Flussregenpfeifer verzögert Baustart auf Phoenix-West

Die Nordwest AG aus Hagen verschiebt den Baustart für eine neue Unternehmenszentrale auf Phoenix-West in Hörde. Damit respektiert das Unternehmen den Artenschutz für den aktuell dort brütenden Flussregenpfeifer. Wir erklären die Hintergründe.

Hörde.. Hintergrund:

Der als "gefährdet" eingestufte Vogel ist ein Bodenbrüter. Mindestens drei Paare haben ihre Gelege auf dem Nordwest-Baugrundstück abgelegt, obwohl sie dort mit Flatterband vergrämt werden sollen. Bauarbeiten würden die Brut gefährden. In der vergangenen Woche hatten Naturschutzbund, Tierschutzbund und der Bund für Umwelt- und Naturschutz das Umweltamt aufgefordert, einen Baustopp zu verhängen, da die Baumaschinen die Brut gefährden würden.

Der Konflikt:

Das Umweltamt erkannte diese Gefahr allerdings nicht und sprach sich für einen kontrollierten Baustart aus - die Naturschutzverbände schalteten deshalb am Sonntag und am Montag die Höhere Landschaftsbehörde bei der Bezirksregierung in Arnsberg und die Staatliche Vogelschutzwarte NRW beim Landesamt für Naturschutz ein. Ziel: Die Behörden sollten das Umweltamt der Stadt Dortmund noch einmal "beraten". Einen Baustopp verhängen musste das Umweltamt allerdings nicht. Denn die Nordwest AG kam solch einem Beschluss zuvor.

Das Ergebnis:

Am Dienstag teilte Nordwest mit: "Zugunsten des Artenschutzes verzichtet das Unternehmen selbst auf einen Spatenstich zum jetzigen Zeitpunkt."

Abgesehen davon: Der von Nordwest beauftragte Generalunternehmer muss noch Details klären, sodass die Einrichtung der Baustelle ohnehin noch warten kann. Mitte oder Ende Mai fliegen die Flussregenpfeifer mit ihren Jungen davon. Dann dürfen die Bagger rollen. Nordwest verlegt 300 Arbeitsplätze von Hagen nach Hörde.