Dortmund verhängt Aufnahmestopp für Flüchtlings-Erstaufnahme

Die Erstaufnahmeeinrichtung in Dortmund-Hacheney hat Platz für 300 Asylsuchende - von Dienstag auf Mittwoch übernachteten dort 870.
Die Erstaufnahmeeinrichtung in Dortmund-Hacheney hat Platz für 300 Asylsuchende - von Dienstag auf Mittwoch übernachteten dort 870.
Foto: Archivfoto: Dieter Menne
Was wir bereits wissen
Die Lage in Dortmunds Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge spitzt sich zu. Nun hat die Stadt einen Aufnahmestopp für die Einrichtung verhängt.

Dortmund.. Die Stadt Dortmund hat einen Aufnahmestopp für die Erstaufnahmeeinrichtung in Hacheney verhängt. Das teilte die Verwaltung am Nachmittag in einer Pressemitteilung mit. Damit spitzt sich die Lage rund um die Flüchtlingsaufnahme erneut zu.

"Unter der Leitung von Rechtsdezernentin Diane Jägers hat der Krisenstab der Stadt Dortmund, der eigens für die Thematik EAE-Hacheney einberufen wurde und regelmäßig tagt, für den Fall von Überbelegungen der Einrichtung einen Notfallplan definiert, der heute zum ersten mal umgesetzt werden muss", heißt es in der Pressemitteilung der Stadt.

Asyl In der Einrichtung befanden sich um 0 Uhr 387 Personen. Bis 15 Uhr waren 428 Menschen hinzu gekommen. Es konnten dann 171 Menschen in andere Einrichtungen gebracht werden. Es stehen aktuell (Stand: 16:30 Uhr) noch 260 Personen-Transfers aus. Damit beträgt die Belegung in der EAE 384 Personen (Kapazität 350).

Deshalb greift der Notfallplan

Aufgrund der Erfahrungswerte ist ein Zugang von ca. 360 Personen noch zu erwarten, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Damit liegt die kalkulierte Belegung für heute, 24 Uhr, bei 746 Personen. Somit greift der Notfallplan der Stadt Dortmund, der einen Aufnahmestopp nunmehr ab heute, 16 Uhr, vorsieht.

Diese Notfallplan hatte die Stadt in der vergangenen Woche ausgearbeitet, als die Einrichtung mit einer dreifachen Überbelegung kurz vor dem Kollaps stand.

Der Krisenstab hatte deshalb beschlossen, dass zum Schutz der Bewohner der Flüchtlingseinrichtung ein Aufnahmestopp immer dann verfügt wird, wenn sich, erstens: um 0 Uhr mehr als 400 Menschen in der Einrichtung aufgehalten haben und, zweitens: bis zum Mittag absehbar ist, dass das Land NRW nicht ausreichend Unterbringungsplätze in anderen Städten zur Verfügung stellen kann.