Fürs Segel-Idyll muss die Altlast verschwinden
25.11.2008 | 18:04 Uhr 2008-11-25T18:04:02+0100Berghofen. "Ob wir das noch erleben, dass das mal so aussieht?", kommentierte eine ältere Dame die Computeranimation des fertigen Geländes: Idyllische Häuschen umrahmen einen tiefblauen Phoenix-See mit kleinen Segelbooten.
Georg Sümer vom Umweltamt war sich bei seinem Vortrag vor dem Frauentreff am Montag im Pfarrheim St. Joseph ziemlich sicher: "Die Arbeiten liegen im Zeitplan." Doch bis aus der Lehmwüste ein urbanes Naherholungsgebiet und eine exklusive Wohnlage geworden ist, fließt noch einiges an Wasser die Emscher hinab. Denn auch der ungeliebte Abwasserkanal wird im Rahmen des Projektes ans Tageslicht geholt. Zurzeit fließt die Emscher in acht Metern Tiefe, soll aber im Jahre 2010 den fertigen See, in einer 30 Meter breiten Aue, renaturiert säumen.
Vor allem die industrielle Vergangenheit der Region bereitet einige Probleme, so der Referent: Hohlräume im Boden, ein Erbe des Bergbaus, müssen verfüllt werden. Auch das Ausheben des Sees scheint nicht ganz einfach: "Die alten Fabrikeinheiten müssen abgetragen werden", so Georg Sümer. Gemeint sind die Überreste der alten Hermannshütte, die noch im Boden schlummern. Zwar sind schon 500 000 Kubikmeter abgetragen, doch ist das nur ein Fünftel dessen, was die Brache zu einem See machen soll. 24 Hektar Fläche soll das Nass einmal haben, bei einer Tiefe von 2,5 Metern.
Die etwa 50 Besucherinnen und Besucher an diesem Abend blickten bei solchen Größenordnungen schon etwas erstaunt drein: "Wie lange dauert es denn, bis der See vollgelaufen ist?", wollte ein älterer Herr wissen. "Ein halbes bis ein Jahr", antwortete Georg Sümer. Der kleine Lobach soll nach Abschluss der Bauarbeiten, Ende 2009, die Flutung übernehmen.
Der computeranimierte Film sorgte für Gelächter, als der Sprecher die mediterrane Atmosphäre am Jachthafen pries. "Ich bin zwar Optimist, aber sowas kann ich mir in Hörde nicht vorstellen", sagte Birgit Müller, Mitorganisatorin des Frauentreffs.
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