Ehepaar lässt die Puppen tanzen

Es war ein Abend, der den jungen Besuchern im Hansa-Theater aufzeigte, was es bedeutet, eine Trennung zu verschmerzen. Mit "Findus zieht aus" zeigten die Puppenspieler Randi und Grigorij Kästner-Kubsch, dass das auch geht, ohne den Zeigefinger zu erheben.

Hörde... Gefühlvoll und witzig gingen die beiden Dresdner Puppenspieler in ihrem lehrreichen Stück auf die Empfindungen zweier so verschiedenen Charaktere ein. Den erhobenen Zeigefinger braucht das Duo des August-Theaters dabei nicht.
Dafür agiert Grigorij Kästner-Kubsch, der dem alten, schrulligen Mann persönlich Leben einhaucht, zu überzeugend.

Quasi "nebenher" spielt der den Pettersson gebende Mime zudem zahlreiche Puppen. Gemeinsam mit der fingerfertigen Unterstützung seiner Frau Randi, die im Hintergrund die Figuren bewegt, entführt das ehemalige Hagener Firlefanz-Theater (1993 bis 2009) den fast ausverkauften Saal ins Reich der Fantasie. Mit ernstem Hintergrund.

Auszug tut immer weh

Da jede Trennung, wie auch der Auszug von Zuhause, mitunter weh tut, versuchen die von Autor Sven Nordqvist erfundenen Figuren wieder zueinander zu finden. Was am Ende der ebenso witzigen wie hintergründigen Vorstellung mit seinen traumhaften Überraschungen auch glückt.

Der äußerst agile, findige Kater Findus findet schließlich den richtigen Dreh, um wieder im Bett seines doch so ungleichen Partners schlafen und hopsen zu können.


Randi und Grigorij Kästner-Kubsch setzen all das fabelhaft anschaulich um, sorgen mit tollen Effekten wie dem Kochen auf stilecht qualmendem Holzofen für eingehende Bilder, die die Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahren zu spontanem Mitmachen animieren.


Trennung selbst erfahren


Die jungen Theaterbesucher lassen sich da nicht zweimal bitten, weisen Findus mit pfiffigen, mal vorlauten, Bemerkungen den richtigen Weg. Sie selbst erfahren so, wie es ist, wenn man sich von einem lieben Menschen trennen muss; nach einiger Zeit dann auch wieder zu ihm finden kann. Liebevoll erzählt von zweien, die seit 33 Jahren gekonnt die Puppen tanzen lassen. Bravo!