Das aktuelle Wetter Dortmund 10°C
Anwohner im Dortmunder Süden beschweren sich

Das Problem mit dem Pferdekot

30.05.2012 | 18:11 Uhr
Das Problem mit dem Pferdekot
Kotsack für Pferde für eine Wasserführanlage. Aus einem Video des Reiterhofes Hackenesch aus Münster.

Im Süden.   Wenn Pferde auf der Straße traben, setzten sie ihre „Duftmarken“ – ebenso wie Hunde. Doch während bei des Menschen liebstem Vierbeiner ein kleines Säckchen für die dezente Beseitigung des Stinkehaufens genügt, haben Reiter da größere Probleme.

Wenn Pferde auf der Straße traben, setzten sie ihre „Duftmarken“ – ebenso wie Hunde. Doch während bei des Menschen liebstem Vierbeiner ein kleines Säckchen für die dezente Beseitigung des Stinkehaufens genügt, haben Reiter da größere Probleme. Der Stadt Dortmund ist das egal: Wer die Hinterlassenschaften seiner Hunde oder Pferde auf öffentlichen Straßen nicht beseitigt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und bekommt eine Geldstrafe aufgebrummt..

Reiter werden jedoch eher selten zur Kasse gebeten. Die Besenwagen der EDG beseitigen beispielsweise die Pferdeäpfel auf der Kruckelerstraße unweit des Bezirksfriedhofs Großholthausen kommentarlos einmal die Woche.

In der Nähe dieses Friedhofs verläuft ein Reitweg, der von den benachbarten Reiterhöfen gern genutzt wird. Und so liegen ab und an eine ganze Reihe von Pferdeäpfeln auf der Straße, hat unter anderem Jakob Winter aus Kruckel festgestellt. Das sei besonders bei Eis und Schnee ein Ärgernis, wenn nicht geräumt werde und der Eingang zum Friedhof mit Pferdekot gepflastert sei. „Da kommt man dann schnell mal ins Rutschen“, sagt Winter.

Er schlägt daher den Reitern vor, den Pferden Auffangbehälter für den Kot unter die Bäuche zu binden. In Wien, wo Kutschen seit jeher zum Straßenbild gehören, ist dies schon Pflicht für die Fiaker. Nur leider funktionieren die „Stinkesäckerl“ oder „Exkremententaschen“, wie sie dort genannt werden, eben nur beim Droschkengespann. Diese „Pferdeäpfelauffangvorrichtung“ (amtsdeutsch) wird dem Kutschgaul am hinteren Teil des Geschirrs befestigt und hängt zwischen Pferdehintern und Droschke wie eine Hängematte. Das Problem: Wenn das Pferd mit dem Schweif Fliegen verscheucht, fliegt möglicherweise Kot aus der Tasche durch die Luft.

Die Stadtverwaltung in Cuxhaven wollte solche „Äppelbags“ auch den Wattwagen-Pferden anhängen, stieß jedoch auf wütende Proteste der Kutscher. Dörfer in Bayern und andere Städte haben jedoch inzwischen eine Stinksackerl-Verordnung, die auch kon-trolliert wird.

Auch für Reitpferde gibt es schon spezielle Kot-Auffangbeutel. Die werden jedoch bisher fast nur in Italien benutzt, sagt Hermann-Josef Hackenesch, der einen Reiterhof bei Münster betreibt. Hackenesch „beutelt“ seine edlen Rösser, wenn er sie durch die eigens zu therapeutischen Zwecken gebaute Wasserführanlage schickt: „Damit der Kot nicht ins Wasser fällt“. Diese Säckchen werden über einem speziellen Geschirr befestigt. Doch da sie nicht viel Dung auffangen können, sind sie bei längeren Ausritten eher hinderlich. Immerhin äpfelt ein Pferd rund ein Dutzend mal am Tag – das sind insgesamt mehr als 20 Kilo Kot.

Köttel müssen beseitigt werden

Das Problem der Pferdemist-Entsorgung auf Straßen wird daher nicht so schnell zu beseitigen sein wie ein Hundehaufen. Zumal im Dortmunder Süden nur wenige Reiter wissen, dass sie die Köttel ihrer Pferde auf öffentlichen Wegen eigentlich beseitigen müssen. „Ich dachte immer, das macht die Stadt weg“, wunderte sich eine Reiterin. Macht sie auch, weil es laut EDG derzeit kaum Möglichkeiten für die Pferdebesitzer gibt, die großen Haufen unterwegs mal eben so einzutüten. Vielleicht gab’s deshalb bisher wenig Geldstrafen fürs Äpfeln auf den Straßen im Dortmunder Süden.

Von Susanne Meyer



Kommentare
31.05.2012
11:46
Das Problem mit dem Pferdekot
von Lappschmier | #2

Es wird suggeriert, dass es bei Hundekot diese Probleme nicht gibt.
Das ist falsch.
Die Besitzer, die den Hundekot entfernen, sind in absoluter Minderheit .. und selbst bei denen ist das "Entfernen" eher relativ zu sehen, ca. 10% bleiben als Rückstand auf dem Bürgersteig/Strasse. Und das ist immer noch eklig genug, insbesondere, wenn Kinder dort reintreten.

31.05.2012
09:08
Das Problem mit dem Pferdekot
von xxyz | #1

Vor vielen Jahren war die WElt froh, dass es Autos gab, die die Städte von den stinkenden Hinterlassenschaften befreiten. Es ist schon lustig, dass die naturnahe Fortbewegung jetzt zu einem Umweltproblem wird. Die Haufen in den Wäldern sind bestimmt auch nicht gut für das ökologische Gleichgewicht.

Das Auffangen der Hinterlassenschaften ist zu begrüßen, da insbesondere die Waldwege ziemlich eklig geworden sind (z.B. Grävingholz).

Aus dem Ressort
Altes Magazingebäude ist jetzt exklusives Wohnhaus
Wohnen im Denkmal
Hörde ist um ein Schmuckstück reicher, stellte Oberbürgermeister Ullrich Sierau fest: Aus dem denkmalgeschützten Magazin-Gebäude ein Wohnhaus mit 50 exklusiven Wohnungen geworden. Insgesamt stecken 13 Millionen Euro in dem Umbau. Die 50 Wohnungen waren in zehn Monaten verkauft.
Dortmunds erste Notebook-Klasse soll Pionierarbeit leisten
Schule
Im Unterricht an deutschen Schulen finden Computer so gut wie nicht statt. An einer Dortmunder Schule gibt es seit Beginn des Schuljahres die stadtweit einzige Notebook-Klasse. Nach und nach sollen die Rechner fest in den Unterricht integriert werden. Eine Nachbarstadt ist da schon viel weiter.
Patient bekommt nach falscher OP 20.000 Euro Schmerzensgeld
Krankenhaus
Späte Genugtuung für einen 49-jährigen Ex-Patienten des Evangelischen Krankenhauses Bethanien in Dortmund-Hörde: Das Oberlandesgericht Hamm hat dem Mann 20.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen, weil er im Januar 2007 unnötig und zudem auch noch falsch an der Bandscheibe operiert worden ist.
Das ist der Stand bei Hördes Großprojekten
Rundgang
An vielen Orten gleichzeitig vollzieht sich der Wandel in Hörde. Von der Faßstraße bis hinter die Hörder Brücke: Ein Rundgang mit Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Bezirksbürgermeister Sascha Hillgeris bietet einen Überblick darüber ist Hörde passiert ist, gerade passiert und passieren wird.
Mann wird zwischen zwei LKW eingeklemmt
Bei Umzug
Missgeschick mit schlimmen Folgen: Weil ein Umzugshelfer aus Versehen eine Handbremse löste, ist ein Mann am Mittwochmorgen zwischen zwei LKW eingeklemmt worden. Der schwer verletzte Dortmunder musste ins Klinikum eingeliefert werden.
Fotos und Videos
Neues Wohnen im Denkmal
Bildgalerie
Fotostrecke
Gasleck in Barop
Bildgalerie
Fotostrecke
Feuer auf Kaufland-Gelände
Bildgalerie
Fotostrecke