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Gib und Nimm am Bücherschrank

11.10.2012 | 06:00 Uhr

Aplerbeck/Hombruch.   Die erste öffentliche Büchertauschbörse --so beschreibt die Mercator-Stiftung ihren Bücherschrnak. Eines dieser Exemplare steht in Aplerbeck, mit bestem Erfolg. Auch in Hombruch wünscht sich der Förderkreis Kultur eine solche Einrichtung.

Die einen haben ihn schon – die anderen hätten es gerne: Einen öffentlichen Bücherschrank. Der steht in Aplerbeck auf dem Marktplatz, direkt an der Bushaltestelle, in Hombruch bastelt der Förderkreis Kultur an einem Konzept für Schrank, Standort und das nötige Geld. Kostenlose öffentliche Buchausleihe für kleine und große Leseratten funktioniert mit diesem Projekt.

Und das läuft in Aplerbeck bereits bestens, weiß Verwaltungschef Ulrich Krüger. Dank der Mercator-Stiftung. Die hat im Rahmen der kulturellen Bildung ein Projekt aufgelegt, mit dem für das Ruhrgebiet insgesamt zehn Bücherschränke im öffentlichen Raum gesponsert werden. Einer davon steht seit Mai auf dem Aplerbecker Markt, der jüngste, der achte, wurde am Wochenende in Witten eingeweiht. Doch auch für die letzten Beiden gibt es schon viele Bewerber – doch Dortmund ist schon versorgt, kann Ann Kathrin Schubert von der Essener Stiftung weiteren Begehrlichkeiten keine großen Hoffnungen machen.

Zwei Meter hoch, einen Meter breit mit jeweils vier Fächern auf beiden Seiten – so sieht der Mercator-Bücherschrank aus. Farbe: „Mercator“-Blau, die Fächer sind durch Klappen mit bruchfestem Glas geschützt. Jetzt, in den Herbstferien, ist der Buchbestand in Aplerbeck schon sichtbar gelichtet. Kinder- und Jugendbücher auf der einen Seite, ein bunter Literaturmix für Erwachsene auf der anderen. Dort reicht das Angebot derzeit von Marie Luise Fischer und Konsalik über Siegfried Lenz‘ gebundenes „Das Vorbild“ bis hin zu Franz-Josef Strauß im Taschenbuchformat. Wem das nicht gefällt, der greift vielleicht lieber zum Ratgeber „Das hyperaktive Kind“ oder dem PC-Praxis-Band – aber Vorsicht, letzterer hat wohl eher historischen Wert. . .

Der Schrank funktioniert nach dem Prinzip „Gib und Nimm“, jede(r) kann den Lesestoff entnehmen, der gefällt – zurückbringen oder auch behalten. Und andrerseits sind alle aufgerufen, die Fächer wieder aufzufüllen. „Funktioniert – sogar ohne Vandalismus“, urteilt Krüger zufrieden für Aplerbeck.

Die Grundidee, die möchte auch der Förderkreis Kultur für Hombruch wahr machen. Erste Ideen wurden gewälzt, es gibt erste Entwürfe für ein „öffentliches Bücherregal“ und auch die Suche nach einem Standort ist schon angelaufen, berichtet Barbara West. Noch hapert es – nicht zuletzt an den fehlenden Finanzen.

In Aplerbeck hatte die Bezirksvertretung das Geld bereit gestellt – bevor Mercator einsprang. Mit 3000 bis 4000 Euro, je nach örtlichem Aufwand, schlägt so ein Schrank zu Buche, weiß Ann Kathrin Schubert. Die Mercator-Stiftung lässt sie bei einem Bochumer Schreiner bauen – kopieren erlaubt, der Kontakt wird hergestellt.

Katrin Kroemer



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