Gänserettung am Phoenix-See
20.07.2012 | 17:17 Uhr 2012-07-20T17:17:00+0200
Hörde. Eine Gans hing im Maschendrahtzaun fest. Für ihre Rettung ging ein Spaziergänger ins Wasser.
Es sollte ein entspannender Spaziergang werden, rund um den Phoenix-See. Doch der endete in großer Aufregung – und im Wasser: Ein Dortmunder Paar rettete jetzt einer Wildgans das Leben, die sich in der Zaunumrandung auf der Südseite des Sees fast erdrosselt hätte.
Kopfunter im Wasser
Mit Hund und Lebensgefährtin Isabel Klimesch machte Heiko Kalwa seine Runde um den See. Auf dem Rückweg, am unbebauten flachen Teil des Südufers, hörten sie auf einmal lautes Flattern und ungewöhnliches Geschrei. Sie entdeckten eine große Gans im Maschendrahtzaun, die völlig verdreht und immer wieder kopfunter im Wasser hing. Als Kalwas Lebensgefährtin losrannte, um zwei Security-Leute zu holen, die sie etwas weiter entfernt sah, dachte er nur: „Das dauert zu lange, bis dahin ist es für die Gans zu spät“. Er zog sich die Schuhe aus, krempelte die Hose hoch und watete ins Wasser.
Tier hing im Zaun fest
„Etwas wie ein Schnürband hatte die Gans um den Kopf gewickelt“, erzählt der 49-Jährige, und habe damit im Zaun gehangen. Vorsichtig habe er das Band abgewickelt. Die Gans, so Kalwa, muss seine gute Absicht gemerkt haben – sie sei ganz lieb gewesen.
Den Einsatz von Heiko Kalwa lobt Seemanager Georg Sümer – und bedauert gleichzeitig den Vorfall. Der Maschendrahtzaun ist zum Schutz der noch wachsenden Uferbepflanzung aufgestellt – schon von Anfang an, gegen die Vögel und anderes Getier, die ein ungestörtes Wachstum stören könnten. Und Nil- bzw. Kanadische Wildgänse siedelten sich zunehmend am See an. Dass sich dort ein Vogel verfangen hat, hört er zum ersten Mal.
Die Ordnungskräfte selbst haben den Vorfall noch nicht einmal gemeldet – sie haben nur noch den Retter gesehen, barfuß, mit Schuhen in der Hand. Die glückliche Gans war schon von dannen.
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