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Ein Unfall, der ihr Leben veränderte

06.11.2012 | 17:29 Uhr
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Ein Unfall, der ihr Leben veränderte
Ein Hubwagen ähnlich wie dieser fuhr Gertraude Richard über den Fuß.Foto: Tim Cordes

Hörde.   Gertraude Richard erlitt in einem Baumarkt einen Unfall: Ein Hubwagen fuhr über ihren Fuß und brach ihr mehrere Knochen. Auf eine Entschädigung wartet sie vergeblich.

Ein Unfall im Hörder Hellweg-Baumarkt hat das Leben von Gertraude Richard verändert. Ein Transportfahrzeug fuhr der Dortmunder Lehrerin über den Fuß. Jetzt hofft sie, Zeugen für den Vorfall zu finden. Denn bislang wurde Gertraude Richard nur mit einem Blumenstrauß entschädigt.

Nur ein paar Pflanzen kaufen

Es war der erste Tag der Herbstferien 2011. Die Sonne schien. Gertraude Richard wollte sich „in den Garten stürzen“ und dafür noch ein paar Pflanzen kaufen. Dann kam alles anders. Es begann eine monatelange Zeit des Leidens für die Dortmunderin. Nachdem sie auf dem Außengelände des Baumarkts einen Mitarbeiter angehalten und um Rat gefragt hatte, fuhr dieser – soviel steht von allen Beteiligten unbestritten fest – mit einem Transport-Fahrzeug, einer sogenannten „Ameise“, über ihren rechten Fuß. Gertraude Richard stürzte, hatte höllische Schmerzen und nahm nur schemenhaft wahr, dass sich auch einige Kunden um sie kümmerten. Das Unfallopfer hat das Geschehen so erlebt, dass der Weg für das Transportfahrzeug zugestellt war und der Mitarbeiter des Baumarkts deshalb eine kleine Kurve gemacht habe. Dabei habe er ihren Fuß überfahren.

Kundin in der Beweispflicht

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Frau sucht nach Zeugen

Zeugen für das Geschehen im Hellweg-Baumarkt Hörde am 24. Oktober 2011 können sich an die WR-Redaktion wenden. E-Mail: hoerde@wr.de oder telefonisch unter der Rufnummer 95733842.

Die WR wird dann einen Kontakt zu Gertraude Richard herstellen.

Mit schlimmen Folgen: Die Diagnose in der Unfallklinik bescheinigte Gertraude Richard mehrere Brüche von Mittelfuß und Zehen, dazu erhebliche Quetschungen. Es folgten Nachbrüche, Operationen, Wunden, die sich erst nicht schließen wollten. Die frühere Sportlehrerin kann heute nur noch ihr zweites Fach unterrichten: Musik.

Die juristische Aufarbeitung des Geschehens schleppt sich derweil hin. Der Hellweg-Baumarkt hat seine Versicherung, den Bayrischen Versicherungsverband, eingeschaltet. Die kündigte zunächst einmal eigene Ermittlungen an. Dabei kam aus Sicht des Versicherers heraus: Gertraude Richard soll in Richtung der „Ameise“ gelaufen sein. „Der Mitarbeiter konnte gar nicht ausweichen oder einen Schlenker machen, da die Arbeitsmaschine ganz nah an der Begrenzung stand. Ein pflichtwidriges Verhalten seitens unseres Mitarbeiters können wir nicht erkennen.“ Die Folge: Keinerlei Entschädigung für die verletzte Kundin. Sie sei nun selbst in der Beweispflicht, hat Gertraude Richard gelernt.

Die Dortmunderin hofft, dass sich noch Zeugen des Geschehens vom 24. Oktober 2011 finden. Der Unfall geschah in dem Hörder Hellweg-Baumarkt an der Hermannstraße, der mittlerweile geschlossen ist – zur Mittagszeit.

„Auslagen sollten ersetzt werden“

Gertraude Richard bewertet das Geschehen heute so: „Das war ein erheblicher Eingriff in mein Leben.“ Sie kann es nicht akzeptieren, dass sie nun auch noch auf den Kosten hängen bleiben soll, die ihr entstanden. Einbußen durch die langfristige Krankschreibung, Auslagen für Hilfsmittel, Fahrten, Praxisgebühren. „Ich möchte hier keinen Reibach machen, aber meine Auslagen sollten schon ersetzt werden“, findet sie. Und sicher sei auch ein Schmerzensgeld angemessen. Doch ohne Zeugen, soviel hat ihr Anwalt ihr längst angedeutet, wird es schwer sein, dies zu bekommen.

Jürgen Potthoff

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