Drache spuckt Feuer unter der Hohensyburg

Ritter, Gaukler, Feen, Musiker und Marketender in historischen Gewändern gaben sich beim Mittelaltermarkt an der Hohensyburg ein Stelldichein. Auch viele junge Besucher mischten sich unter das bunte Völkchen. Sogar Fünfjährige ließen sich zum Ritter schlagen. Der Star des Markts war jedoch ein ausgewachsener Drache.

Syburg.. Als der "letzte lebende Drache der Welt" wird Fangdorn bei den Shows präsentiert. Zwei kräftige Hörner ragen seitlich aus der Stirn des zwölf Meter langen Untiers. Bis zur Schwanzspitze ist er gespickt mit Dornen. Teils manuell, teils maschinell bewegt der Steuermann den Drachen. Zwei Lenker und ein kleiner Computer helfen ihm dabei.

Der Höhepunkt des Spektakels: Der Drache spannt seine mächtigen Flügel auf, schwingt seinen kräftigen Schwanz hin und her. Sein Körper bläht sich auf. Und dann spuckt er Feuer. Eine Flamme: Zwei Meter lang. Der Ritter ergreift die Flucht.

Doch auch abseits von Fangdorn gab es viel zu erleben auf dem Mittelaltermarkt. Auf alten Holz-Karussells konnten sich die Kinder ebenso vergnügen wie beim Malen, Armbrust- und Bogenschießen oder Holzknüppel-Zielwurf. Ritter präsentierten sich in ihrer Kampfkunst und Krämer boten ihre Waren an.

Die Spielleute "Streuner" gaben Lieder und Tänze des Mittelalters zum Besten, während die Gruppe "Skalden" mit urgewaltiger Musik laut spielte: Große Trommeln und Dudelsäcke ließen ihren Sound weit verbreiten.

Eine brennende Fackel und sechs Bälle

Gaukler "Lupus" heizte mit seiner feurig scharfen Darbietung mächtig ein, ließ staunen und lachen. So warf er drei scharfe Messer und eine große Metallkugel ebenso gleichzeitig durch die Luft, wie eine brennende Fackel und sechs Bälle. "Luscinia" zog hingegen geschickt die Fäden. Sie erweckte ihre gleichfalls mit Bällen balancierende Marionette zum Leben, ließ zudem Trommeln und Dudelsack erklingen. Das Hagener Trio "Vrevel" zog musizierend über den Festplatz und überraschte so manch einen Marktbesucher.

Der bunte, oftmals durch das offene Feuer in Rauchschwaden liegende Markt, bot mittelalterliche Haushaltswaren, Kleidung, Schuhe, Trinkgefäße, Keramik, Rüstungen und Schwerter der damaligen Zeit an. Am Spinnrad wurden Fäden zu Wolle verwoben und daraus Pullover und Mützen gestrickt, in der Schmiede das heiße Eisen verarbeitet, andernorts Körbe geflochten und in der Gerberei Lederprodukte dargeboten.

Schmuckstücke und Tarot-Kartenleserin

Süßes wie Marmelade, Duftiges wie Seifen und Parfüm sowie Würziges wie Dill, Pfeffer und Chili gab es ebenso zu kaufen wie kreative Schmuckstücke. Auch für "Speis und Trank" in alten Gefäßen war an den Tavernen gesorgt. Und wer in die Zukunft sehen wollte, war bei der Tarot-Kartenleserin richtig.

"Ben von Westhofen" und eine junge Fee

Echte Männer ließen sich indes zum Ritter schlagen. Wie der Fünfjährige "Ben von Westhofen", wie er jetzt heißt. Wie man sich überhaupt um den Nachwuchs dieses Spektakels keine Sorgen machen muss. "Er war schon ein Knappe, da war er noch nicht auf der Welt", meinte eine junge Fee mit Kind auf dem Arm.