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Gardenkamp-Anwohner protestieren

11.11.2007 | 16:55 Uhr

Eichlinghofen. "Wir brauchen Spielplätze und keine große Straße!", stand auf einem Transparent, das Kinder Samstag in die Höhe hielten. Rund 150 Anwohner protestierten gegen den Ausbau des Gardenkamps.

"Erst baut die Stadt ein Neubaugebiet für junge Familien, dann baut sie direkt daneben eine Hauptverkehrsstraße, über die täglich 15 000 Autos rollen sollen. Sieht so das familienfreundliche Dortmund aus?", fragt Christiane Spänhoff von der Verkehrsinitiative Uni-Umland, kurz VINUM.

Wie mehrfach berichtet, soll durch den Ausbau des Gardenkamps eine Verbindung zwischen B1 und Stockumer Straße geschaffen werden. Spänhoff rechnet mit dem Baubeginn ab Frühjahr 2008. Noch hofft die Initiative auf eine Kehrtwende der Stadt. "Denn die Nachteile sind offensichtlich", sagen die Anwohner.

Für die stark befahrene Palmweide bringe der Anschluss der Emil-Figge-Straße an die B1 eine deutliche Verbesserung. Der Gardenkamp-Ausbau mache sich auf der Figge-Straße aber kaum bemerkbar. Andere Straßen rund um die Universität würden von der neuen Achse zwar profitieren, aber: "Die vergleichsweise geringe Entlastung dort steht in keinem Verhältnis zur Belastung des Gardenkamps von derzeit 500 auf 15 500 Fahrzeuge täglich", findet Wilfried Ehmer von der Initiative.

Der bemängelt auch, dass die Bewohner des Neubaugebietes in die Planungen nicht miteinbezogen wurden. Bei Aufstellung des Bebauungs-plans 1997 habe es die Wohnhäuser nämlich noch nicht gegeben. Damals hätten die Behörden das Verkehrsaufkommen auf 7200 Fahrzeuge täglich prognostiziert. 2003 war plötzlich die Rede von 15 500 Fahrzeugen am Tag.

"Die schalltechnische Beurteilung von 1994 ging demnach von Zahlen aus, die mit den aktuellen Prognosen nicht übereinstimmen", so Christiane Spänhoff.

Ein weiterer Punkt, der gegen den Ausbau spreche, sei die Abwertung des Naherholungsgebietes Rahmkebach, das erst in den letzten Jahren renaturiert sowie mit Fuß- und Radwegen erschlossen worden ist. "Es wird von Bewohnern aus Eichlinghofen, Oespel und Barop zur Naherholung genutzt und würde durch die geplante Trasse zerschnitten", weiß Spänhoff.

Die Initiative lasse derzeit prüfen, ob rechtliche Schritte gegen die Ausbaupläne Aussicht auf Erfolg haben könnten. "Wenn wir die Mehrheitsfraktion schon nicht von den verkehrspolitisch unsinnigen Beschlüssen abbringen können, hilft uns vielleicht das Gesetz. Das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen", so Ehmer.

Von Jens Ostrowski

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