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Ein Klassenzimmer im Grünen

14.10.2012 | 16:06 Uhr
Ein Klassenzimmer im Grünen
Mit dem "rollenden Pult" unterwegs: Andrea Hirsch mit ihrem Waldmobil.Foto: Czembor

Schönau. Ihr Klassenzimmer ist draußen: Andrea Hirsch ist Waldpädagogin. Ihre Schüler sind bunt gemischt: Von Kindergartenkindern bis hin zu Senioren reicht das Spektrum. Ihre Unterrichtshilfsmittel wachsen direkt in ihrem Klassenzimmer und auch die Zutaten, die sie bei „Waldkochkursen“ benötigt, sind fast überall in freier Natur griffbereit. Wie die 50-jährige Dortmunderin zu diesem ausgefallenen Beruf kommt? „Ganz einfach und für mich auch ganz logisch“, lacht sie. Kurz gefasst: Der Ausbildung zur Industriekauffrau schloss sich das Lehramtsstudium für die Sekundarstufe 1 an mit den Schwerpunkten Biologie und textiles Gestalten.

Einstellungsstopp des Landes

Nach der zweiten Staatsarbeit zum Thema „Naturerfahrungsspiele im Wald“ und dem Referendariat in Wickede an der Ruhr versperrte der Einstellungsstopp der NRW-Regierung zunächst ihren weiteren Karriereweg.

Doch fast neben ihrer Schule in Wickede lag der Naturwald Vosswinkel mit seiner Waldschule. Andrea Hirsch sprach vor und arbeitet seit 1991 dort freiberuflich. In diesem Beruf ging sie mehr und mehr auf. „Meine zwei Kinder haben später meine ,Schulklassen’ maßgeblich mit verändert“, lacht Andrea Hirsch, die findet, dass ihr Nachname ausgezeichnet zu ihrem Traumberuf passt: „Ich brauche deswegen keinen Künstlernamen“, lacht sie verschmitzt.

Aus Kindergartenkindern und Grundschülern wurden Gymnasiasten, die ihre Unterrichtsstunden besuchen. Hinzu kommen Erwachsene bis hin zu Senioren. „Natur ist etwas Besonderes, etwas Schönes, Tiere, Bäume und Bodenlebewesen sind es wert, dass der Mensch sich mit ihnen beschäftigt“, ist sie sicher. Außerdem übernachtet sie gern im Wald mit ihren Schülern.

Am liebsten sind ihr Aktionen, bei denen Jung und Alt gemeinsam auf Natursuche gehen. Beispielsweise bei Lichterreisen im nächtlichen Wald oder bei Pflanzenexkursionen, bei denen die Teilnehmer erfahren, was man alles essen kann und was der Wald in seiner „Notfallapotheke“ bereit hält. Beispielsweise den Wegerichsaft, der blitzschnell bei allen Insektenstichen hilft. Und wer weiß schon, wie gut Brennnesselblätter, Giersch, Sauerklee oder frische Buchenblätter schmecken?

Seit einem Jahr hat Andrea Hirsch ein „rollendes Pult“, ein in NRW einmaliges Waldmobil, das von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald zur Verfügung gestellt wurde. Damit rollt sie zu ihren Einsätzen. Zur Zeit sind es vor allem die Waldjugendspiele für 80 Dortmunder Schulklassen.

Von Horst-Dieter Czembor



Kommentare
14.10.2012
18:33
Ein Klassenzimmer im Grünen
von Dortmund4Life | #1

Ich durfte auch schon mal die Waldjugendspiele begleiten und muss sagen: Es ist sehr lohnenswert und Frau Hirsch macht das ganz klasse :-) Liebe Grüße!

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