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"Ein Schlag ins Gesicht": Kein Geld für Ganztagsschulen

20.06.2007 | 09:24 Uhr

Aus den Stadtteilen. Es ist keine schöne Nachricht, die fünf Dortmunder Schulen pünktlich zu den Sommerferien erreicht: 2,3 Millionen Euro des Landes NRW für das Projekt "Offene Ganztagsschule" werden vorerst wohl nicht nach Dortmund fließen. Der Etatpost

"Wir beginnen nach den Sommerferien mit der Offenen Ganztagsschule, schließlich haben wir 48 Anmeldungen", betont Angela Möller, Leiterin der Gutenbergschule in Dorstfeld. Bei den nun fraglichen Geldern des Landes handele es sich um Investivmittel für Neu- und Umbauten. "Deshalb werden wir zunächst mit einem Provisorium starten." Die Gutenbergschule zählt neben der Steinhammerschule, der Kirchhörder Schule, der Adolf-Schulte-Schule und der Olpketalschule zu den betroffenen Einrichtungen.

Das Prinzip Hoffnung herrscht momentan an der Olpketalschule in Kirchhörde/Lücklemberg. Ja, man wolle nach den Ferien mit der Ganztagsschule beginnen, erklärte Schulleiterin Angela Jacobs gegenüber der Stadtteil-Zeitung. Notfalls in einem räumlichen Provisorium. Wenn, ja wenn zumindest die Gelder für laufende Kosten, etwa Personalkosten, fließen. Angela Jacobs hofft es, schließlich gebe es ja verschiedene Fördertöpfe. Ganz sicher ist sie sich derzeit nicht mehr.

Ihrer Kollegin Gudrun Rüding, Leiterin der Kirchhörder Schule, geht es momentan kaum besser. Auch hier will man angesichts 50 Anmeldungen mit einem Provisorium starten. "Darauf hatten wir uns ohnehin eingerichtet", so Rüding. Bisher hatte man an der Schule auf Container gehofft, ob die nun kommen, Gudrun Rüding weiß es nicht.

Auf die eigenen Fähigkeiten setzt in der Not die Steinhammerschule in Marten, denn auch hier soll es nach den Ferien losgehen. "Wir werden wohl einige alte Regale streichen, damit es etwas netter aussieht", sagt die stellvertretende Leiterin, Andrea Rumpelt.

Man schaut in den Schulen also nach vorne, wenn auch mit einer gehörigen Portion Zorn, Enttäuschung und Wut im Bauch. "Das ist ja ebenso ein Schlag ins Gesicht der Eltern, die sich beruflich darauf eingestellt haben", findet Angela Jacobs. Besonders wütend macht die Leiterinnen jedoch, dass die schlechten Nachrichten erst jetzt, wenige Tage vor den Sommerferien, bekannt wurden. "Der Zeitpunkt wurde so gewählt", sagt Gudrun Rüding, "dass wir eigentlich nicht mehr reagieren können."

"Zugzwang" verspührt deshalb die Adolf-Schulte-Förderschule in Aplerbeck. "Wir hatten bisher ein Betreuungsangebot von 8 bis 13 Uhr, das aber ausgelaufen ist, da wir davon ausgegangen sind, dass wir Offene Ganztagsschule werden", sagt Schulleiterin Ursula Lessig.

Genau das will man nun auch werden, denn 30 Anmeldungen liegen vor. "Aber eben provisorisch, wohl ohne neues Mobiliar", fürchtet Lessig.

Was ansonsten bleibt, ist die Hoffnung, dass die Nachrichten bald vielleicht besser werden, denn, da ist sich etwa Angela Möller von der Gutenbergschule sicher, "wir können jetzt nicht fünf Jahre warten und mit einem Provisorium leben".

Von Stephan Lamprecht

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