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Wohnraum für Senioren in Hörde

Ein Stadtteil für jedes Lebensalter

11.05.2012 | 16:41 Uhr
Ein Stadtteil für jedes Lebensalter

Hörde.   „Ein soziales Geflecht, wie es früher in Hörde von der Hütte und den zahlreichen Vereinen gesponnen wurde, ist heute zerbrochen und besteht nicht mehr“, stellt Friedhelm Hendler vom Seniorenbeirat Hörde bedauernd fest.

„Ein soziales Geflecht, wie es früher in Hörde von der Hütte und den zahlreichen Vereinen gesponnen wurde, ist heute zerbrochen und besteht nicht mehr“, stellt Friedhelm Hendler vom Seniorenbeirat Hörde bedauernd fest.

Deswegen befasst sich der Beirat zunehmend mit dem Thema „Zukünftiges Wohnen und Leben in Hörde“ mit Blick auf die Situation der Senioren. „Wir wollen, dass unsere Bürger in Hörde, und speziell die Senioren, alles wissen, was im Stadtteil vor sich geht“, sagt Hendler.

Für das weggebrochene soziale Geflecht soll die „Aktion Mehrgenerationenhaus“ einen Ausgleich bilden und die Vernetzung sozialer Dienstleistungen vorantreiben. Unterstützt wird diese Aktion auch durch spezielle Wohnhäuser für mehrere Generationen, von denen vier bereits fertiggestellt sind und ein fünftes am Süd-Ost-Ufer des Phoenix-Sees auf den ersten Spatenstich wartet.

„Viele Anstrengungen, die wir zum Wohl der älteren Mitbürger unternommen haben, sind von der Politik zwar unterstützt, aus finanziellen Gründen aber nicht alle realisiert worden“, bedauert Karl-Otto Clemens vom Seniorenbeirat. In der Tat: Seit 2000 hat sich in der „Schallackermetropole“ vieles verändert. Bürgersteige sind für Rollstuhlfahrer und Rollatoren gesenkt und Wartehäuschen an Bushaltestellen gebaut und eine neue Buslinie eingerichtet worden. Aber es bleibt noch viel zu tun. Die Toilettenfrage ist immer noch ein Thema. Zwar liegt von Heinz Hüppe von der Phoenix-See-Entwicklungsgesellschaft die Zusage vor, eine „feste Toilette“ am Sportstützpunkt am Südufer zu errichten. Auch soll der See barrierefrei mit dem „alten Hörde“ verbunden werden.

Ob Hörde und speziell der Phoenix-See in seinem Umfeld einen Grillplatz, wie vereinzelt gefordert, braucht, bleibt umstritten. Heinz Hüppe ist strikt dagegen, die Politik verhält sich abwartend.: „Zur Zeit ist kein Bedarf erkennbar“, heißt es schlicht.

Hier sind alle Menschen gleich

„Integration sollte in Hörde ein Fremdwort sein, hier sind heute alle gleichberechtigte Mitbürger“, sinniert Friedhelm Hendler. Denn früher bot das Hüttenwerk 18 000 Arbeitsplätze, die weggefallen sind und auch das neugeschaffene Erholungsgebiet für Millionen Menschen kann diesen Verlust nicht wettmachen. Wie sagte doch NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider bei einer Veranstaltung am Rande des Phoenix-Sees, als er gefragt wurde, wie ihm der See gefällt: „Ein gutfunktionierendes Stahlwerk wäre mir lieber...“

Seniorenbeiratsvorsitzende Elisabeth Brand ist zuversichtlich, dass Hörde als Zentrum einer „Wander-Großbaustelle“ schon 2014 Geschichte sein wird.

Friedhelm Hendler fasst die Bemühungen des Beirats zusammen: „Wir wollen, dass unsere älteren Mitbürger seniorengerecht in ihren Wohnungen leben und uns in ihrem Wohnquartier erhalten bleiben.“ Nach den Vorstellungen des Seniorenbeirats könnte Hörde Beispiel für eine Stadt für jedes Lebensalter sein.

Von Horst-Dieter Czembor

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