gesellschaft angekommen sind, verdeutlichte Ogün Arpaci: „Hier im schönen Hörde, hier ist unsere Heimat. Das Gemeindezentrum soll ein Zeichen dafür sein.“

Michael Schmitz



Kommentare
29.10.2012
10:39
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

27.10.2012
15:06
Grundstein für Hörder Moschee
von lkoesum | #2

Meines Erachtens gibt es doch schon eine Moschee in Hörde. Die Sultan Ahmet Moschee ist doch in Hörde, oder nicht?? Wird die denn jetzt geschlossen, oder warum benötigt man noch eine zusätzliche Moschee?

27.10.2012
01:56
Grundstein für Hörder Moschee
von Waitki | #1

"Zunächst war auch der Bau von 54 Eigenheimen und Einheiten für betreutes Wohnen geplant. Gegner hatten das Gespenst eines muslimischen Ghettos in Hörde an die Wand gemalt."

Das die 54 Eigenheime aber nicht gebaut wurden liegt nicht an den Gegnern, sondern es finden sich keine Käufer.
Und für das Projekt betreutes wohnen kein Investor.

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