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Hombruch

Eine Schule zum Fühlen

24.05.2012 | 17:08 Uhr
Eine Schule zum Fühlen
1. Snoezeln in der Max-Wittmann-Schule Hombruch gehört zum Unterrricht. Foto: Klaus Pollkläsener

Hombruch.   Ein beheizbares Wasserbett, eine Blubbersäule, ein Sternenhimmel und ein Liegepodest als Sternenwiese mit Farbwechsel – und das alles einzeln schaltbar.

Ein beheizbares Wasserbett, eine Blubbersäule, ein Sternenhimmel und ein Liegepodest als Sternenwiese mit Farbwechsel – und das alles einzeln schaltbar.

Keine Wellnessfarm, sondern pädagogisch geführte Entspannung und gezielte Sinnesanregung: der „Snoezel“-Raum der Schule an der Eierkampstraße, Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung und zur Zeit noch Dependance der Evinger Max-Wittmann-Schule. Am 1. August ist es soweit – die Schule wird eigenständig. Wie und womit stellte sie jetzt das erste Mal der Öffentlichkeit vor, mit einem bunten Tag der offenen Tür.

Geräumig und hell

Als die Max-Wittmann-Schule drohte, aus allen Nähten zu platzen, bot der Umbau der ehemaligen Zillerschule neue Chancen für die förderbedürftigen Kinder zwischen sechs und 18 Jahren. Geräumig, hell und insbesondere: barrierefrei wurde das Gebäude gestaltet (wie berichtet). Bis zu 100 Schüler finden dort Platz. „Sensationell“, empfindet Ko-Direktorin Barbara Höhn-Rather das Lernumfeld. Und meint nicht zuletzt die geräumigen Bäder, die mit Hebevorrichtungen für Rollstuhlfahrer oder Liegen, Alarmklingel und viel Platz allen Beteiligten die nötigen Gänge erleichtern.

„Es ist die erste städtische Schule, die so angelegt ist, dass sie auch für mehrfach behinderte Kinder geeignet ist“, ist sie begeistert. Überschaubar, nett, mit „Charme und Luft“. Familiär.

Ein Konzept mit Erfolg

Zur Zeit bereiten 22 Lehrer ca. 80 Schüler in acht kleinen Klassen auf das Leben vor, soweit es geht. „Lebenspraktisches Training“, benennt die Ko-Direktorin die Aufgabe, die Kinder dahin zubringen, dass sie selbstständig essen, sauber werden – selbstständig leben können. Da braucht es manchmal einen ganz bestimmten Schubs, einen individuellen besonderen Reiz, damit die Kinder mit teils schweren geistigen Behinderungen aufnahme- und lernbereit sind. Daher geht viel über Berühren und Spüren. Über die Musik, das Toben im Aktionsraum oder dem großen Außengelände und über das „Snoezelen“ im Entspannungsraum, der je nach Saison farblich gestaltet wird und über Licht, Ruhe und unterschiedliche Berührungsmomente besonders Kinder, die sonst kaum reagieren, anregt.

Kontakte zur Lebenshilfe e.V.

Ein Konzept mit Erfolg. Denn nicht zum ersten Mal wird die Schule auch dieses Jahr Schüler an andere Schulen übergeben können, ihnen fehlte nur der richtige Anstoß, sich zu entwickeln. Damit der auch bei den Absolventen nicht verloren geht, bemüht sich die Schule an der Eierkampstraße um Kooperationen, u.a. mit der Lebenshilfe e.V. .

Erste Kontakte sind schon geknüpft.

Antje Mosebach



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