Gardenkamp: CDU stellt Ampeln auf Rot
03.10.2008 | 16:07 Uhr 2008-10-03T16:07:30+0200Barop. Die CDU-Fraktion im Rat will die Ampeln für den geplanten Ausbau des Gardenkamps/Vogelpothsweg als neue Uni-Tangente auf Rot stellen. ...
... "Die bürgerfeindliche Planung muss sofort gestoppt werden", sagt der planungspolitische CDU-Sprecher Knut Follert. Die Bürgerversammlung am 10. September habe deutlich gezeigt, dass der Umbau des "Feldweges" in eine Hauptverkehrsstraße das völlig falsche Konzept sei, um die Verkehrsprobleme im Uni-Umland zu lösen.
Follert fordert daher, das Gebiet durch einen neues, unabhängiges Gutachten neu überplanen zu lassen. Die Christemokraten setzen dabei nach wie vor auf den Weiterbau der Universitäts-Südtangente bis zur Straße Am Beilstück.
Im ersten Schritt sollten die Ausbauplanungen zumindest solange ausgesetzt werden, bis der Anschluss der Universität an die B1 vollständig hergestellt ist, schlägt Knut Follert vor.
Planungen noch einmal überdenken
An die Adresse von SPD und Grünen gerichtet, appelliert der CDU-Sprecher, die Haltung hinsichtlich "der mit erheblichen Mängeln belasteten Planung noch einmal dringend zu überdenken. Es kann nicht angehen, dass sich SPD-Ratsvertreter Olaf Radtke hier für 5,5 Millionen Euro ein Denkmal bauen lässt, das keiner will und keinem nutzt", fährt Follert harte Geschütze auf.
Dem Ganzen die Krone aufsetzen würde "der mit rot-grüner Mehrheit durchgesetzte Vorschlag, den ausgebauten Gardenkamp entgegen dem Vorschlag der Planungsverwaltung nicht an die Uni-Südtangente anzuschließen".
Als inakzeptabel empfindet die CDU-Fraktion "die Drohungen der Stadtverwaltung, drei Anwohner des Gardenkamps notfalls enteignen zu wollen und ihnen im Falle einer Niederlage vor Gericht auch noch die hohen Prozesskosten aufzubürden."
Das "rot-grüne Beharren darf nicht dazu führen, Bürgern ihr Eigentum wegzunehmen und sie auch noch zur Kasse zu bitten", merkt Christdemokrat Follert abschließend an.
22:52
@Apfelfinder
Es ist immer gut, wenn man den Diskutanten mal so richtig den Marsch bläst. Alles rauslassen, das macht locker... Was wäre denn *Ihr* Vorschlag gewesen?
PS: Was meine Nachteile angeht: Abgesehen von der nicht erfolgten Enteignung habe ich den Uni-Verkehr in Groß-Barop/Schönau fast 20 Jahre lang genossen und muss trotz Umzug nach Marten immer noch fast jeden Tag (oft mehrfach) durchs gesamte Uni- und TechnoPark-Gebiet fahren. Ein Auswärtiger, ob parteilos oder nicht, hat nicht mal den Hauch einer Chance, nur anhand von Kärtchen und Statistiken die eigentlichen Probleme zu erkennen.
Herr Vogel (sorry für den Tippfehler vorhin), seit die Südtangente nun mal da ist, wird sie eigentlich für alles Mögliche als Alternative verschwurbelt, ohne dass es jemals verwertbare und umsetzbare Ergebnisse gab. Ich darf in diesem Zusammenhang auch an die inzwischen verstorbene DüBoDo erinnern, also die Tangente der A40/43 zur A44.
Das mit der Entlastung der Stockumer ist eben immer wieder von der CDU ins Rennen geführt worden, die als Grund für deren Belastung hauptsächlich den Verkehrsstrom von und zum TechnoPark/Campus Süd anführten. Die von mir erwähnten Untersuchungen ergaben aber mehrfach, dass dem nicht so ist. Der Großteil der Fahrzeuge nutzt sie als direkte Ost-West-Verbindung zwischen den anliegenden und durch sie verbundenen Ortsteilen (Stichwort Indupark), als Zubringer zur A45 und als Zubringer von/nach Witten.
Beim Indupark konnte man damals noch mit der Tangente punkten, um Verkehrsströme aus Richtung Süden und Innenstadt am Schwerpunkt Parkhaus und Eichlinghofen vorbei erst mal nach Oespel zu verschleunigen. Hätte aber den Oespeler Ortskern nicht entlastet. Mit der neuen Brennaborstr. hat man das Problem wesentlich eleganter gelöst (obwohl sie eigentlich zur Erschließung/Erweiterung der Techno- und Induparks gedacht war, was aber mangels Bauwilligkeit eine Nullnummer ist).
Die Zahlen von damals haben sich deswegen in ihrer zentralen Aussage bis heute nicht verändert, weil sich die Siedlungsstruktur in den betroffenen Ortsteilen kaum verändert hat - abgesehen von dem einen oder anderen kleinen Wohn-Neubaugebiet.
21:29
Ja, echt komisch, dass sich Menschen gar nicht für Zeitungsartikel interessieren, die sie nichts angehen...
Zurück zum Thema. Danke für den Hinweis auf den Masterplan Mobilität. Erstaunlich finde ich, dass darin der Weiterbau der Universitätsstraße zum Krückenweg durchaus als Alternative zum Gardenkampausbau aufgeführt ist und als Grund sogar explizit die Entlastung der Stockumer Straße und Hombruchs aufgeführt ist: Seite 37, Punkt 25c in http://dev.stadtplanungsamt.dortmund.de/upload/binarydata_do4ud4cms/69/90/05/00/00/00/59069/masterplan_mobilitaet.PDF
17:56
Hallo Zusammen,
das schöne an dieser Diskussion hier (und nicht nur hier) ist, das es niemanden um ein sinnvolles Verkehrskonzept für den Dortmunder Süden geht, sondern nur das man selber keine Nachteile hat. Bravo und zum kotzen! Man sollte bei solchen Themen nur Auswärtige (Partielose) bewerten lassen und nicht direkt betroffene. Das ergibt nur solche Pseudodiskussionen.
17:21
Lieber Herr Vogt,
leider gibt es diese damaligen Verkehrszählungen nicht im Netz. Da aber mein Elternhaus damals unmittelbar (durch Enteignung) von der Weiterführung bis zum Krückenweg betroffen gewesen wäre, kann mich mich noch gut daran erinnern und finde bestimmt noch entspr. Zeitungsschnipsel auf dem Dachboden;-)
Allerdings gibt es seit 2004 den Masterplan Mobilität (im DO-Portal des Stadtplanungsamtes zu finden), in dem auf diese damaligen Untersuchungen Bezug genommen wird:
Die Verlängerung der Uni-Südtangente führt
zu einer nicht erwünschten Entlastung der
B1, zu einer weiteren Entlastung der Straße
An der Palmweide aber nur zu abschnittweisen
und relativ geringen Entlastungen der
Stockumer Straße und der Straße Am Gardenkamp.
Diese insgesamt geringen positiven
Wirkungen müssen mit einer hohen
Belastung anderer Bereiche erkauft werden.
-> Die Ergebnisse entsprechen denen früherer
Untersuchungen.
14:58
Lieber Herr Lohmann,
danke für die ergänzenden Informationen. Dass die Stadt 20 Jahre alte Verkehrszählungsdaten zur Grundlage aktueller Planungen macht, wusste ich noch gar nicht.
Wenn der Gardenkamp eine Entlastung Eichlinghofens von den aus Süden (also über die Baroper Straße / Hansmannstraße) kommenden Fahrzeugen bieten soll, muss natürlich sichergestellt sein, dass auch ein nennenswerter Anteil dieser Fahrzeuge die Uni zum Ziel hat. Ist das im vorigen Jahrhundert auch mal erfasst worden und wenn ja, wo finde ich die Zählungsdaten? Die Stadt hat ja leider große Teile ihres Internetangebotes für Suchmaschinen gesperrt, sodass es nicht immer leicht ist, ohne aufwendige Telefonate oder persönliches Vorsprechen eine vernünftige Auskunft zu erhalten. Zur Ehrenrettung der Stadt muss ich sagen, dass dieser Weg bisher immer tadellos funktionierte.
Ohne die Onlineaktivitäten des Nachbarschftsvereins Kleine Heide / Henriettenweg hätte ich die Pläne jedenfalls gestern und heute nicht einsehen können. Zum Glück gibt es dort Fotos von den rechtzeitig vor der Bürgerinformationsveranstaltung beschlossenen Ausbauplänen: http://kleine-heide.org/
21:22
Herr Vogel, mit Verlaub, aber das ist Unsinn und schon lange widerlegt.
Der Verkehr aus/nach Westen kommt mitnichten zum Großteil von der A45, sondern von der Stockumer Str./Kreuzung Südtangente oder über Dorstfeld/Marten, da seit einigen Jahren dort auch die zum Hauert reichende Brennaborstr. existiert.
Der Verkehr aus/nach Norden und Osten kommt über die Wittekindstr. und über die Palmweide zur TU, Der Verkehr von/nach Süden muss ebenfalls über die Kreuzung Stockumer/Südtangente oder über Beilstück/Krückenweg/Palmweide.
Es sind also z.Zt. immer sowohl Eichlinghofen als auch der nordöstliche Teil Barops betroffen. Die Führung über das kurze Stückchen Südtangente bis zum Hauert bedeutet von allen Seiten einen Umweg über den Technopark zur Uni.
Die erste sinnvolle Maßnahme wird demnächst mit der neuen A40/B1-Abfahrt Uni Realität und kann damit zunächst Palmweide und Groß-Barop entlasten. Der ursprüngliche geplante Südtangenten-Weiterbau hätte das Problem nur anders in Barop und Eichlinghofen verschoben, nicht gelöst.
Die zweite sinnvolle Maßnahme - der Gardenkamp-Ausbau - entlastet Eichlinghofen vom Verkehr aus Süden und Südosten.
Was noch nötig ist, ist die Sperrung der Palmweide für den Durchgangsverkehr der Uni und die Komplett-Einziehung des Südtangenten-Restes. Die Stockumer Str. in Klein-Barop bleibt weiter ein Problemfall, aber dies hat überhaupt nichts mit der Uni und/oder der nicht vollendeten Südtangente zu tun.
Die Verkehrszählungen, die diese Fakten belegen, fanden schon vor mehr als 20 Jahren statt, aber seitdem hat es keine signifikanten Verschiebung der Verkehrsströme gegeben, so dass die Zahlen auch heute noch gültig sind.
Ich bleibe bei meiner Meinung, dass hier einige wenige um ihre Bequemlichkeit besorgten Zugereiste, die die Planungen kennen mussten, nun auf dem Weg der öffentlichen Stimmungsmache Mehrheitsbeschlüsse ungeschehen machen wollen.
11:06
Die verkehrsplanerische Argumentation hinter dem Gardenkampausbau entzieht sich für mich jeder Nachvollziehbarkeit. Wenn der KFZ-Verkehr von und zur TU kanalisiert werden soll, warum dann ausgerechnet über die bereits jetzt schon überlastete Stockumer Straße? Der Verkehr in und aus Richtung Westen (Anschlussstelle Eichlinghofen der A45) benutzt ohnehin bereits den Weg über die Universitätsstraße und der Verkehr in und aus Richtung Osten steht zu den Hauptverkehrszeiten im Stau in Barop, wo selbst der vierspurige Ausbau der Stockumer Straße den Infarkt schon jetzt nicht verhindern kann. Eine Entlastung ist da in keinem der beiden Fälle möglich.
Als einzig sinnvolle Maßnahme sehe ich die ursprüngliche Planung eines Anschlusses der Universitätsstraße an das Hauptverkehrsnetz über die bereits vorbereite Verlängerung in Richtung Beilstück an. Dadurch würden sowohl Barop als auch Eichlinghofen vom Durchgangsverkehr entlastet sowie Hombruch besser erreichbar.
22:12
Die Christemokraten setzen dabei nach wie vor auf den Weiterbau der Universitäts-Südtangente bis zur Straße Am Beilstück.
Ach wie putzig. Da wird über die Absicht, 3 Bürgern ihr Eigentum wegzunehmen gejammert und im gleichen Atemzug wesentlich mehr Bürgern, die der Südtangente bis zum Beilstück mit ihrem Eigentum im Weg liegen, das gleiche Schicksal zugemutet.
Für wie dumm hält der Herr Follert uns eigentlich? Wenn er die Stimmung der paar Gardenkamp-Neuanlieger für den Kommunalwahlkampf nutzen will, dann sollte er bedenken, dass er damit gleichzeitig noch viel mehr Wählern, die sein St.-Florians-Theater nicht mitmachen werden, die Stimmung pro CDU gründlich verhagelt!