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Dem Teufelskreis Burnout entkommen

10.10.2012 | 17:50 Uhr
Dem Teufelskreis Burnout entkommen
Chefarzt Dr. med. Harald Krauß informiert über Burnout.Foto: Günter Schmitz

Hombruch.   Fachleute stehen bei einer Präventionsveranstaltung im Marien Hospital Rede und Antwort am Freitag, 26. Oktober, von 9.30 bis 14 Uhr. Das Thema: Burnout

Die Diagnose: Burnout. Wer die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit über kurz oder lang missachtet, ist ausgelaugt. Ursache sind zumeist Stresssituationen, ein permanenter Druck, der viele Menschen überfordert. Gönnt man sich keinen Verschnaufmoment, kann die dauerhafte Überanstrengung von Körper und Seele eine chronische Erschöpfung auslösen.

Stichwort Burnout: Was für Symptome man dabei typischerweise hat, welche Bewältigungsstrategien es gibt und wann aus einer seelischen Erschöpfung Depressionen werden können – Fachleute bei einer Präventionsveranstaltung im Marien Hospital wissen Rat. Am Freitag, 26. Oktober, stehen die Experten ihrem Publikum von 9.30 bis 14 Uhr Rede und Antwort. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

„Mit einem Infotag zum Thema Burnout treffen wir den Nerv der Zeit“, sagt Pressereferentin Gudula Stroetzel. Tatsächlich nimmt die Zahl der psychisch Erkrankten weltweit zu. Chefarzt Dr. Harald Krauß spricht von einer „explosionsartigen Entwicklung“. Die Behandlungsmöglichkeiten sind begrenzt, Wartelisten überfüllt.

Heiß diskutiert wird die Frage, ob ein Burnout eine Erkrankung ist und demnach psychotherapeutisch behandelt werden muss. „Die Erschöpfung an sich ist keine Erkrankung“, meint Krauß. Und weiter: „Lässt man die Symptome jedoch unberücksichtigt, kann die Folge eine Depression sein, sprich eine behandlungsbedürftige Erkrankung.“ Im Volksmund werden Burnout und Depression häufig synonym verwendet. Letzteres ist hier und da immer noch ein Tabuthema. Dabei seien 20 Prozent der Bevölkerung von starken depressiven Stimmungen betroffen, so Krauß.

Wie aber erkennt man einen Burnout? Am 26. Oktober klärt Chefarzt Krauß über die Beschaffenheit der seelischen Erschöpfung auf. Dabei müsse man das gesamte System sehen. Ausschlaggebend können sowohl Arbeitsbelastungen, aber auch persönliche Bürden und Einstellungen sein. Das Zusammenspiel der Faktoren ist entscheidend. „Wir sprechen hier von einer Trias.“

Zwischen Schuld und Scham

Burnout-Betroffene leiden zunächst an leichten Erschöpfungszuständen, die Belastbarkeit nimmt ab. Um die fehlende Leistungsfähigkeit zu kompensieren, wird das Arbeitspensum gesteigert. Ein Teufelskreis, aus dem neben körperlichen Erkrankungen letztendlich ein totaler Zusammenbruch resultieren kann. Wer um seine Gefährdung weiß, kann dieser mit einer Verhaltenstherapie vorbeugen. „Schuld und Scham spielen eine große Rolle“, schildert Krauß – der Infotag im Marien Hospital soll dazu beitragen, den Umgang mit dem Thema Burnout bewusster zu machen.

Hannah Biermann

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Kommentare
14.10.2012
16:34
Nein,
von mellow | #3

ich will mir nicht anmaßen, Burnout oder ADHS-Betroffene zu stigmatisieren. Ich bin aber davon überzeugt, dass jeder Einzelne von uns die Möglichkeit hätte, dem vorzubeugen.

14.10.2012
16:28
...
von mellow | #2

Und NEIN, "sie geraten NICHT wie die Paten", sondern wie ihre Eltern, und wenn die es schon nicht auf die Reihe kriegen, ihr Leben sinnvoll zu gestalten, nach Wert und Prioritäten zu unterscheiden, Wesentliches nicht verkümmern zu lassen und sich selbst nicht billigem Trash zu unterwefen - wie sollen es dann erst ihre Kinder schaffen? Der Markt giert nach Kunden und die Begehrlichkeiten winken von allen Seiten. Da muss man sich erstmal zurechtfinden als kleiner Mensch, dass einem da nicht schwindelig wird.
Viel Arbeit und Verantwortung für Lehrer, Pädagogen, Sport-, Bildungs-, Kinder- und Jugendeinrichtungen. Aber auch, und das in erster Linie: für die Eltern! Das Geldproblem gilt nicht. Die meisten Sachen, die Kindern Spaß machen würden, kosten nichts. Der Eintritt in den Wald, ein Bad im See, Radfahren, eine Schnitzeljagd, ein Feuerchen machen, spielen, zelten, eine Rallye. Hört Euch mal um, wieviele Kinder sowas noch nie -außer mit der Klasse oder ihrer Jugendgruppe- gemacht haben.

14.10.2012
16:12
Wen wundert es?
von mellow | #1

Ich fürchte, solange wir bereitwillig und selbstverständlich unsere Aufmerksamkeit und unsere Seele den selbstentwickelten, Zeit- und Nerven schöpfenden Götzen iPhone, ipod, facebook, ebay, WOW, Wii, PS und Navi (eine ungeordnete Auflistung, ich weiß) opfern, werden diese zivilisatorischen Erscheinungen weiter rapide zunehmen. Der Tag hat leider, wie vor tausend Jahren, immer noch 24 Stunden. Aber wir haben so viel überflüssigen Kram reingepackt, dass wir zwangsläufig in Stress geraten mussten. So bleibt dann eben keine Zeit mehr für so wesentliche Sachen wie Familie (wie hießen nochmal die kleinen Leute, die bei mir zuhause wohnen?), ein wenig Sport, einen Spaziergang, eine gemeinsame abendliche (Brett?)spielrunde, ein Buch, ein Gespräch, ein Bier mit Freunden, ein Hobby, das auch bei Stromausfall oder im netzfreien Raum funktionieren würde ... wie altmodisch.

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