Dortmunds coolste Hühner brüten am Phoenix-See

Nisthilfe statt Segeltörn: Weil sich mehrere Blesshühner und Teichhühner in Booten am Phoenix-See ihre Nester gebaut haben, müssen die Wassersportler ihre Fahrten verschieben. Wir erklären, warum sich die Vögel ausgerechnet hier niederlassen und was jetzt mit den Eiern passiert.

Hörde.. In kleinen, schnellen Segelbooten - sogenannte Korsaren - der Vereine Sporthochseeschiffervereinigung und Universitätssegelclub haben sich die Wasservögel ihre Nester gebaut. Ein Blesshuhn-Pärchen hat Schilf und Äste zusammengetragen und das Ganze noch mit etwas Plastik-Müll verziert. Noch entspannter geht es ein Teichhuhn im Boot daneben an: Es hat Leinen zusammengelegt und brütet dort in Ruhe vor sich hin.

Dass Vögel sich menschliche Behausungen suchen, sei nicht ungewöhnlich, sagt Dr. Erich Kretzschmar vom Naturschutzbund Dortmund. Meisen im Briefkasten, Amseln auf dem Garagentor oder Störche auf Kranauslegern gebe es regelmäßig.

Sicherheits-Check für den Nistplatz

Die Vögel unterziehen ihren Nistplatz einer Art Sicherheitscheck. Stellen sie fest, dass sie hier vor Nesträubern und extremer Witterung sicher sind, beginnen sie mit dem Bau. Eine Kosten-Nutzen-Rechnung, die ein wenig an den Menschen erinnert, der sein Eigenheim plant. "Aber dass diese Arten ausgerechnet am Phoenix-See ein solches Nest suchen, ist ungewöhnlich", sagt Kretzschmar. Denn Blesshühner und Teichhühner nisten eigentlich in Schilfgürteln am Rande von Gewässern. Und Schilf gibt es am Phoenix-See eigentlich ausreichend.

Was auch immer die Tiere bewogen hat: Ihre Jungen werden in wenigen Tagen auf den Booten geboren. "Diese Arten sind Nestflüchter, das heißt, sie gehen direkt ins Wasser", sagt Kretzschmar. Weil sie aber eben nicht im Schilf, sondern unter dem Bootsdeck schlüpfen, werden sie etwas Starthilfe benötigen. "Wir werden sie mit der Hand ins Wasser setzen", sagt Wulf Zierow von der Sporthochseeschiffervereinigung.