Gender-Gesetz macht Studentenwerk zum Studierendenwerk

Das Studentenwerk wird umbenannt: Weil der Begriff nicht geschlechtsneutral ist, heißt es bald Studierendenwerk. Das besagt ein neues Gesetz des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung (MIWF). Jetzt gibt auch Dortmund dem Druck nach. Doch der ungeliebte neue Name kostet viel Geld.

Barop.. Ursprünglich hatte das Dortmunder Studentenwerk die vom Ministerium vorgesehene Namensänderung abgelehnt - vor allem aufgrund der Kosten. Jetzt beugen sich die Traditionalisten dem Druck von oben. "Der Verwaltungsrat hat in seiner letzten Sitzung die Umbenennung aus rein pragmatischen Gründen entschieden", teilt das Studentenwerk mit.

Wegen des Festhaltens am alten Namen hatte das Ministerium die Genehmigung der neuen Satzung verweigert. Die ist aber für die wegen des Gesetzes obligatorische Neuwahl des Verwaltungsrates erforderlich. So werden nun auch die Dortmunder zum ungeliebten "Studierendenwerk".

Unglücklich über neuen Namen

Man habe eine aufwendige rechtliche Auseinandersetzung vermeiden wollen, teilte eine Sprecherin mit. Außerdem sollte Planungs- und Rechtssicherheit in Bezug auf die Neuwahl des Verwaltungsrates herrschen. Glücklich sind die Entscheider mit dieser erzwungenen Umbenennung noch lange nicht.

Sie sind schon rein sprachlich nicht ganz einverstanden mit ihrem neuen Namen, in dem sie ein "holprig klingendes Wortkonstrukt" sehen. Das Wort "Studierende" bezeichne nicht den Status einer Person, sondern es beziehe sich auf die Tätigkeit des Studierens.

Kosten von 180.000 Euro

Das Namensgebungsrecht stehe aufgrund der gesetzlich zugewiesenen Satzungsautonomie den Studierendenwerken zu. Die Einmischung des MIWF sei daher rechtlich unzulässig, sagt Dr. Horst Günther, Vorsitzender des Verwaltungsrates. Auch die Arbeitsgemeinschaft der Studentenwerke NRW hatte betont, die Anstalt könnte den Namen selbst bestimmen.

Nunmehr müssen sich die Beschäftigten des Studierendenwerks damit befassen, Schilder, Briefbögen und den Internetauftritt zu ändern sowie behördliche Umschreibungen zu beantragen. "Wir rechnen mit rund 180.000 Euro für die Umbenennung. Geld, das wir lieber in die Versorgung unserer Studentinnen und Studenten investiert hätten", erklärt Geschäftsführer Peter Hölters.