Ein Spiel, so wie das Leben
17.01.2010 | 17:24 Uhr 2010-01-17T17:24:00+0100Eichlinghofen. Klar, sich in geselliger Runde vor einem Holzbrett versammeln und loslegen, ist einfach. Wie schwierig es dagegen ist, ein eigenes Gesellschaftsspiel zu entwickeln, davon können fünf Jugendliche aus der Jugenfreizeitstätte Eichlinghofen ein Lied singen.
Denn Marie Grigoleit (20), Catharina Pamp (17), Aron Pitula (17), Nena Schröter (20) und Laura Theimann (17) wollen kein Spiel erfinden, in dem man nur möglichst viel Geld scheffeln muss oder besonders viel Glück braucht. „Lebensplanung” ist ihr Thema.
„Das Spiel soll sein wie das richtige Leben. Bei manchen Sachen kann man sich entscheiden, was man tut”, erklärt Laura Theimann. Und das bedeutet eben auch, dass man auf die Nase fallen kann – mit allen Folgen. Allzu viel darf und will sie allerdings nicht sagen, schließlich arbeiten die Jugendlichen noch an ihrem Gesellschaftsspiel. „Das Spielfeld ist fertig. Jetzt fehlen nur noch Kleinigkeiten”, fasst Marie Grigoleit zusammen. Dass die Jugendlichen dafür ein Jahr gebraucht haben, liegt nicht etwa an Bummelei. Denn sie treffen sich nur einmal in der Woche. „Wir haben dann schon drei Stunden gearbeitet”, sagt Marie Grigoleit. Und die Jugendlichen haben sich intensiv vorbereitet, besuchten das Deutsche Spiele-Archiv in Marburg und die Spielemesse in Essen.
Belehrend soll das Ganze aber nicht werden, sondern „Spaß machen”, betont Angelika Schmitt, Fachreferentin für Kinder- und Jugendförderung im Stadtbezirk Hombruch. Ob man im Team agiert oder als Einzelkämpfer, bleibt den Spielern selbst überlassen.
Einer durfte bereits mitmischen: der Landtagsabgeordnete Prof. Dr. Gerd Bollermann (SPD). Er ist auch Mitglied des Vereins Hombrucher Sonnenstrahlen, der das Projekt sowohl finanziell als auch ideell unterstützt. „Kinder und Jugendliche sollen über das Spielen ins Gespräch kommen”, sagt Bollermann. Und auch über ernste Themen wie Armut im Stadtbezirk reden. Diese Idee findet sich im Konzept wieder. „Es ist ja die Frage, wer das Spiel gewinnt. Der, der im Leben möglichst viel Geld scheffelt oder der, der Menschen hat, auf die er bauen kann.” Auch was das angeht, hüllen sich die Nachwuchs-Spieleautoren in Schweigen. Das werde sich aber noch vor den Sommerferien ändern. Dann soll der Prototyp, den auch der Verein Hombrucher Sonnenstrahlen finanzieren will, fertig sein. Spielen sollen vor allem Jugendliche „in den weiterführenden Schulen”. wma
20:15
Von diesen Spiele-Machern hat man dann auch nix mehr gehört. Weder vor den Sommerferien noch sonst.
Ich glaub nicht mehr an dieses Spiel.